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9.UN-Naturschutzkonferenz in Bonn

Auf dieser Webseite haben wir aktuelle Meldungen, Pressemitteilungen und Kommentare zur 9. UN-Naturschutzkonferenz zusammengestellt .


epochtimes.de - 04.06.2008
Artenschutz in Reservate verbannt
Am Freitag ging die 9. Vertragsstaatenkonferenz über Biologische Vielfalt zu Ende. Die Bilanz nach zwei Wochen Verhandlungen ist mehr als ernüchternd. In Bonn hatte man sich eigentlich damit beschäftigen wollen, wie der Artenschwund gestoppt oder zumindest verlangsamt werden kann. Nachdem in den Monaten zuvor noch eine Fülle von Medienartikeln mit eindrücklichen Zahlen aufgewartet hatten, etwa, dass in Bayern die Rinderrassen von 35 im Jahr 1900 auf vier im Jahr 2003 geschrumpft waren und insgesamt nur noch rund zehn Pflanzenarten und fünf Nutztierrassen die Basis der gesamten Welternährung bilden, wird jetzt fast nur noch über die Ausweisung von Schutzgebieten diskutiert. ... Das von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas auf der Konferenz vorgestellte europaweite Netz „Natura 2000" umfasst inzwischen über 26.000 Schutzgebiete auf etwa 20 Prozent der Fläche der EU-Mitgliedstaaten. Es soll als „wesentliches Instrument" zum Stopp des Artensterbens bis zum Jahr 2010 dienen. Dann sollen sich auf der Folgekonferenz in Japan nämlich schon erste Erfolge abzeichnen ... Die heilige Kuh Gentechnik, größter Vernichter der Artenvielfalt, wurde auf der Konferenz nicht angetastet. Der Anbau gentechnisch veränderter Bäume - nach Risikoanalyse und bei Beachtung des Vorsorgeprinzips - bleibt erlaubt. Besonders paradox, dass Kanada, das 12 Jahre Erfahrung mit genetisch modifizierten Pflanzen hinter sich hat und sich inzwischen mit gentechnisch verändertem Superunkraut herumschlägt, neben Brasilien und der EU bei diesem Beschluss Vorreiter war. Und gerade mal die afrikanischen Länder hatten sich ihm entgegengesetzt und dafür plädiert, Gentech-Bäume nicht in die Natur freizusetzen. Aufgrund der langen Lebensdauer von Bäumen gehen Experten davon aus, dass früher oder später die natürlichen Wälder auf der ganzen Welt kontaminiert und die Baumgesundheit darunter leiden könnte. ... Tief enttäuscht von den Ergebnissen der Konvention für Biologische Vielfalt zeigten sich die Organisatoren des Gegengipfels „Planet Diversity", bei dem zum Auftakt der Verhandlungen 700 Vertreter und Vertreterinnen von Bauern-, Umwelt-, Entwicklungs- und anderen Nichtregierungsorganisationen aus 100 Ländern ihre Erwartungen an die Regierungsvertreter zum Ausdruck brachten. Benedikt Haerlin von der Zukunftsstiftung Landwirtschaft formulierte es drastisch: „Solange Vielfalt als Zoo behandelt wird und nicht als unsere gemeinsame Lebensgrundlage, wird das Artensterben weiter voranschreiten."

bergius.blogg.de - 3. Juni 2008
Artenschutz: auf Unternehmen und Investoren kommt es an
Die Grenzen der Politik hat vergangene Woche das Bonner Treffen der Konvention zur biologischen Vielfalt gezeigt. Doch für den Artenschutz ist nicht nur die Politik verantwortlich, sondern insbesondere die Wirtschaft. Würden Unternehmen weniger ressourcenintensiv wirtschaften, wäre die Artenvielfalt nicht derart bedroht. Unternehmen sowie Investoren und Anleger haben es in der Hand, den Artenschutz voran zu bringen, auch ohne politische Entscheidungen. Da die meisten Unternehmen diese Verantwortung noch ignorieren, sollten Investoren sie aufrütteln und auf aktiven Strategien beharren.

readers-edition.de - 3. Juni 2008
Stirbt die Artenvielfalt? Was muss die Politik - was kann jeder Einzelne tun? 7/8
Zerstörerische ökonomische Aktivitäten werden von der Politik in fast allen Ländern der Welt noch immer hoch subventioniert. Zum Beispiel der Flächenverbrauch: Allein in Deutschland gehen pro Tag rund 100 Hektar Fläche verloren. Versucht man, die Umweltschäden zu berechnen und in eine Beziehung zu bringen mit den Benzinkosten, dann müssten auf jeden Liter weitere 37 Cent aufgeschlagen werden. Das wäre der nachhaltige Tribut für Klimawandel, Naturzerstörung und Lärmbelastung. Die aktuelle Ökosteuer beträgt dagegen gerademal 15 Cent. Weitere kritische Bereiche sind Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Gewässerbewirtschaftung, Wohnungsbau und Wirtschaftsförderung. Wird dieser Trend nicht gestoppt, dann werden die nächsten 25 Jahre besonders verlustreich für die biologische Vielfalt auf nationaler und internationaler Ebene.

rsw.beck.de - 2. Juni 2008
Ergebnisse der UN-Konferenz zur Artenvielfalt
Mit einem Bündel von Beschlüssen hat die neunte Vertragsstaatenkonferenz zum internationalen Naturschutz geendet. Die Debatte zum Naturschutz sei nun zurück auf der internationalen Tagesordnung, teilte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) in einer Pressemeldung vom 02.06.2008 mit. Das Ergebnis sind 38 Beschlüsse. Diese betreffen insbesondere den Kampf gegen Biopiraterie, den Schutz von Meeresgebieten, die Finanzierung von Maßnahmen zum Naturschutz und Biokraftstoffe.

bundestag.de - 2. Juni 2008
Unbestimmter Aufbruch
Geschwindigkeit ist keine objektive Größe und so fiel auch die Beurteilung der 9. UN-Naturschutzkonferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt unterschiedlich aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht darin ein weltweites Aufbruchsignal für den Artenschutz. "Es ist ein sehr gutes Ergebnis", sagte der Minister zum Abschluss der zweiwöchigen Beratungen in Bonn. Verschiedene Umweltverbände äußerten sich hingegen enttäuscht und kritisierten, dass die notwendigen Maßnahmen zu langsam umgesetzt würden. Konkret wurde von den Delegierten ein "Bonner Mandat" verabschiedet - ein Fahrplan, der in den kommenden zwei Jahren unter deutscher Präsidentschaft verhandelt werden soll. Außerdem wurden in Bonn einheitliche wissenschaftliche Kriterien für den Meeresschutz beschlossen. Dazu zählen zum einen einheitliche Kriterien für die Ausweisung von Schutzgebieten, zum anderem Maßnahmen gegen die Überdüngung der Ozeane. Für den Anbau von Biosprit sollen bis 2010 einheitliche Leitlinien für den Nachhaltigkeitsschutz erarbeitet werden.

welt.de - 2. Juni 2008
Gabriel attackiert die Klima-Kanzlerin
In einem persönlichen Vermerk zur CO2-Steuer erhebt Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) schwere Vorwürfe gegen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Union. Gabriel schrieb laut "Welt am Sonntag" den Vermerk für SPD-Chef Kurt Beck. "CDU/CSU machen es sich derzeit bequem und lehnen jeden Vorschlag ab, ohne eigene Vorschläge zu machen", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Der Umweltminister sehe das Motiv dieser Strategie darin, dass die Union der SPD schaden wolle. "Die SPD soll sich die Kritik der Umweltverbände, des ADAC und der Automobilindustrie für ihr Versagen in der Kfz-Steuerregelung zuziehen", sagte Gabriel. Auf diese Weise wolle sich die Union "das Image der Schützer der Autofahrer aneignen". An einer Stelle greife der Umweltminister Merkel direkt an: "Es kann nicht sein, dass sich die Kanzlerin als Klimaschützerin profiliert und CDU/CSU in der Realität alles blockieren", zitiert die Zeitung weiter.

net-tribune.de - 2. Juni 2008
UN-Artenschützer geben grünes Licht für strengere Regeln
Die UN-Artenschutzkonferenz ist nach einem zweiwöchigen Verhandlungsmarathon zu Ende gegangen. Delegierte aus 191 Staaten gaben am Freitag grünes Licht dafür, in den kommenden zwei Jahren strengere Regeln zum Schutz der biologischen Vielfalt auszuhandeln. Bis zur nächsten Artenschutzkonferenz 2010 im japanischen Nagoya soll der Verlust an Artenvielfalt signifikant reduziert werden. Nach Ansicht des Umweltministers hat die Bonner Konferenz der 1992 beschlossenen Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) neuen Schwung verliehen. "Die Wahrheit ist ja, dass die Konvention fast tot war." EU-Umweltkommissar Stavros Dimas sprach von einem "Meilenstein zum Schutz der Artenvielfalt." Dimas pries die Bundesregierung für "ihre herausragende Konferenzleitung, die zu diesen ambitionierten Ergebnissen geführt hat".

fr-online.de - 2. Juni 2008
Chef des UN-Umweltprogramms Steiner: "Wir sägen am Baum des Lebens"
Achim Steiner, Chef des UN-Umweltprogramms, mahnt eine Kehrtwende beim Artenschutz bis zum Jahr 2020 an. Die Konferenz von Bonn bewertet Steiner als "wichtiges Signal". Im FR-Interview mahnt der Experte für Entwicklungs- und Umweltpolitik eine Kehrtwende beim Artenschutz bis zum Jahr 2020 an. Die Konferenz von Bonn bewertet Steiner als "wichtiges Signal".

bundestag.de - 2. uni 2008
Von der Festplatte gelöscht
Morgens zählt es sich am besten. Das weiß Klaus Nottmeyer-Linden aus Erfahrung. Und so steht der Biologe zwischen Februar und August häufig in aller Hergottsfrühe auf, um zu zählen: den Sumpfrohrsänger, den großen Brachvogel oder den gemeinen Haussperling. Allein 28 Sumpfrohrsänger hat er vor ein paar Tagen im Schutzgebiet Füllenbruch nahe Herford, einem feuchten Grünlandgebiet mit viel Schilf und Gebüsch, notiert. Doch er weiß, dass das Vorkommen einer Art noch kein Beweis für eine stabile Artenvielfalt ist: "Nicht allein die einzelne Art, sondern die Zahl ihrer Individuen ist entscheidend", sagt Nottmeyer-Linden. Sein Verband ist eine von 214 Initiativen, Umweltgruppen oder NGOs, die auf der "Plaza der Vielfalt" vor dem Tagungsort der 9. UN-Naturschutzkonferenz zum Erhalt der Artenvielfalt ihre weißen Zelte aufgeschlagen haben. Und auch wenn das Konferenzzentrum nur einen Steinwurf entfernt ist, liegen scheinbar Welten zwischen den Naturschützern an den Ständen und den rund 7.000 Delegierten in dem mit riesigen Kronleuchtern geschmückten Konferenzsaal. "Die Bewahrung der Natur ist eine Überlebensfrage geworden", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach, sich für den Stopp der Verlust an Biodiversität bis 2010 persönlich einzusetzen. Sie kündigte an, dass Deutschland, wie zuvor schon Norwegen, von 2009 bis 2012 insgesamt 500 Millionen Euro zusätzlich für den Waldschutz bereitstellen wolle. Ein Ausnahmefall, denn trotz schöner Reden, stockte die Konferenz immer dort, wo es um finanzielle Zusagen ging. Selbst die Mittel für das Sekretariat der CBD waren lange umstritten. Im Vergleich zum gewaltigen Medienauftrieb bei der Klimakonferenz im Dezember 2007 auf Bali, war die Aufmerksamkeit für das Thema Biodiversität in Bonn weitaus geringer.

neues-deutschland.de - 2. Juni 2008
Außer Spesen wenig gewesen. Umweltverbände sind unzufrieden mit den Resultaten der UN-Biodiversitätskonferenz
Letzten Freitag ging die 9. UN-Biodiversitätskonferenz in Bonn zu Ende. Während Bundesumweltminister Siegmar Gabriel von einem großen Erfolg spricht, zeigen sich Umweltschutzorganisationen enttäuscht. Mehr als 4000 Delegierte aus 191 Ländern tagten zwei Wochen lang in Bonn, um Regelungen zum Schutz der Artenvielfalt zu treffen. Dort wurden zwar von der Bundesregierung höhere Finanzen für den Artenschutz angekündigt und u.a. von Brasilien neue Schutzgebiete in Aussicht gestellt. Doch viele strittige Punkte blieben ungeklärt. So stellt Martin Kaiser, Leiter der Greenpeace-Delegation, am Ende der Konferenz enttäuscht fest, man sei nur "im Schneckentempo vorangekommen", während das Artensterben in immer rasanterer Geschwindigkeit ablaufe: "Lachender Dritter ist die Industrie." WWF und Greenpeace verlangen aber nicht nur für den Waldschutz, sondern ebenso für so genannte "Biotreibstoffe" substanziellere Maßnahmen. Denn auch in Sachen "Agrosprit" kam es in Bonn zu keiner Regelung, die der Vernichtung von Wäldern und der zunehmenden Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln ein Ende bereiten könnte.

glocalist.com - 2. Juni 2008
NABU und BUND von UN-Artenschutzkonferenz enttäuscht
Die Umwelt-NGO NABU zeigt sich von den Verhandlungsergebnissen der UN-Naturschutzkonferenz enttäuscht, da der Stopp des Artenschwunds nicht erreicht werden kann, aber dickes Lob für Gastgeber Deutschland und Kanzlerin Merkel. Auch der BUND zeigt sich enttäuscht. Positiv zu bewerten sei, dass Deutschland als Gastgeber der Konferenz, mit der fairen Beteiligung von Naturschutzverbänden und Indigenen, und nicht zuletzt mit dem von Bundeskanzlerin Merkel angekündigten Finanzmitteln für den Schutz der Regenwälder hohe Maßstäbe gesetzt habe. Mit den inhaltlichen Ergebnissen der Konferenz sei aber das eigentliche Ziel der Konferenz, Maßnahmen zu vereinbaren, um den weltweiten Artenverlust bis 2010 aufzuhalten, nicht zu erreichen, so der NABU in ihrer abschließenden Einschätzung.

welt.de - 2. Juni 2008
Goldene Kettensäge für die Japaner und die meisten Industriestaaten
Für die erfolgreiche Verhinderung effektiver Umweltschutzmaßnahmen auf der UN-Artenschutzkonferenz, die am Wochenende in Bonn zu Ende ging, zeichnete Greenpeace die G-8-Staaten mit der Goldenen Kettensäge aus. "Die Arten sterben in einem nie da gewesenen Tempo, und die G-8-Staaten stehen weiter auf der Bremse", sagt Martin Kaiser von Greenpeace. Mit Ausnahme Deutschlands blockieren die anderen Teilnehmer der Artenschutzkonferenz den Aufbau dringend benötigter Schutzgebiete und den Stopp der Abholzung der letzten Regenwälder. Greenpeace überreichte die Goldene Kettensäge an Japan als Stellvertreter für alle G-8-Länder.

bundestag.de - 2. Juni 2008
Umweltschutz in Afrika stärken
Verstärkte Unterstützung für Afrika beim Umweltschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel fordern die Grünen in einem Antrag (16/9313). Dies sei notwendig angesichts negativer Trends, die sich auf dem Schwarzen Kontinent bemerkbar machten. Für besondere Herausforderungen halten die Grünen in diesem Zusammenhang die fortschreitende Entwaldung durch Abholzung, die Nutzung von Holz zum Kochen und Heizen, die Wüstenbildung, das Artenaussterben und den "nichtnachhaltigen Umgang" mit Wasser in der Landwirtschaft und bei der Rohstoffgewinnung.

sonnenseite.com - 1. Juni 2008
Verlust der Natur kostet extrem viel Geld
Die Zerstörung von Flüssen, Wäldern und Ozeanen wird die Wirtschaft drastisch treffen. Ärmere Länder am Schlimmsten betroffen. Nach Schätzungen von Experten wird das globale BIP aus diesen Gründen bis 2050 um rund sieben Prozent schrumpfen. Vor allen die ärmeren Länder werden unter der Situation extrem leiden. Ihnen droht nach dem Bericht zur Abschätzung des ökonomischen Werts der ökologischen Vielfalt (TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity ) die Halbierung des zum Teil ohnehin kargen Lebensstandards. Im Rahmen der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn hat der Studien-Hauptautor Pavan Sukhdev, ein "umfassendes und überzeugendes Geschäftsmodell für die Erhaltung der biologischen Vielfalt" vorgestellt. Der nunmehr vorliegende Zwischenbericht biete eine umfassende und überzeugende ökonomische Begründung für den Schutz der Biodiversität.

oekonews.at - 1. Juni 2008
Greenpeace fordert 50 Millionen Euro für den Artenschutz
Die UN-Artenschutzkonferenz in Bonn ist gelaufen. Nicht nur Greenpeace zufolge sind die beiden Bereiche Artenschutz und Klimawandel die wichtigsten globalen Herausforderungen für die Umweltpolitik. "Die Welt kann sich ein Scheitern beim Arten- und Klimaschutz inzwischen nicht mehr leisten, und somit muss auch Österreich aktiv werden, um einen Durchbruch in Bonn zu ermöglichen", meint Greenpeace-Sprecher Bernhard Obermayr. Ein entscheidender Verhandlungspunkt bei der Konferenz in Bonn ist einmal mehr die Finanzierung der Artenschutz-Programme. Die Ankündigung Deutschlands, fünfhundert Millionen Euro für die nächsten vier Jahre und anschließend denselben Betrag jährlich für den Artenschutz zur Verfügung zu stellen, hat nun doch noch etwas Dynamik in die Verhandlungen gebracht.

spektrumdirekt.de - 31.05.2008
Der Wert der Vielfalt - Mühsam schachern die Staaten um die Artenvielfalt
Was kostet ein Wald, wie viel ein Harlekinfrosch? Bringt es Nutzen, den Heilbutt zu erhalten oder das Madagaskar-Immergrün? Fragen, denen sich die Menschheit und auch die Naturschützer stellen müssen, wollen sie die globale Artenvielfalt bewahren. Auf der UN-Konferenz zur Biodiversität in Bonn steht diese Diskussion im Mittelpunkt. Sie hätte sich wohl kaum einen besseren Platz zum Nestbau aussuchen können: die Blaumeise, die ihr Domizil ausgerechnet im Schrankenpfosten der Zufahrt zum alten Wasserwerk Bonns aufgeschlagen hat. Drinnen im ehemaligen deutschen Bundestag diskutiert das so genannte High-Level-Segment der Umweltminister und vereinzelter Staatenlenker aus aller Welt über Fortschritte im Artenschutz. Draußen sammelt der kleine Singvogel akribisch Insekten, um seine Küken zu versorgen, die in einer nahezu uneinnehmbaren Festung aufwachsen - gut bewacht von mindestens drei Sicherheitsleuten und für Elster, Marder oder Katze hinter unknackbarem Stahl verborgen. Vielleicht ist die wuselige Meise ein Symbol, dass sich Mensch und Natur durchaus arrangieren könnten, gäbe Homo sapiens der Umwelt denn eine faire Chance. Die Gegenwart aber sieht anders aus, und in einer Welt, in der Wirtschaftswachstum oberste Priorität hat, ist es vielleicht nicht die schlechteste Idee, der Biodiversität denn auch einen finanziellen Wert zu geben - welchen sie haben könnte, wird kurz nach der Begegnung mit der Blaumeise in der offiziellen Pressekonferenz im Wasserwerk verkündet.

spiegel.de - 31.05.2008
Countdown für Meere und Wälder
Es gab keine dramatischen Nachtsitzungen, keine knallenden Türen, keine Nervenzusammenbrüche vor laufender Kamera. Im Vergleich zum Uno-Klimagipfel auf Bali im vergangenen Dezember war die weltgrößte Naturschutzkonferenz, die in den vergangenen zwei Wochen in Bonn stattgefunden hat, ein lahmes Ereignis. Von den 700 angemeldeten Journalisten waren nur einige Dutzend angereist. Ob es in Zukunft auf der Erde noch Regenwälder und Korallenriffe gibt, scheint die Weltöffentlichkeit weniger zu interessieren als durchschnittliche Showbiz-Events. Dennoch ging der Gipfel am Freitag mit guten Nachrichten zu Ende - zumindest sieht das Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) so. Der Gastgeber meldete Fortschritte an verschiedenen Fronten des internationalen Naturschutzes. "Wir haben uns bei den strittigsten Kernfragen geeinigt und den lähmenden Stillstand der letzten Jahre überwunden", sagte Gabriel. Der weltweite Aufbruch zum konkreten Schutz der biologischen Vielfalt sei gelungen. Besonders hob er das "Bonner Mandat" hervor, nach 2010 jede Form von Biopiraterie zu unterbinden. Pharma- und Kosmetikfirmen müssen dann Länder, aus deren Natur sie Wirkstoffe gewonnen haben, an Umsätzen beteiligen. Gabriel nannte eine ganze Reihe von Beschlüssen, die Naturzerstörer in den kommenden Jahren zu spüren bekommen sollen. So werde der Kampf gegen den Handel mit illegalem Holz verstärkt, der bisher daran scheitert, dass Holz schwer aus dem Baumarkt in den Regenwald zurückzuverfolgen ist. Ein "Riesenfortschritt" sei es, dass in Bonn neuen Meeresschutzgebieten der Weg bereitet worden sei. Heute steht nicht einmal ein Prozent der Meeresfläche unter Schutz, auf der hohen See gibt es kein einziges Schutzgebiet. In Bonn habe sich die Staatengemeinschaft verpflichtet, bis zum Jahr 2012 ein weltumspannendes Netzwerk von Meeresschutzgebieten einzurichten.

volksstimme.de - 31. Mai 2008
Naturschützer beklagen Defizite in Deutschland
Nach der Bonner UN-Konferenz zum weltweiten Artenschutz beklagen Umweltexperten Defizite auf diesem Gebiet auch in Deutschland. Das Bundesamt für Naturschutz sieht Mängel bei der Überprüfung von Auflagen in Schutzgebieten durch die dafür zuständigen Bundesländer und Landkreise. Die Organisation BUND bemängelte Kürzungen der Länder bei den Geldern für Naturschutz. Das Ergebnis der UN-Konferenz bewerte der Chef des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, differenziert: Zwar habe der Naturschutz "einen deutlichen Schub bekommen", aber die Teilnehmer hätten sich lediglich "auf ein verbindliches weiteres Vorgehen" geeinigt, etwa bei der Nutzung der Natur in Entwicklungsländern und bei deren Gewinnbeteiligung. "Substanzielle Entscheidungen gab es jedoch nicht." Die am Freitag beendete Bonner Konferenz hatte Kriterien für den künftigen Meeresschutz verabschiedet. Auch zum Regenwaldschutz wurden Initiativen ergriffen. Die Nutzung natürlicher Ressourcen aus Entwicklungsländern soll verbindlich geregelt werden. Für den Anbau von Biosprit-Pflanzen sollen Leitlinien erarbeitet werden. Für sämtliche Beschlüsse gilt, dass sie in den nächsten zwei Jahren weiterverhandelt werden müssen. Konkrete Entscheidungen sollen erst auf der Nachfolgekonferenz 2010 im japanischen Nagoya (Japan) getroffen werden.

fr-online.de - 31. Mai 2008
Kommentar. Artenschutz reanimiert
Kann eine Konferenz die Welt retten? Kann sie nicht, auch wenn dort 190 Staaten für selbiges Ziel verhandeln. Erwartung gleich null - so taxierte die Welt den Naturschutz-Gipfel der UN in Bonn, wenn sie überhaupt hinschaute. Nicht mal einem Herkules oder Gandhi hätte man zugetraut, die disparaten Interessen von Naturschützern und Naturnutzern aufzulösen und die Weltrettungsformel zu erzwingen. Anderthalb Jahrzehnte, seit dem Erdgipfel in Rio, hat man sich auf Treffen der Konvention zur biologischen Vielfalt (CBD) fruchtlos daran abgearbeitet, während Biotop-Vernichtung und Artenschwund zunahmen. Die CDB stand selbst kurz vor dem Aussterben. Tot ist sie nicht, Bonn hat sie im letzten Moment reanimiert. Es kostet Unsummen, nichts zu tun. Eine neue Qualität, immerhin. Nicht zuletzt Gastgeber Deutschland hat sich darum verdient gemacht. Kanzlerin Merkels Milliarden-Gabe für den internationalen Waldschutz hat Eindruck gemacht. Daraus und aus der "Life-Web"-Initiative können erste Webfäden für ein weltweites Rettungsnetz der Biodiversität werden; weitere Geldgeber dringend gesucht.

epochtimes.de - 30.05.2008
UN-Artenschützer geben grünes Licht für strengere Regeln
Die UN-Artenschutzkonferenz ist nach einem zweiwöchigen Verhandlungsmarathon zu Ende gegangen. Delegierte aus 191 Staaten gaben am Freitag grünes Licht dafür, in den kommenden zwei Jahren strengere Regeln zum Schutz der biologischen Vielfalt auszuhandeln. Bis zur nächsten Artenschutzkonferenz 2010 im japanischen Nagoya soll der Verlust an Artenvielfalt signifikant reduziert werden. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sagte als Gastgeber, der Konferenz sei es gelungen, Maßnahmen im Kampf gegen Biopiraterie anzuregen, nachdem fast 15 Jahre nicht über das Thema gesprochen worden sei. Die Delegierten verabschiedeten einen Fahrplan für Verhandlungen über den Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechten Verteilungsausgleich. Bis 2010 sollen die Arbeiten an einem internationalen Regelungswerk abgeschlossen werden. Außerdem wollen mehr als 30 Länder und Regionen zusätzliche Flächen in einer Größe von mehr als 65 Millionen Hektar als Naturschutzgebiet bereitstellen.

Deutsche Umwelthilfe e.V. - 29.05.2008
Der DUH-Artenschutz-Fall des Tages (Teil 6):Airbus: Hamburg setzte Grundrechte außer Kraft, um Flugzeugwerft im Vogelschutzgebiet zu bauen
Freie Fahrt für große Pötte ist seit jeher das Motto der Hamburger Politik, unabhängig davon, ob SPD oder CDU die Mehrheit in Bürgerschaft und Senat stellen. Volle Kraft voraus haben die Hamburger Volksparteien deswegen auch frühzeitig dem Airbus-Konsortium signalisiert, als das europäische Flugzeugbauunternehmen einen Standort für den Bau des Riesenfliegers A380 suchte. Wie in der Hansestadt seit Jahrzehnten üblich, störte es weder die SPD-Bürgermeister Henning Voscherau und Ortwin Runde noch ihren CDU-Nachfolger im Amt des ersten Bürgermeisters  Ole von Beust, dass die Airbus-Werft mitten in einem nach EU-Vogelschutzrichtlinie geschützten Gebiet bauen wollte, das zudem noch unter deutsches Naturschutzrecht fiel. ... Mit dem Geld und Millionen Kubikmetern Sand schüttete Hamburg Teile des Mühlenberger Loches zu, das vormals das größte Süßwasserwatt Europas war. ... Die vormals im EU-Vogelschutzgebiet rastenden Löffel- und Krickenten mussten sich einen anderen Rückzugsraum suchen, ebenso wie die in der Elbe selten gewordenen Zander, Aale, Stinte und der Butt. Fische leiden in der Elbe zwischen Hamburg und Nordsee besonders im Sommer unter dem Sauerstoffmangel im künstlich vertieften Hauptstrom und finden daher nur in den ruhigeren und ökologisch noch halbwegs intakten Seitenarmen einen Lebensraum. "Natur und Ökologie wurden in Hamburg kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen geopfert, obwohl die Stadt nichts in der Hand hatte, mit dem Airbus den Standort garantiert oder eine nennenswerte Anzahl von Arbeitsplätzen zugesichert hätte," sagt Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).



spiegel.de - 28.05.2008
Merkel sagt Milliarden für Tropenwaldschutz zu
Vorreiter Norwegen hatte in der Bundesregierung als Messlatte gegolten. Das skandinavische Land stellt neuerdings 320 Millionen Euro pro Jahr für Projekte zum Schutz von Regenwäldern zur Verfügung. Nun setzt Deutschland zum Überholen an: Bis gestern Abend verhandelte Kanzlerin Merkel mit Finanzminister Peer Steinbrück (SPD), am Mittwoch Vormittag verkündete sie dann auf dem Uno-Naturschutzgipfel in Bonn eindrucksvolle Zahlen: Die 210 Millionen Euro, die Deutschland bereits heute zum Schutz der Regenwälder zur Verfügung stelle, würden deutlich aufgestockt. Um insgesamt 500 Millionen Euro in den vier Jahren bis 2012, dann sogar um jährlich 500 Millionen Euro. Das Geld werde aus den Erlösen der Versteigerung von CO2-Zertifikaten stammen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) konnte seinen eigenen Erfolg noch gar nicht fassen: "Das ist mehr, als man von einem Gastgeberland erwarten kann", sagte er in seiner Rolle als Präsident der Uno-Versammlung. ... Merkel warnte in ihrer Rede, ein Scheitern der internationalen Naturschutzanstrengungen könne die Menschheit teuer zu stehen kommen. Sie forderte andere Industriestaaten auf, ihre Investitionen in den Naturschutz zu verstärken. Aber auch private Geldgeber, also Firmen und Millionäre, könnten bei der globalen Initiative "Life Web" mitmachen: Auf der von der Bundesregierung eingerichteten Internet-Plattform bieten bereits 26 ärmere Länder artenreiche Naturgebiete an, für deren Schutz bisher das Geld fehlt.

vbio.de - 27.05.2008
Biodiversität XVII: "CRYO-BREHM" - eisiges Archiv der Wildtiere
Mit neuer Technik und Methoden zur Stammzellisolierung archivieren Fraunhofer-Forscher den weltweiten Tierbestand. Gemeinsam mit mehreren zoologischen Gärten arbeiten sie an einer Sammlung tiefgefrorener Stammzellen von Wildtieren, dem "CRYO-BREHM". Das Projekt steht in engem Bezug zur derzeit stattfindenden UN-Tagung zum Thema Biodiversität in Bonn. Den weltweiten Tierbestand möglichst umfassend zu dokumentieren, war schon immer eine Herausforderung für die Wissenschaft und eine Verpflichtung gegenüber den uns nachfolgenden Generationen. Der deutsche Zoologe Alfred Brehm packte es im neunzehnten Jahrhundert mit einem populären Buch an: "BREHMS TIERLEBEN". Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT im Saarland und die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie EMB in Lübeck haben nun einen modernen Weg gewählt. Zusammen mit mehreren zoologischen Gärten gründeten sie den "CRYO-BREHM", ein Lebendarchiv, das seit Anfang 2005 tiefgefrorene Stammzellen von Wildtieren sammelt. ... "Das Tieffrieren ist die einzige Möglichkeit, Zellen lebend und dauerhaft aufzubewahren. Ganze Tiere, die größer sind als ein Stecknadelkopf, kann man bisher nicht lebend einfrieren und auftauen. Das ist auch nicht nötig, da sich in jeder Zelle die gesamte Information über die Art als auch das Individuum befindet", sagt der IBMT-Direktor Prof. Dr. Günter R. Fuhr. ... Vor drei Jahren begann die Zusammenarbeit mit dem Neunkircher Zoologischen Garten im Saarland. Inzwischen sind auch der Tierpark Hagenbeck in Hamburg, der Zoologische Garten Rostock und mehrere Forschungseinrichtungen dabei, weitere Partner sollen folgen. Vorgesehen ist, ein möglichst umfangreiches Zell-Archiv der wildlebenden Tiere aufzubauen. Stammzellen aus den verschiedensten Geweben - von Fischen über Vögel bis zu Säugetieren - liegen bereits vor. Das Besondere ist: "Kein Tier muss dafür sterben oder auch nur Blut hergeben", versichern Fuhr und Kruse. Spender für die Datenbank sind Zoo- und Wildtiere, die bei einem Unfall umkommen oder bei der Geburt sterben.

agrarheute.com - 26. Mai 2008
UN-Konferenz: Merkel fordert globale Naturschutzgebiete
Auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn beginnt in dieser Woche die heiße Phase der Verhandlungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die am Mittwoch erwartet wird, forderte von der Konferenz "ein gutes Signal für den Erhalt der Artenvielfalt auf der Welt". Vor ihrem Auftritt in Bonn sagte Merkel am Samstag in ihrer Videobotschaft im Internet, derzeit seien etwa 16.000 Arten vom Aussterben bedroht. Das bringe "die natürlichen Lebensgrundlagen in Gefahr, auch die der Menschheit". Um diese Gefahr abzuwenden, müssten globale Naturschutzgebiete an Land und in den Meeren ausgewiesen werden. Außerdem müsse es zu einer fairen Bezahlung natürlicher genetischer Ressourcen kommen, über die Entwicklungsländer verfügten. Umweltorganisationen äußerten sich kritisch zu den bisherigen Verhandlungen. Die Ergebnisse seien noch zu dürftig, und die Industrieländer müssten bei der Finanzierung von Schutzgebieten mehr bieten.

neues-deutschland.de - 26. Mai 2008
Viel Streit, wenig Substanz. Halbzeit bei der UN-Biodiversitätskonferenz in Bonn
Während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zur Halbzeit der UN-Biodiversitätskonferenz vorsichtig von einer "konstruktiven Konferenzathmosphäre" spricht und Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter im Referat Naturschutz, einen "sehr guten Verhandlungstand" sieht, betrachten die Nichtregierungsorganisationen (NGO) den Stand der Dinge mit großer Skepsis. So sieht Michael Frein, Umwelt- und Handelspolitik-Experte beim Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) "keine substanziellen Fortschritte" in wichtigen Themenbereichen wie etwa der Regelung einer Gewinnbeteiligung von Ländern mit großer Biodiversität an der Nutzung ihrer genetischen Ressourcen, dem sogenannten ABS (Access and Benefit Sharing). Jörg Roos, Naturschutzexperte des World Wildlife Fund (WWF) resümiert: "Wenn man sich die großen Fragen der Konferenz ansieht, wie Wälder, Meeresschutzgebiete, ABS und zusätzliche Finanzmittel, dann sind wir nicht sehr optimistisch." Positiv ist nach Meinung der NRO-Vertreter, dass einige strittige Themen wie Bioenergie überhaupt auf der Agenda zugelassen wurden, und dass die Bundesregierung eine feste Zusage über zusätzliche 40 Millionen Euro für Schutzgebiete gemacht habe.

care-and-click.org - 26. Mai 2008
Halbzeit in Bonn
Die Bewertungen über die bisherigen Ergebnisse der UN-Naturschutzkonferenz fallen ungleich aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, der als Konferenzpräsident zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln muss, sieht die Verhandlungen noch nicht am Ziel, aber zumindest auf dem richtigen Weg. In einer "motivierenden und konstruktiven Konferenzatmosphäre" könnten die Verhandlungen vorangetrieben werden, so Gabriel. ... Als Erfolg verbuchte der Minister die Gespräche über ein internationales Regime über den Zugang zu genetischen Ressourcen und einen gerechten Verteilungsausgleich (Access and Benefit Sharing - ABS). Gabriel zufolge sei eine Rechtssicherheit darüber, nach welchen Regeln eine Gewinnbeteiligung an der Nutzung genetischer Ressourcen erfolge, sowohl Entwicklungs- als auch Industrieländer äußert wichtig. ... Auch wenn die Debatten über die ökologischen Anforderungen der Bioenergie-Produktion zu Beginn der Konferenz unter keinem guten Stern standen, gab es auch hier Verhandlungsfortschritte. Obwohl einige Länder keinerlei Diskussionen zu diesem Thema zulassen wollten seien mittlerweile aber Verhandlungen über ökologische Leitlinien für Bioenergie auf den Plan gebracht worden, heißt es aus dem Bundesministerium für Umwelt.

debatte.welt.de - 26. Mai 2008
Fauna, Flora, Volkswirtschaft
Das Quagga war eine braune, nur am Vorderkörper gestreifte Unterart des Steppenzebras. Europäische Siedler im südlichen Afrika schossen so viele wie möglich davon ab, weil sie Nahrungskonkurrenten ihrer Rinder waren. Manchmal auch nur zum sportlichen Vergnügen. Aus den Häuten ließen sie ihre Arbeiter Getreidesäcke nähen. 1870 waren die Quaggas in Afrika ausgerottet. 1883 starb das letzte Zootier in Amsterdam. Heute gibt es noch 23 präparierte Exemplare in Museen. Das Verschwinden des Quaggas ist ein trauriger, unwiederbringlicher Verlust, doch ökonomischer Schaden ist dadurch nicht entstanden. ... Warum sind wilde Tiere und Pflanzen überhaupt wichtig? Was würde passieren, wenn das Sumatranashorn aus dem Dschungel Südostasiens verschwindet? Wahrscheinlich nichts. Zwar gibt es Lehrbuchbeispiele, wo der Verlust der einen Art den Tod anderer Arten nach sich zieht (etwa von Pflanzen, die nur von dem verschwundenen Tier bestäubt wurden). Aber so extrem spezialisiert sind die meisten Organismen nicht. Schließlich starben im Laufe der Evolution 99 Prozent aller jemals existierenden Arten aus, lange bevor der erste Menschen auf die Jagd ging. ... Die ernüchternde Wahrheit lautet, dass die Menschheit das Sumatranashorn weder für die Ernährung noch für Arzneien braucht und dass sein Verschwinden auch nicht das Ökosystem Regenwald zusammenbrechen ließe. So wenig, wie das Quagga für den Weiterbestand der südafrikanischen Savanne notwendig war. Warum es also erhalten? Vielleicht gibt es gar keinen vernünftigen Grund dafür. Aber den Kölner Dom zu erhalten ist auch nicht ökonomisch. Immerhin, wenn er morgen durch ein Erdbeben zerstört würde, könnte man ihn wenigstens nachbauen. Die Ausrottung des Nashorns ließe sich nicht rückgängig machen. Artenschutz rettet Unwiederbringliches. Das unterscheidet ihn von anderen Feldern des Umweltschutzes. Die Verschmutzung der Luft kann abgestellt werden, Flüsse können gereinigt, Wälder neu angepflanzt werden - aber es gibt keinen Weg, eine verlorene Art zurückholen. ... In Bonn tagt im Mai die Vertragsstaatenkonferenz der Convention of Biological Diversity (CBD). Die voraussichtlich 5000 Teilnehmer werden dort Fortschritte und Rückschläge im Artenschutz bilanzieren. Die CBD-Konferenz ist Teil eines weltweiten Netzes. Um den Erhalt wilder Tiere und Pflanzen kümmern sich mittlerweile Tausende Institutionen.

umweltjournal.de - 26. Mai 2008
"Die Natur wird auf ihren ökonomischen Wert reduziert"
Die CBD-Konferenz widmet dem Thema Artensterben die Aufmerksamkeit, die es verdient. "Umso ärgerlicher ist es, dass die Verhandlungen von den Interessen der Holz- und Fischereiwirtschaft sowie der Pharma- und Agroindustrie bestimmt werden", so Rudnick. Während in erschreckendem Tempo Korallenriffe sterben, Urwälder abgeholzt und zahllose Arten ausgerottet werden, dominiert der "ökonomische Wert" der Biodiversität die schleppenden Diskussionen. Die Biologin betont, dass es gefährlich ist, die Verhandlungen auf die Frage zu reduzieren, den Verlust wie vieler und welcher Arten wir uns leisten können. ... "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen: Die CBD-Konferenz misst nach dem Aschenputtel-Prinzip den Wert der Artenvielfalt an dem wirtschaftlichen Schaden, den ihr Verlust bedeuten würde", sagt Rudnick. "Doch diese Sichtweise ist verantwortungslos und kurzsichtig: Die Natur leistet sich keine überflüssigen Arten. Selbst Ginsterzikade und Blattlaus erfüllen ihren Zweck im Artengefüge". ... Pro Wildlife appelliert an die Vertragsstaaten: "Die Konvention muss die Notbremse ziehen, wenn sie das Artensterben aufhalten will. Es ist dringend notwendig, konkrete Maßnahmen zum Schutz der Wälder, Meere und Savannen in die Tat umzusetzen."

jungewelt.de - 26. Mai 2008
Durchbruch nicht in Sicht
Ana Filippini vom "World Rainforest Movement" ist entsetzt: Auf einer UN-Konferenz hatte sie mehr Gehör erwartet angesichts der verheerenden sozialen und ökologischen Auswirkungen der riesigen Monokulturen in Brasilien, in denen Soja und Zuckerrohr für das Exportgut Bioethanol angebaut werden: "Worum es aber wirklich geht, ist, alles darauf zu reduzieren, aus der Zerstörung des Planeten noch Profit zu schlagen."
Ebenso wie Filippini zeigten sich auch andere Vertreter der "Global Forest Coalition" (GFC), einem internationalen Zusammenschluß von Nichtregierungsorgsanisationen (NGOs) und indigenen Gruppen, am Freitag äußerst unzufrieden mit dem Verlauf der ersten Woche der UN-Biodiversitätskonferenz (COP 9) in Bonn. Sie kritisierten, daß diese "in zunehmendem Maße von Wirtschaftsinteressen bestimmt" werde. Dies führt, so die Umweltschützer, zu falschen Lösungsansätzen, "die die Zerstörung der Biodiversität in Wirklichkeit weiter vorantreiben, das Klimachaos verschärfen und die Menschenrechte aushöhlen".
Nicht nur die GFC zeigt sich enttäuscht vom Verlauf der Verhandlungen, die wegen ihrer Vielschichtigkeit und Zähigkeit selbst am Wochenende in informellen Arbeitsgruppen fortgesetzt wurden. Auch der WWF (World Wildlife Fund) warnte zur Halbzeit vor einem möglichen Scheitern der Konferenz: "Hier wird über einzelne Wörter und Kommas gestritten, als ob es um Leben und Tod ginge", beschreibt Jörg Roos, Naturschutzexperte des WWF, das Ringen um Formulierungen. Nach Ansicht des WWF drohen in einigen wichtigen Punkten - wie etwa der Errichtung von Schutzgebieten - sogar Rückschritte gegenüber früheren Konferenzen. Auch von einem gerechteren Ausgleich zwischen Nord und Süd, dem sogenannten "Access and Benefit Sharing" (ABS) ist man nach Roos' Auffassung noch weit entfernt: "Konzerne aus den Industrienationen nutzen die Artenvielfalt in den armen Staaten für Medikamente oder andere gewinnbringende Produkte, ohne die Herkunftsländer an den Gewinnen zu beteiligen. Dieser Skandal muß ein Ende haben."

pr-inside.com - 25. Mai 2008
Vor Schlussrunde der UN-Konferenz. Merkel ruft zu Anstrengungen gegen Artensterben auf
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu neuen Anstrengungen für den Erhalt der Artenvielfalt aufgerufen. Mit Blick auf die Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen in Bonn warb sie dafür, den Flächenverbrauch einzuschränken und weltweit mehr Naturschutzgebiete auszuweisen. Die Umweltschutzorganisation BUND forderte die Bundesregierung auf, für diese Ziele mehr Geld zur Verfügung zu stellen. In ihrer wöchentlichen Videobotschaft sagte Merkel, weltweit seien 16.000 Arten vom Aussterben bedroht. Der Erhalt der Artenvielfalt gehöre wie der Klimaschutz zu den "Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen". Glücklicherweise habe sich das Bewusstsein sehr gewandelt und die Menschen sind aufmerksamer geworden, sagte die Kanzlerin. Deutschland habe beim Artenschutz noch sehr viel zu tun.

umweltruf.de - 25. Mai 2008
Gabriel: Harte Verhandlungen in guter Atmosphäre. Halbzeit bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn
Zur Halbzeit der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eine zurückhaltend optimistische Bilanz der ersten Verhandlungswoche gezogen: Wir sind noch längst nicht am Ziel, aber es ist uns offenbar gelungen, eine motivierende und konstruktive Konferenzatmosphäre zu erzeugen, die uns hilft, die schwierigen Verhandlungen voran zu bringen. Bei einem Zwang zur Einstimmigkeit zwischen 191 Vertragsstaaten liegt es in der Natur der Sache, dass Ergebnisse nur nach hartem und langem Ringen zu erreichen sind. ... Viel Zustimmung auf der Konferenz erhält die von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gestartete LifeWeb-Initiative. Mit dieser Initiative will Deutschland die verhärteten Fronten zur Schaffung weiterer Schutzgebiete aufbrechen. Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg hatte festgelegt, dass zur Sicherung der biologischen Vielfalt der Erde das weltweite Schutzgebietsnetz ausgeweitet werden soll - allerdings unter der Bedingung, dass die Industriestaaten zusätzliche Finanzmittel bereitstellen. Dies hatte seither immer wieder zu wechselseitigen Vorwürfen geführt. Mit der LifeWeb-Initiative sollen konkrete Planungen für neue Schutzgebiete in Entwicklungsländern mit konkreten Finanzzusagen der Industrieländer verknüpft werden. Damit sollen vor allem dringend benötigte Waldschutzgebiete finanziert werden, um die rapide voranschreitende Urwaldvernichtung zu bremsen.

tlz.de - 25. Mai 2008
Im Wildniscamp für den Artenschutz
Wie kann man Tiere, Pflanzen und die Umwelt schützen? Darüber haben sich rund 50 junge Leute Tage lang Gedanken gemacht. Die Jugendlichen kommen aus der ganzen Welt und haben sich in einem Wildniscamp in Lindberg in Bayern getroffen. Dort herrscht nun ein buntes Treiben, denn den Teilnehmern ist auch wichtig, dass sie ihre Kulturen vertreten. Einige sind sogar stolz in den Trachten ihrer Heimatländer nach Bayern gereist. Mit dabei ist zum Beispiel Chi Tran aus dem Land Vietnam in Asien. Er macht sich große Sorgen darum, dass auf der Erde immer mehr Tiere und Pflanzen aussterben. "Die Natur hat so viele tolle Arten geschaffen, das können wir Menschen nicht", sagt der 26-Jährige. Zwei Jugendliche aus Afrika ärgern sich über Wilderer, die in den Nationalparks ihrer Heimat Büffel, Elefanten und Flusspferde töten. "Die Natur ist Teil unseres eigenen Lebens, es ist wichtig, sie zu bewahren", erklärt Sotima Constant Berate. ... Der internationale Jugendgipfel hat das Motto "Go 4 BioDiv". Das ist eine englische Abkürzung und bedeutet: Kämpfe für die biologische Vielfalt.

agrarheute.com - 25. Mai 2008
Artenvielfalt. Gefährdete Nutztierrassen
Vom 19. bis 30. Mai findet in Bonn die UN-Konferenz über den Erhalt der biologischen Vielfalt statt. Hier versuchen die Teilnehmer Lösungen zu finden, um den weltweiten Artenverlust im Tier- und Pflanzenreich zu stoppen. Auch in der Landwirtschaft ist ein fortschreitender Artenrückgang festzustellen. Dabei ist die Agrobiodiversität - die Vielfalt der Nutzpflanzen und Nutztiere - von elementarer Bedeutung für die Landwirtschaft. Mit dem Verlust von alten Rassen und Sorten verschwinden auch wertvolle genetische Ressourcen, die für die Züchtung und Forschung unentbehrlich sind. Im Hinblick auf den Klimawandel und der dadurch nötigen züchterischen Anpassungsprozesse räumen Wissenschaftler den genetischen Ressourcen einen besonders hohen Stellenwert ein. Doch auch für die landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaften sind die alten Nutztierrassen von großer Bedeutung.

oekonews.at - 25. Mai 2008
Biodiversität: Aufbau eines Nationalparkprogramms in Turkmenistan
Im Vorlauf zur 9. Vertragsstaatenkonferenz zum "Übereinkommen über die Biologische Vielfalt" im Mai 2008 in Bonn trägt das deutsche Umweltbundesamt (UBA) mit einem Projekt im zentralasiatischen Turkmenistan zum Erhalt der Biodiversität bei. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) betreut das UBA den Aufbau eines Nationalparksystems. In Zusammenarbeit mit dem turkmenischen Umweltministerium baut die Michael Succow Stiftung aus den zwei Naturschutzgebieten "Sünt-Chasardag" und "Kopetdag" modellhaft Nationalparke auf. Das Projekt wird aus dem Beratungshilfeprogramm für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens finanziert, mit dem das Bundesumweltministerium (BMU) die Verankerung höherer Umweltstandards fördert. Während der 9. Vertragsstaaten-Konferenz in Bonn bilden die Verhandlungen über ein weltweites Schutzgebietsnetz einen Schwerpunkt.

spektrumdirekt.de - 24.05.2008
Erfolglos im eigenen Land - Trotz vieler großer Worte: Deutschland ist beim Naturschutz kein Vorreiter
Anlässlich der aktuellen Biodiversitäts-Konferenz fordert Bundesumweltminister Sigmar Gabriel endlich Taten von den Mitgliedsstaaten des UN-Vertrages. Ein Blick ins eigene Land zeigt jedoch: Auch in Deutschland stößt der Naturschutz immer wieder an seine Grenzen. Mit seinen Vorderpfoten stützt sich Braunbär Bruno auf einem Holzstapel ab. Auf seiner Nase sitzt eine Biene, die scharfen Krallen verschwinden beinahe in der Idylle, welche die Plastinatoren im Münchner Museum "Mensch und Natur" geschaffen haben. Der ehemalige Problembär Bayerns ist nun eine ausgestopfte Museumsfigur. Im Sommer 2006 war das Tier von einem Einsatzkommando auf der bayerischen Kümpflalm erschossen worden. Dabei war Bruno seit 170 Jahren der erste Bär, der frei durch die deutschen Wälder streifte - ausgebüxt aus einem Artenschutz-Projekt im italienischen Naturpark Asamello-Brenta, wo die bedrohten Tiere seit 1999 wieder angesiedelt werden. ... Während Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zum Auftakt der 9. UN-Naturschutz-Konferenz in Bonn internationale Anstrengungen zum weltweiten Artenschutz fordert, scheinen die aufgeheizten Diskussionen um den ersten freilebenden Braunbären in Deutschland längst vergessen. Das Beispiel zeigt jedoch deutlich, wie hilflos der Bundesumweltminister auch hierzulande ist, wenn es darum geht, den Artenschutz gegen andere Interessen durchzusetzen. Denn auch bei uns steht es um Flora und Fauna nicht zum Besten. Zwar kehren Seeadler, Luchs und Biber langsam in ihre frühere Heimat zurück, und auch einige Wölfe haben sich im Osten Deutschlands wieder angesiedelt. Die Allerwelts-Tierarten indes verschwinden langsam. So sind Rebhuhn und Feldhase selten geworden, auch die Population des früher allgegenwärtigen Haussperlings nimmt ab. Laubfrosch, Kiebitz und die Kleine Hufeisennase sind vom Aussterben bedroht. Der aktuelle Flora-Fauna-Habitat-Bericht gibt gar an, die Bestände jeder dritten Art seien in Deutschland in schlechtem Zustand. Schuld an der Misere ist vor allem die intensive Landwirtschaft, die immer weniger Orte übrig lässt, wo Fuchs und Hase sich noch Gute Nacht sagen können.

pr-inside.com - 24. Mai 2008
Beim Artenschutz für Deutschland noch viel zu tun. Merkel warnt vor Gefährdung der Lebensgrundlagen
Vor der Gefährdung von Lebensgrundlagen als Folge des Artensterbens hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gewarnt. In ihrer wöchentlichen Videobotschaft sagte sie am Samstag, derzeit seien weltweit 16.000 Arten vom Aussterben bedroht. Der Erhalt der Artenvielfalt gehöre wie der Klimaschutz zu den "Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen". "Glücklicherweise hat sich das Bewusstsein hier sehr gewandelt und die Menschen sind aufmerksamer geworden," sagte die Kanzlerin. Sie bezog sich dabei auf die laufende Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen in Bonn. Am Mittwoch werde sie den Schlussteil mit der Teilnahme der zuständigen Minister der Teilnehmerstaaten eröffnen.

cms.frankfurt-live.com - 24. Mai 2008
Artenschutz & Klimaschutz - aber wie? Zooschule Berlin bietet vielfältige Anregungen für jeden Einzelnen
Angesichts der im Eiltempo verschwindenden Arten - jede halbe Stunde stirbt eine Pflanzen- oder Tierart unwiederbringlich aus - müssen wir dringend unsere Erde so gestalten, dass Pflanzen und Tiere bleiben können. Auch die Zooschule Berlin versucht dabei einen Beitrag zu leisten. Auf politischer Ebene versucht man auf dem UN- Gipfel zur biologischen Vielfalt in Bonn Konzepte zu entwickeln, die den Prozess des Artenschwundes abbremsen. Knut, der Ende 2006 im Zoo Berlin geborene kleine Eisbär, ist dabei Symboltier und Botschafter für den Umweltschutz. Weltweit gibt es unzählige Kampagnen und Projekte zum Schutz einzelner Tierarten, Tiergruppen oder ganzer Ökosysteme. Aber wie kann jeder Einzelne zum verantwortlichen Handeln angeregt werden? ... Die Zooschule von Berlin bietet ganzjährig Unterricht im Tierpark und Aquarium an. Die Angebote lehnen sich an die Rahmenlehrpläne der Berliner Schulen an, gehen aber auch darüber hinaus. Schauen Sie doch einmal auf die Webseiten: www.zoo-berlin.de/verstehen/zooschule und www.aquarium-berlin.de/verstehen/zooschule oder buchen eine Veranstaltung unter (030)25401333 (hbh)

spiegel.de - 24. Mai 2008
UNO-NATURSCHUTZGIPFEL. Keine Halbzeitpause beim Weltretten
Auf dem Uno-Naturschutzgipfel in Bonn ist nach fünf Verhandlungstagen Halbzeit, doch eine Pause wie beim Fußball ist den Delegierten nicht vergönnt. Am Wochenende wird weiterverhandelt - im Dienst des ganzen Planeten. Einigkeit herrscht bei den Delegierten nur darüber, dass ein fortgesetzter Verlust von Arten und Ökosystemen sowohl den reichen Norden als auch den ärmeren Süden des Planeten teuer zu stehen kommen könnte. So wäre die Flutkatastrophe von Burma wohl weniger schlimm ausgefallen, wären in den vergangenen Jahren nicht die schützenden Mangrovenwälder durch industrielle Garnelenfarmen ersetzt worden. Die Abholzung der Regenwälder könnte die Erderwärmung zusätzlich verstärken. Und der Raubbau an der Fischwelt gefährdet in den kommenden Jahrzehnten die Welternährung. Doch was zu tun ist und wer dafür bezahlt, ist heftig umstritten. Selbst gutgemeinte Angebote stoßen auf Misstrauen. So glauben viele Entwicklungsländer, der Westen biete neuerdings nur deshalb mehr Geld für den Tropenwaldschutz an, weil er dann die Pharmarohstoffe aus diesen Gebieten kostenlos nutzen wolle. Der Vorschlag von Deutschland und Norwegen, den Schutz von Tropenwäldern als Kohlendioxidspeicher zu bezahlen, wird als Versuch interpretiert, den armen Ländern doch verbindliche Klimaschutzmaßnahmen aufzuerlegen. Manche Themen sollten ganz tabu bleiben.

taz.de - 23. Mai 2008
Ein Wert an sich - Tiere und Pflanzen haben nicht nur ein Lebensrecht, wenn sie dem Menschen dienen.
Rheobatrachus silus wurde jüngst eine seltene Ehrung zuteil: Die UNO beklagt das Ableben des Magenbrüter-Frosches im australischen Urwald, ist es doch der pharmazeutischen Wissenschaft zu Lebzeiten der Amphibienart nicht gelungen, das Geheimnis der Magenbrütung zu lüften. Forscher hatten zwar bemerkt, dass das Weibchen von Rheobatrachus silus die gelegten Eier verschluckt, im Magen ausbrütet und nach geraumer Zeit winzige Frösche ausspuckt. Sie fanden auch heraus, dass die Kaulquappen mittels einer Substanz die Magensäureproduktion der Mutter blockieren. Doch bevor die Wissenschaft die chemische Zusammensetzung dieses Magensäurehemmers ergründen konnte, verschied die Froschart. Mit ihr ging die Hoffnung der Pharmaindustrie, ein Mittel gegen Magengeschwüre aus dem Froschnachwuchs zu entwickeln. Der Rheobatrachus silus gilt deswegen als Beispiel für den unbedingten Sinn von Artenschutz. Unzählige Tier- und Pflanzenarten weltweit bergen Geheimnisse, die der Medizin endlich zu einem Durchbruch bei der Behandlung verbreiteter Krankheiten helfen könnten, argumentieren die beiden Wissenschaftler. Die Menschheit verliere Chancen für ihren Erhalt, wenn diese "medizinische Schatzkiste", die Unep-Direktor Achim Steiner in der Artenvielfalt entdeckt hat, nicht erforscht und erhalten bleibt. Die Gesundheit des Menschen dient ihm als Argument für den Erhalt der Biodiversität.


tagesspiegel.de - 21. Mai 2008
Der Hamster hat das Feld geräumt
Erst im vergangenen Winter ist der Feldhamster in Brandenburg ausgestorben: Zu tief gepflügte Böden. Auch der Auerhahn hat sich im letzten halben Jahr verabschiedet. Es sind traurige Nachrichten, die der Präsident des brandenburgischen Landesumweltamtes, Matthias Freude, vermeldet. Klimawandel, trockengelegte Landschaften, Überdüngung, aufgeräumte Dörfer - das zeigt Folgen. Den Seggenrohrsänger gibt es fast gar nicht mehr, Stieglitz, Grünfink, Hänfling, Girlitz - die Bestände sind dramatisch zurückgegangen. Auch in Berlin, das stolz auf seine Tier- und Pflanzenwelt ist, geht die Vielfalt zurück. Bienen und Hummeln sind gefährdet, es quaken deutlich weniger Frösche als noch vor einem Jahr. Zur UN-Naturschutzkonferenz in Bonn können Berlin und Brandenburg traurige, aber auch freudige Botschaftern vermelden. Die Großstadt schaut wohlwollend auf die wachsende Population von Bibern, Seeadlern, Trauerseeschwalben, die sich mit dem Müggelsee angefreundet haben, freut sich über Zwergrohrdommeln am Flughafensee oder Waldkäuze in Köpenick. In der Stadt gibt es 20 000 bis 30 000 Tier- und Pflanzenarten. Berlin, schwärmt Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge- Reyer (SPD), sei eine "grüne Metropole" mit "herausragendem Naturreichtum", international gesehen.

tagesspiegel.de - 21. Mai 2008
Frösche, Seeadler und Konzerne
Bei der Weltnaturschutzkonferenz in Bonn wollen sich Unternehmen als Teil der Lösung für die Erhaltung von Artenvielfalt präsentieren. Auf Anregung von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) haben sich seit dem vergangenen Herbst inzwischen 35 Unternehmen, vor allem aus Deutschland, Japan und Brasilien, einer "Business and Biodiversity Initiative" angeschlossen. Die Konzerne verpflichten sich, die Auswirkungen ihrer Geschäftsfelder auf die biologische Vielfalt zu analysieren, den Artenschutz in ihre Umweltmanagementsysteme zu integrieren und sich messbare und realistische Ziele zu setzen. ... Obwohl es schwierig sei, Unternehmen die Erhaltung von "Fröschen und Störchen" zuzuschreiben, weil das "Gemeinschaftsgüter" seien, sei der Zulauf größer, als er erwartet hätte, sagt Endrukaitis. "Die fragen sich ja auch, was haben wir davon."

falter.at - 21. Mai 2008
Ungeschützt
Wir halten uns an das eingangs zitierte Motto der proud mary und fangen mit einer leichten Meldung an: Diese Woche hat die "9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt" in Bonn begonnen. Und weil dieser Titel so langweilig daherkommt, heißt die Kurzform "Artenschutzkonferenz der Uno". Bis zum 30. Mai werden rund 5200 Delegierte aus 190 Staaten über Strategien zur Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten verhandeln. Da gibt es auch einiges zu besprechen, denn nach offiziellen Angaben sind ein Drittel aller Amphibien, jede achte Vogelart und jede vierte Säugetierart gefährdet. Fast paradoxerweise sind es gerade wirtschaftliche Aspekte, die nun die konservatorischen Bemühungen unterstützen: das Interesse der Konzerne an genetischen Ressourcen und Inhaltsstoffen so wie der Wunsch der Urlauber nach spektakulären Naturlandschaften. Ohne Ferntourismus wäre die Serengeti heute ein riesiger Acker und es gäbe weltweit nicht die über 100.000 Schutzgebiete. Aber auch hier gibt es offenbar "gute" und "böse" Tiere, nämlich solche, die seit geraumer Zeit in einem bestimmten Gebiet leben, und jene, die neu zuwandern.

neues-deutschland.de - 20. Mai 2008
Alarmruf für den Artenschutz. Auftakt der UN-Konferenz über Biodiversität / Umweltschützer fordern verbindliche Zusagen
In Bonn hat die UN-Konferenz über biologische Vielfalt begonnen. Die Teilnehmer aus rund 190 Staaten wollen den weltweiten Schutz von Tier- und Pflanzenarten sowie von Ökosystemen verbessern. Umweltschützer warnen vor einem Gipfel der heißen Luft. Zur Eröffnung der UN-Konferenz über biologische Vielfalt hat sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel optimistisch über einen Erfolg des Treffens geäußert. "Deutschland ist zuversichtlich, dass diese Konferenz substanzielle Fortschritte bringen wird", erklärte der SPD-Politiker am Montag in Bonn. Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über biologische Vielfalt haben sich das Ziel gesetzt, das globale Artensterben bis zum Jahr 2010 deutlich zu reduzieren. Nun stünden sie am Scheideweg, sagte Gabriel. "Entweder machen wir substanzielle Fortschritte und erstellen eine ›Roadmap‹ in Sachen Biodiversität, oder die Weltgemeinschaft wird sich fragen, was es bewirkt, wenn 191 Staaten einen Vertrag unterschreiben." Bei der Konvention gehe es keineswegs nur um "Blümchenpflege", sondern um den Erhalt der biologischen Vielfalt, der für die Menschheit schlicht eine Überlebensfrage sei. Diejenigen, die am meisten unter dem drastischen Schwund biologischer Ressourcen zu leiden hätten, seien die Ärmsten der Armen.

neues-deutschland.de - 20. Mai 2008
Viel Skepsis, wenig Hoffnung. Nichtregierungsorganisationen mit Forderungen an Konferenz in Bonn
Delegierte aus rund 190 Staaten sind am Montag zur 9. UN-Biodiversitätskonferenz zusammengekommen. Aber auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NRO) aus aller Welt versuchen, in Bonn ihren Forderungen nach konkreten Beschlüssen zugunsten des Artenschutzes und nachhaltiger Nutzung von Ressourcen Nachdruck zu verleihen.

abendblatt.de - 20. Mai 2008
Hagenbeck-Chef appelliert an Uno-Konferenz: Rettet diese Tiere!
Es geht um die Zukunft unserer Erde: 6000 Experten aus 170 Staaten beraten seit gestern auf der Uno-Biodiversitätskonferenz in Bonn darüber, wie das weltweite Artensterben zu stoppen ist. Das Abendblatt zeigt heute auf jeder Seite ein vom Aussterben bedrohtes Tier. Warum ihre Rettung so wichtig ist, schildert Tierparkchef Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Sein Appell an die Uno-Konferenz: "Die Natur und ihr Artenreichtum haben mich schon als Kind fasziniert. Diesen Schatz an die nächsten Generationen weitergeben zu können ist mir sehr wichtig. Jedem Menschen sollte mittlerweile bewusst sein, dass, wenn einzelne Arten ausgerottet werden, das natürliche Zusammenspiel ins Ungleichgewicht gerät. Mit dem Aussterben einer scheinbar unbedeutenden Art ergibt sich im schlimmsten Fall eine katastrophale Kettenreaktion in der Natur. Hinter jedem Individuum steht ein komplexer Lebensraum. Den gilt es zu schützen. Dabei muss man nicht in die Ferne schweifen: Unsere Nationalparks in Deutschland zeigen uns: Um eine Monokultur wieder zu einem ursprünglichen Wald mit dem entsprechenden Artenreichtum umzuwandeln, muss man in Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten denken. Im Arten- und Naturschutz müssen wir schnell handeln, uns aber bewusst sein, dass wir einen langen Atem brauchen! ... "

hna.de - 20. Mai 2008
Teilweise dramatisch. Artensterben - Insekten, Vögel, Fledermäuse und Amphibien besonders betroffen
"Es sieht teilweise dramatisch aus." Dr. Reiner Kunz von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel bezieht sich mit seiner Aussage auf das Artensterben. Bei der Weltnaturschutzkonferenz in Bonn wird derzeit auf dieses globale Problem aufmerksam gemacht. Von 174 in Hessen nachgewiesenen Arten seien bereits 9,8 Prozent ausgestorben, weitere 17,2 Prozent seien von der Ausrottung stark bedroht, sagt der studierte Geologe und Paläontologe. "Nehmen wir den Raubwürger, auch ein Vogel, der immer im Raum Wolfhagen gebrütet hat, er steht unmittelbar vor der Ausrottung bei uns", sagt Kunz.

netzeitung.de - 20. Mai 2008
Umweltschutz zuhause: So retten Sie die Welt
In Bonn suchen Experten gerade nach Wegen, wie Staaten die Zerstörung der Biovielfalt stoppen können. Aber auch im Alltag lässt sich einiges tun. Sieben Tipps, wie Sie zum Artenschützer werden.
1. Lassen Sie Ihren Garten gezielt verwildern
2. Essen Sie keine Schillerlocken
3. Setzen Sie sich nicht auf Tropenholz
4. Frauen Sie sich über Bergblumen - reißen Sie sie nicht aus
5. Halten Sie sich keine exotischen Schlangen
6. Investieren Sie ökologisch bewusst
7. Sagen Sie es Ihren Freunden

tagesanzeiger.ch - 20. Mai 2008
Pro Natura fordert von Leuenberger Engagement zu Biodiversität
Die Umwelschutzorganisation Pro Natura hat Bundesrat Leuenberger aufgefordert, sich an der Bonner Artenschutzkonferenz kompromisslos für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen. Auch die Schweiz sei dabei, bei sich das Artensterben nicht aufhalten zu können. ... So seien knapp 80 Prozent aller Reptilien in der Schweiz "Rote-Listen-Arten", also entweder gefährdet oder vom Aussterben bedroht. 70 Prozent aller Amphibien seien auf der Roten Liste, auch rund 70 Prozent unserer Libellen. Ein entscheidender Beitrag zur Erhaltung der Arten kommt nach Meinung von Pro Natura der Landwirtschaft zu.

jetzt.sueddeutsche.de - 20. Mai 2008
Giftige Frösche, stinkende Sümpfe: Warum Biodiversität so wichtig ist
Gestern hat die 9. Naturschutzkonferenz der Vereinten Nationen in Bonn begonnen. Über 5000 Politiker, Wissenschaftler und NGO-Vertreter diskutieren bis zum 30. Mai darüber, wie die biologische Vielfalt bewahrt werden kann. Doch wozu brauchen wir eigentlich giftige Frösche, stinkende Sümpfe und bizarre Urwaldgewächse? jetzt.de hat bei Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter Naturschutz im Bundesumweltministerium und deutscher Verhandlungsführer auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn, nachgefragt.

focus.de - 20. Mai 2008
Artenschutzkonferenz. Hilfe für Entwicklungsländer
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Industriestaaten die Einrichtung von Naturschutzgebieten in ärmeren Ländern finanzieren. Als deutsche Initiative präsentierte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn heute das weltweite "Life Web": "Die Idee der Initiative ist es, dass vor allem Entwicklungsländer wertvolle Naturgebiete unter Schutz stellen und dies gemeinsam mithilfe von Industrieländern auch finanzieren können. Die eine Seite bringt Gebiete ein, die andere Seite das Geld", erklärte Gabriel. Deutschland werde in einem ersten Schritt jährlich 40 Millionen Euro bereitstellen."Life Web" ist eine Internet-Plattform, die das freiwillige Engagement der Staaten für neue Schutzgebiete mit den Zusagen von Geldgebern zusammenführen soll.

rf-news.de - 20. Mai 2008
Dramatisches Artensterben erfordert wirksame Sofortmaßnahmen - Bonner Konferenz lenkt davon ab
Vom 19. bis 30. Mai tagt die UN-Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt in Bonn. Rund 6.000 Vertreter der 191 Unterzeichnerstaaten der Artenschutz-Konvention sind gekommen, dazu viele Organisationen, die ihren Protest gegen das Artensterben und das Desaster der UN-Politik zum Ausdruck bringen. 1994 trat die UNO-Konvention für Artenvielfalt ("Convention on Biological Diversity" - CBD) in Kraft. Seitdem hat sich das Tempo des Artensterbens - seit 1970 waren 27 Prozent der damals bestehenden Arten betroffen - weiter beschleunigt und liegt bereits zehntausendmal höher als die natürliche Aussterberate.
Es ist ein wesentlicher Bestandteil des begonnenen Umschlags in die globale Umweltkatastrophe: Die meisten Lebewesen, ob Tiere oder Pflanzen, sind nicht in der Lage, sich den rasant veränderten Umweltbedingungen anzupassen. So bringen das Schmelzen des Polareises und der Anstieg der Meerestemperaturen nicht nur verheerende Stürme hervor, sondern sie verlangsamen auch das Wachstum des Planktons, das bisher für 50 Prozent der weltweiten Photosynthese, also der Verwandlung von Kohlenstoff in Sauerstoff, aufkommt. ... Das Artensterben als Teil des begonnenen Umschlags in eine globale Umweltkatastrophe verlangt den Aufbau einer internationalen Front des aktiven Widerstands, die gegen die Profitgier der Monopole wirksame Sofortmaßnahmen durchsetzen kann.

tagesspiegel.de - 19. Mai 2008
Konferenz für Tiere. In Bonn wird ab heute über einen neuen Artenschutzvertrag verhandelt. Wie bedroht ist die Vielfalt auf der Erde?
Niemand weiß genau, wie viele Arten von Lebewesen es auf der Welt gibt. Die Schätzungen liegen bei zehn bis 100 Millionen. Bekannt und beschrieben sind nur etwa 1,8 Millionen Arten, auf ihre Gefährung hin untersucht wurden rund 40 000. Die größte Artenvielfalt existiert in 17 Ländern, überwiegend im Tropengürtel der Erde. In Brasilien zum Beispiel sind 56 000 Arten beschrieben worden, in China 32 000. Auch Madagaskar ist ein sehr artenreiches Land, und wegen der Insellage sind mehr als 90 Prozent der dort lebenden Arten endemisch: Sie kommen nur auf Madagaskar vor. Doch um die Artenvielfalt auf der Welt ist es schlecht bestellt. Die Korallenriffe in der Karibik zum Beispiel sind schon zu 80 Prozent abgestorben. 35 Prozent aller Mangroven, das sind Bäume, die Ebbe und Flut vertragen und sehr große, starke Wurzeln schlagen, wurden innerhalb der vergangenen 20 Jahre vernichtet. Mangroven sind für viele Fischarten die "Kinderstube". Und Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Lebensräumen der Meere, sie sind die "Regenwälder der Ozeane". ... In Bonn soll es nun zwei Wochen lang genau darum gehen - um Biodiversität (biologische Vielfalt) und um die Frage, wie zumindest die noch vorhandenen Reste von Wildnis geschützt werden können. Die 189 Vertragsstaaten der Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) haben sich vorgenommen, bis 2010 ein weltweites Schutzgebietsnetz auf dem Land und bis 2012 auf den Weltmeeren auszuweisen. Einfach wird das nicht werden. Eine Vorahnung geben die Probleme, die Deutschland damit hatte, Schutzgebiete nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU auszuweisen - trotz einer starken Ökobewegung und eines großen Umweltbewusstseins. Denn Naturschutz heißt immer, dass es Nutzungsbeschränkungen geben muss. Dagegen wehren sich in der Regel Bauern, Jäger und Bürgermeister, weil sie um Entwicklungsmöglichkeiten fürchten.

swr.de - 19. Mai 2008
UN-Naturschutzkonferenz 2008. Was passiert, wenn der Laubfrosch ausstirbt
Jeden Tag sterben 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Auch früher verschwanden immer wieder Arten von der Erde, aber nie in einem so rasanten Tempo. In den vergangenen 25 Jahren ist nach Angaben der Umweltorganisation WWF die biologische Vielfalt um 25 Prozent zurückgegangen. Dafür sorgt unter anderem der von Menschen verursachte Klimawandel und der steigende Bedarf an Lebensmitteln, Energie und Nutzfläche. Eine große Artenvielfalt ist allerdings für das Überleben der Menschheit wichtig. Deshalb suchen ab heute Experten aus rund 190 Ländern auf der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn nach Wegen, wie sie das rasante Artensterben aufhalten können.

pressrelations.de - 19. Mai 2008
Heinz Sielmann Stiftung zeigt ihr Wildnisgroßprojekt "Döberitzer Heide" auf der 9. UN - Biodiversitätskonferenz Vorbildprojekt für die Sicherung der heimischen Artenvielfalt
Die Heinz Sielmann Stiftung präsentiert auf der 9. UN-Weltnaturschutzkonferenz zum Schutz der Biodiversität vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn ihr Wildnisgroßprojekt "Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide" als Vorbildprojekt zur Sicherung des Nationalen Naturerbes. Der Ausstellungsbeitrag über den ehemaligen Truppenübungsplatz am Stadtrand Berlins zeigt beispielhaft, mit welchen Konzepten regional eine außerordentliche biologische Vielfalt gepflegt und erhalten werden kann. "Die unzerschnittene Mosaiklandschaft der Döberitzer Heide ist mit ihrer Artenvielfalt von rund 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten ein Hotspot der nationalen Biodiversität", sagt Stiftungsvorstand Michael Spielmann. Auf rund 3.500 Hektar Fläche befinden sich Heiden, Sandfluren, Trockenrasen, Moore, Hute- und Niederwälder mit einem reichen Arteninventar. Realisiert wird das Projekt im Auftrag der Stiftung von der Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide gGmbH. "Das Konzept der Heinz Sielmann Stiftung zur Sicherung der unterschiedlichen Lebensräume und der Artenvielfalt in der Döberitzer Heide zielt darauf ab, die wertvollen offenen und halboffenen Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes zu erhalten", erläutert Stiftungsvorstand Walter Stelte. Zu diesem Zweck sollen große Pflanzenfresser - Wisente, Przewalski-Wildpferde und Rotwild - in einer rund 2.000 Hektar großen Kernzone des Gebietes ausgewildert und somit für die Artenvielfalt bedeutsame Flächen durch das Äsungsverhalten der Tiere offen gehalten werden.

welt.de - 19. Mai 2008
Apropos Artenvielfalt - was ist überhaupt eine Art?
Ab heute beraten auf der UN-Artenschutzkonferenz COP9 in Bonn Experten aus 190 Staaten über den Schutz der Biodiversität und der biologischen Vielfalt. Doch selbst unter Forschern ist längst nicht klar, was genau eine Art ist. "Was sich schart und paart, das gehört zu einer Art", lacht Matthias Glaubrecht, Leiter der Abteilung Forschung am Berliner Museum für Naturkunde - und schränkt sofort ein: "Nun, leider ist es in der Biologie nicht ganz so einfach." Schon Charles Darwin mogelte sich um eine Definition der biologischen Grundeinheit "Art" herum. Zwar revolutionierte er 1858 die Biologie mit der Erkenntnis, dass Arten nicht einfach da sind, sondern sich entwickeln. Was genau eine Art ist, das allerdings sei sehr komplex. Darwin sprach vom "defining the undefinable". Wer Arten unterscheiden wolle, möge sich doch an einen Fachmann wenden. Doch 150 Jahre später wissen diese Fachleute es noch immer nicht so genau. Eine Definition, auf die sich viele Taxonomen heute berufen, geht auf Christian Leopold Freiherr von Buch und das daraus weiterentwickelte biologische Artkonzept von Ernst Mayr zurück. 1819 bemerkte von Buch, dass sich Tiere einer Art miteinander paaren und fortpflanzungsfähige Nachkommen zeugen. Aus einer Liaison von Pferd und Esel aber, die zu verschiedenen Arten gehören, gehen mit Maulesel oder Maultier nur sterile Nachkommen hervor. Zudem, so von Buch, entstehen aus einer Art dann Tochterarten, wenn sie geografisch getrennt werden. "In den letzten 30 Jahren ist es aber zu einer regelrechten Inflation der Artkonzepte gekommen", sagt Glaubrecht. Gründe dafür mögen die Diskussion über die Biodiversität, die Angst vor dem zunehmenden Artensterben und das Aufkommen molekularbiologischer Methoden sein. ... Ohne dass Biologen in der Natur lebende Organismen sammeln, sie mit Vergleichsexemplaren in den wissenschaftlichen Sammlungen und Typusexemplaren vergleichen, ist eine Artbestimmung nicht möglich. Und ohne eine Datenbank, in der die von verschiedenen Forschern bestimmten Arten nach strengen Kriterien kategorisiert und mit ihren Genmarkern abgeglichen werden, ist eine Inventur des Lebens nicht möglich. "Ein Projekt wie die 'Encyclopedia of Life', wie sie der Soziobiologe Edward O. Wilson ins Leben gerufen hat, ist eine schöne Sache", sagt Zizka. Nach dem Wikipedia-Prinzip soll im Internet eine riesige Arten-Datenbank wachsen. "Aber das ist auch der Haken", sagt Zizka. "Eine Datenbank macht nur dann Sinn, wenn sie von Experten nach strengen wissenschaftlichen Kriterien aufgebaut und gepflegt wird." In Fachkreisen werden solche Datenbanken bereits diskutiert, einzelne, wie "fishbol.org" oder "barcodingbirds.org", bergen eine Vielzahl von Geninformationen über Fische und Vögel. Doch die Genbanken bilden immer nur einen Ist-Zustand ab. Dabei ist Biologie ein ständiges Vergehen und Werden.

swissinfo.ch - 19. Mai 2008
Umweltorganisationen demonstrieren in Bonn für biologische Vielfalt
Zum Auftakt der Weltnaturschutzkonferenz in Bonn hat der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel die Staatengemeinschaft eindringlich zum Handeln gegen die Zerstörung des biologischen Reichtums der Erde aufgerufen. Das Leben auf der Erde sei "an einem entscheidenden Punkt", sagte Gabriel in seiner Begrüssungsrede vor über 5000 Delegierten aus 190 Staaten. Dem raschen Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten sowie der Zerstörung von Wäldern und Meeressystemen müsse Einhalt geboten werden. Umweltorganisationen demonstrierten unterdessen für den Erhalt der biologischen Vielfalt auf der Erde. Der deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) machte mit grossen weissen Holzkreuzen auf die Bedrohung vieler Arten aufmerksam.

idw-online.de - 19. Mai 2008
Biodiversität als Ressource
Was wird der Verlust der Artenvielfalt auf Dauer kosten? Wie viel müssten Volkswirtschaften jetzt investieren, um diesen Schwund zu bremsen? Und welche Kosten kommen durch Nichthandeln auf uns zu? Solche Fragen stellt die Vorstudie zur Ökonomie von Ökosystemen und Biodiversität (TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity) unter der Leitung von Pavan Sukhdev, Chef des Londoner "Global Market Centre" der Deutschen Bank, die das Bundesministerium für Umwelt (BMU) und die EU in Auftrag gegeben haben. Die wissenschaftlichen Beiträge zu dieser ersten Studie wurden im Auftrag des BMU vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung -UFZ co-koordiniert. Am 29. Mai werden die ersten Ergebnisse auf einer Pressekonferenz am Rand der 9. UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt COP9 in Bonn vorgestellt, gefolgt von einer Publikumsveranstaltung am Abend.

dailynet.de - 19. Mai 2008
Lutz Heilmann: UN- Konferenz zur biologischen Vielfalt braucht konkrete und effektive Beschlüsse
"Der rapide Verlust von Arten und die massive Zerstörung von Lebensräumen durch die Industrie muss gestoppt werden. Deutschland muss den Vorsitz der Konferenz nutzen, um konkrete Entscheidungen zu treffen", so Lutz Heilmann zum Beginn der 9. Vertragstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt. Der naturpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE erklärt weiter: "Artenschutz benötigt bis 2015 mindestens 30 Milliarden Euro, um unsere Tier- und Pflanzenarten erhalten zu können. Das betrifft zu installierende Schutzgebietsnetze auf dem Land und auf den Meeren. Ebenso müssen verbindliche Regelungen für Länder getroffen werden, die wirtschaftliche Vorteile aus der Nutzung genetischer Ressourcen ziehen. Die Bundesregierung darf dabei keine wachsweichen Formelkompromisse abschließen um den Naturschutzgipfel als Erfolg zu verkaufen. Der Verlust der Artenvielfalt ist ebenso dramatisch wie der Klimawandel. Es bleibt nur noch wenig Zeit zum Umsteuern. Wird nicht bald gehandelt, gehen ganze Naturräume unwiederbringlich verloren. Die katastrophalen Folgen kann man auch in Birma sehen, wo die schützenden Mangrovenwälder weitgehend abgeholzt wurden. So hatten die Fluten leichtes Spiel - mit den erschütternden Folgen, die wir derzeit täglich in Nachrichten sehen."

dailynet.de - 19. Mai 2008
WWF fordert: "Bring our Earth in Balance"
Mit einem spektakulären Hochseilakt über dem Konferenzgelände begleitet der WWF am heutigen Montag den Auftakt des zweiwöchigen UN-Gipfels zur biologischen Vielfalt in Bonn. Die beiden Töchter der Traber-Familie, Anna (22) und Katharina (20), fahren in Anwesenheit ihres Vaters auf einem Fahrrad über ein in 40 Meter Höhe aufgespanntes Seil. Auf der einen Seite balancieren sie einen Planeten, auf der anderen die klare Forderung des WWF an die 5000 Delegierten der Konferenz: "Bring our Earth in Balance". "Wir unterstützen den WWF gern. Es ist uns eine Herzensangelegenheit, ein Zeichen für den Erhalt unserer Erde zu setzen", erläutert Johann Traber das Engagement seiner Familie. ... "Unser Planet ist in Schieflage. Die Bonner Konferenz entscheidet darüber, ob die internationale Gemeinschaft ihr Ziel noch erreichen wird, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 deutlich zu mindern", so Christoph Heinrich, Leiter Naturschutz beim WWF Deutschland. Das Artensterben ist alarmierend. Laut dem vom WWF vorgelegten "Living Planet Index" hat die Artenvielfalt seit 1970 um 27 Prozent abgenommen. Untersucht wurde das Vorkommen von 4.000 Populationen 1.500 verschiedener Wirbeltier-Arten.

afp.google.com - 19. Mai 2008
Gabriel wirbt zum Auftakt von UN-Konferenz für Artenschutz
Zum Auftakt der UN-Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) in Bonn die Teilnehmer aus rund 190 Staaten zu Zusammenarbeit und fairen Verhandlungen aufgerufen. "Lassen Sie uns alle zusammen arbeiten unter dem Motto 'eine Natur, eine Welt, unsere Zukunft'", sagte Gabriel vor den rund 5000 Delegierten. "Lassen Sie uns versuchen, den Standpunkt des anderen zu verstehen." Der Minister betonte, bei der zweiwöchigen UN-Konferenz gehe es angesichts der rapide wachsenden Weltbevölkerung nicht nur um den Schutz von Tieren und Pflanzen, sondern um Strategien grundsätzlicher Bedeutung auch für die Zukunft der Menschheit.

derstandard.at - 19. Mai 2008
UNO-Konferenz will völkerrechtliches Abkommen erzielen. Vertreter aus 190 Ländern diskutieren Strategien gegen das weltweite Artensterben
Kampf dem Artensterben: Seit Montag, kommen in Bonn Vertreter aus 190 Ländern zusammen, um über die Erhaltung der Biodiversität zu beraten. Bei der UNO-Konferenz soll auch der Boden für ein völkerrechtliches Abkommen bereitet werden, der in zwei Jahren beschlossen werden könnte. Während der Klimawandel in den vergangenen Jahren im Zentrum der weltweiten öffentlichen Debatte stand, kann sich der Artenschutz, der eine mindestens gleich große Herausforderung darstellt, über eine solche Aufmerksamkeit nicht freuen.

rundschau-online.de - 19. Mai 2008
Arten sterben immer schneller
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat insgesamt weltweit 40 000 Tiere, Pflanzen und Pilze auf ihre Bedrohung hin untersucht: Mehr als 16 000 davon sind vom Aussterben bedroht, darunter etwa ein Viertel der untersuchten Säugetiere, ein Drittel der geprüften Amphibienarten und 12 Prozent aller Vogelarten. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums übersteigt die aktuelle Rate des globalen Artensterbens die angenommene natürliche Aussterberate um das 100- bis 1000-fache. Jährlich werde eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar zerstört - das ist etwa die dreifache Größe der Schweiz. Innerhalb der vergangenen 35 Jahre seien außerdem rund 35 Prozent aller Mangroven vernichtet worden. Karibische Korallenriffe seien bereits zu 80 Prozent zerstört. Setzt sich in den Weltmeeren die gegenwärtige Raubbau-Fischerei fort, werden nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO die Bestände völlig zusammenbrechen. Es werde dann von 2050 an keine kommerzielle Meeresfischerei mehr möglich sein, was sich auch verheerend auf die Ernährungslage auswirken werde.

care-and-click.org - 19. Mai 2008
Konferenz der Tiere
Löwe Alois, Elefant Oskar und Giraffe Leopold sind besorgt. Beim abendlichen Savannen-Stammtisch an der Wasserstelle sind vor allem die Menschen das Thema: Ihre Kriege, und Hungersnöte und jetzt auch den Klimawandel. Eine Konferenz der Tiere wird einberufen um endlich den Frieden und das Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit der Erde unter den Menschen durchzusetzen. Die Konferenz ist in Erich Kästners Roman Die Konferenz der Tiere notwendig, weil die menschlichen Verantwortlichen auch nach der 84. Konferenz keine Lösung für Ihre Streitigkeiten gefunden haben. Der Roman erschien im Jahr 1949 und seit dem scheint sich wenig am Verhältnis von Mensch und Tier verändert haben. Die heute in Bonn beginnende 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD) ist das letzte Treffen seiner Art vor dem Jahr 2010. Bis dahin sollte das 1992 in Rio de Janeiro festgesetzte Ziel, den weltweit anhaltenden Verlust der Biodiversität entscheidend zu verringern, erreicht werden. Die Delegierten wollen dafür in den kommenden Tagen einen Maßnahmenkatalog festlegen. So soll beispielsweise über das Einrichten von Schutzgebieten sowie ein Normenkatalog für die Nutzung von Pflanzen und Tieren in den zwei Wochen der Konferenz erarbeiten werden.

heute.de - 19. Mai 2008
Gabriel zeichnet auf Artenschutzkonferenz Bild des Grauens. UNO-Konferenz in Bonn eröffnet
Das Leben auf der Erde sei "an einem entscheidenden Punkt", sagte Sigmar Gabriel vor mehr als 6000 Teilnehmern aus aller Welt. Wegen der Überfischung der Meere stünden die Fischbestände vor dem Kollaps, die Wälder seien weltweit bedroht. Dem raschen Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten sowie der Zerstörung von Wäldern und Meeressystemen müsse Einhalt geboten werden. Es gehe nicht nur um die bloße Konservierung von Natur, sondern darum, "wie wir unsere Leben auf der Erde organisieren".

zeit.de - 19. Mai 2008
"Wir machen nur Trippelschritte"
Heute beginnt die UN-Artenschutzkonferenz im Bonn. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel warnt im Interview vor verbindlichen Festlegungen und setzt auf ehrenamtliche Arbeit.

spiegel.de - 19. Mai 2008
UNO-GIPFEL IN BONN. "Artenschutz ist nicht Gucci"
Artenschutz ist für das Überleben der Menschheit ebenso wichtig wie Klimaschutz, sagt Klaus Töpfer. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview spricht der ehemalige Uno-Umweltchef über den Wert der Natur, verfehlten Artenschutz - und den Sinn von Mammutkonferenzen.

rp-online.de - 19. Mai 2008
Weltnaturschutzkonferenz in Bonn. Alle zwölf Minuten stirbt eine Art aus
Es sind beliebte Tiere wie der Eisbär, der Delfin oder das Flusspferd, die das Artensterben greifbar machen. Doch diese bedrohten Tierarten stehen für viele weitere, die still und vom Menschen beinahe unbemerkt von der Erde verschwinden: die indonesische Libelle, die Rote Koralle - auch sie gehen unwiederbringlich verloren. Manchmal wird das Artensterben konkret. So wie im Fall von "Lonesome George", eine Riesenschildkröte von den Galapagos-Inseln. Er ist der letzte seiner Art, der Geochelone nigra abingdoni. "Lonesome George" ist 80 Jahre alt. Wie lange es diese Schildkröten-Art noch geben wird, ist also abzusehen. Besondere Sorge bereitet Umweltschützern der Regenwald. Mehr als die Hälfte aller Säugetier-Arten weltweit lebt in den Dschungelregionen entlang des Äquators. Welche Folgen das Artensterben für die Umwelt haben wird, ist heute kaum abzusehen: Zu kompliziert sind die biologischen Zusammenhänge. Auch die wirtschaftlichen Folgen sind drastisch: Die weltweite Naturzerstörung soll die Menschheit Studien zufolge jährlich rund zwei Billionen Euro kosten. Bei der Artenschutz-Konferenz in Bonn soll nun über Strategien zum Schutz von Tieren und Pflanzen beraten werden. Als eines der wichtigsten Ziele gilt die Eindämmung der Biopiraterie. Das bedeutet, dass die westliche Industrie die natürlichen Ressourcen der Industrieländer ausplündert, sie etwa für Medikamente nutzt, ohne den Einheimischen dafür etwas zurückzuzahlen. Geplant sind nur Vereinbarungen zwischen Industrie- auf der einen sowie Schwellen- und Entwicklungsländern auf der anderen Seite, die einen gerechten finanziellen Ausgleich schaffen sollen.

presseportal.de - 19. Mai 2008
PEFC: Aktion Vielfalt am 23. Mai in Bonn anlässlich der 9. UN-Umweltkonferenz
Artenschutz fängt vor der eigenen Haustür an, darauf macht der PEFC Deutschland e. V. (Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen) in einer spektakulären Aktion am Freitag, den 23. Mai, auf dem Bonner Münsterplatz aufmerksam. Das Motto der Aktion VIELFALT: "Stille Stars im deutschen Wald". Wer bislang noch nicht einmal von der Existenz seltener Baumarten wie dem Speierling, der Mehlbeere oder der Eibe wusste, hat nun sogar die seltene Gelegenheiten, eine dieser Pflanzen mit nach Hause zu tragen. ... Die Sensibilisierung für die Schönheit und den Artenreichtum auch unseres heimischen Waldes ist Ziel der Aktion VIELFALT.

zeit.de - 19. Mai 2008
UN-Naturschutzkonferenz: Gabriel fordert Finanzkonzept zum Artenschutz
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat am Montag in Bonn die weltweit größte und bedeutendste Naturschutzkonferenz des Jahres eröffnet. Rund 5000 Teilnehmer aus 191 Ländern wollen unter dem Dach der Vereinten Nationen in den kommenden zwei Wochen über den Erhalt der biologischen Vielfalt auf der Erde verhandeln. Wissenschaftler und Umweltverbände fordern ein entschlossenes Handeln der Völkergemeinschaft: Mit dem andauernden Verlust an ökologisch wichtigen Lebensräumen sowie von Tier- und Pflanzenarten steht ihrer Ansicht nach auch die Zukunft des Planeten auf dem Spiel.

pnp.de - 19. Mai 2008
Und täglich stirbt ein Stück Natur
Nicht dass die Pumas im Yosemite Tal im Westen der USA für sich allein gesehen nicht schützenswert wären. Aber dass sie fast ausgerottet sind, ist nicht nur für die Pumas ein Problem. Denn wie Biologe William Ripple in der Online-Ausgabe von "Biological Conservation" berichtet, vermehren sich wegen der fehlenden Pumas die Hirsche übermäßig - und werden immer übermütiger. Sie äsen an Stellen, an die sie sich früher nie getraut hätten. Für die Schwarzeiche wiederum, das Lieblingsfutter der Hirsche, ist das fatal. Sie ist bereits so geschwächt, dass auf einmal die Kiefer überhand nimmt. Und unter dieser wiederum gedeihen nun auf einmal Farne und Gräser, die ihrerseits Primeln und Wiesenblumen verdrängen. Das verwirrt nun aber Nistvögel, Amphibien und Schmetterlinge. Ein anschauliches Beispiel dafür, wie in einem Ökosystem alles mit allem zusammenhängt. Den Teilnehmern der drei großen Konferenzen in Rio de Janeiro 1992 war das bereits klar. Wohl deshalb einigten sie sich nicht nur auf die Grundzüge des unter dem Namen Kyoto-Protokoll bekannt gewordenen Klima-Abkommens sowie einen Vertrag gegen die zunehmende Verwüstung der Erde, sondern auch auf die Konvention für Artenvielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD). Deren Ziele sind der Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sowie die gerechte Verteilung der Gewinne aus der Nutzung durch den Menschen. Dazu kann man aber nicht nur eine einzelne Art schützen, sondern muss immer das ganze System, den Lebensraum erhalten.

lifegen.de - 19. Mai 2008
BMBF steigert Forschungsausgaben zum Schutz der Artenvielfalt
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut nach eigenen Angaben seine Förderung für Forschungsarbeiten deutlich aus, die dem Erhalt der Artenvielfalt dienen. Das sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Montag anlässlich des Beginns der UN-Artenschutzkonferenz. Das BMBF leiste mit der Förderung der Biodiversitäts-Forschung einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der UN-Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt (CBD), über die in dieser und in der nächsten Woche rund 5000 Konferenzteilnehmer in Bonn beraten. "Es sind die Wissenschaftler, die Strategien entwickeln, wie der Schwund der Artenvielfalt zu stoppen ist", sagte Schavan. Sie kündigte an, die Aktivitäten um den Förderschwerpunkt zum Nachhaltigen Landmanagement zu erweitern.

scinexx.de - 19. Mai 2008
Keine Entwarnung beim Artensterben. Living Planet Index 2008: Dramatischer Rückgang der biologischen Vielfalt
Die biologische Vielfalt unseres Planeten ist von 1970 bis 2005 um 27 Prozent zurückgegangen. Dies geht aus dem neuen "Living Planet Index 2008" hervor, den der WWF anlässlich des heute beginnenden Bonner UN-Umweltgipfels veröffentlicht hat. Erstmals seit Mitte der 1970er Jahre ist der Index allerdings nicht weiter gefallen. "Es gibt jedoch leider keinen Grund zur Entwarnung. Nach einem dramatischen Einbruch der biologischen Vielfalt in den 1980er und 1990er Jahren erleben wir im Moment offenbar eine kurze Atempause beim Artensterben. Hier spiegeln sich sicher auch erste Erfolge im Naturschutz wider. Aber alle Anzeichen sprechen dafür, dass wir noch keine Trendwende erreicht haben. Das globale Tier- und Pflanzensterben geht weiter", so Christoph Heinrich, Leiter Naturschutz beim WWF Deutschland.

dradio.de - 19. Mai 2008
Planet mit Schwindsucht. Programmschwerpunkt "Artenvielfalt" zur 9. UN-Naturschutzkonferenz in Bonn
So manche Tierart fällt der Öffentlichkeit erst auf, wenn sie stört: Die Kleine Hufeisennase zum Beispiel, eine streng geschützte Fledermausart, lebte kaum bemerkt von der Öffentlichkeit nahe dem Elbufer bei Dresden - bis Naturschützer gegen den Bau der Waldschlösschenbrücke klagten, um die Tiere zu schützen. Allerdings vergeblich. Das ist kein Einzelfall: Wenn Infrastrukturprojekte oder Industrieansiedlungen gegen den Naturschutz stehen, ist es um den Bestand der geschützten Art oft geschehen. Auf der Erde spielt sich zurzeit ein großes Artensterben ab - das erste Massensterben, das von Menschenhand verursacht wird. Rund 15.000 Tier- und Pflanzenarten drohen in den nächsten Jahren unwiderruflich zu verschwinden. Die Liste der Ursachen ist lang: dazu gehört der Verlust von Lebensräumen wie im Fall der Hufeisennase, das großflächige Abholzen von Urwäldern, die Verschmutzung und Überfischung der Meere. Hinzu kommen landwirtschaftliche Monokulturen mit massivem Einsatz von Düngern und Pestiziden, außerdem Jagd und illegaler Handel mit Tropenholz und Trophäen, mit Kaviar und Elfenbein. Verschärft wird diese Entwicklung durch die Klimaerwärmung, die die gewachsenen Ökosysteme in nie gekanntem Tempo aus dem Gleichgewicht wirft. Artenvielfalt ist jedoch nicht nur ein Wert an sich - sie zahlt sich für den Menschen aus: Erstens ist es gerade die Vielfältigkeit, die Pflanzen und Tiere anpassungsfähig macht - auch an den Klimawandel - und damit ihnen das Überleben und uns die Ernährung sichert. Zweitens lassen sich die genialen Ideen der Natur analysieren und in unserem Alltag gebrauchen: Bionik nennt sich diese Wissenschaft; der Klettverschluss - der Klette abgeguckt - ist so eine Raubkopie aus der Natur genauso wie das Flugzeug. Drittens haben viele Pflanzen medizinische Wirkungen. Indigene und andere traditionelle Völker nutzen dies und oft geben sie ihr Wissen bereitwillig weiter. Inzwischen beuten moderne Forscher und Unternehmer diese Kenntnisse aus, häufig allerdings ohne die Urheber darüber zu informieren oder gar an den Profiten zu beteiligen. Wie solche Profite angemessen verteilt werden, ist nur ein Punkt von vielen, über die rund 5000 Delegierte aus 190 Ländern vom 19. bis zum 30. Mai in Bonn auf der 9. UN-Naturschutzkonferenz diskutieren und streiten werden. Grundlage ist die Biodiversitätskonvention (CBD) der Vereinten Nationen, die 1992 auf der Weltkonferenz in Rio de Janeiro verabschiedet wurde.

nibelungen-kurier.de - 19. Mai 2008
Pro Tag sterben 150 Arten. WWF fordert verbindlichen Schutz der tropischen Regenwälder
Die Umweltschutzorganisation WWF fordert angesichts von 150 aussterbenden Arten pro Tag "mehr als einen Ruck" beim Schutz der Natur. Dazu gehöre insbesondere ein verbindliches Programm zum Schutz der tropischen Regenwälder, sagte WWF-Naturschutzdirektor Christoph Heinrich am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Er forderte die Bundesregierung auf, hier einen deutlich größeren Beitrag als bisher zu leisten und sich für einen Finanztransfer an Entwicklungsländer zur Einrichtung von Schutzgebieten einzusetzen.

presseportal.de - 19. Mai 2008
"Kids for Earth" bringen Post für Sigmar Gabriel. 500 Kinder von Greenpeace demonstrieren bei der UN-Biodiversitätskonferenz in Bonn für den Urwaldschutz
Zum Auftakt der UN-Biodiversitätskonferenz (Convention on Biological Diversity, CBD) in Bonn, demonstrieren 500 Kinder und Jugendliche von Greenpeace für den Urwald- und Klimaschutz. Um 12 Uhr beginnt der Demonstrationszug der Kids aus Spanien, Holland, Brasilien, der Schweiz und Deutschland von den Rheinauen zum Tagungszentrum, dem Hotel Maritim in Bonn. Ab 14 Uhr werden die "Kids for Earth" auf der Haupttribüne des Konferenzgeländes Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), die Bonner Bürgermeisterin Bärbel Diekmann (SPD) und den Generalsekretär der CBD, Ahmed Djoghlaf, treffen. Die als Urwaldtiere, Bäume und Schmetterlinge kostümierten Kinder übergeben dort 30 Säcke mit der Aufschrift "Post für Sigmar". Damit stellen die "Kids for Earth" die Unterschriften von 115 000 Bundesbürgern zu, die von der deutschen Regierung mehr Urwald- und Klimaschutz fordern.

ksta.de - 19. Mai 2008
STICHHWORT: Konvention über biologische Vielfalt
Die Konvention über biologische Vielfalt ("Convention on Biological Diversity" - CBD) wurde 1992 auf dem Erdgipfel der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro verabschiedet. Rund 190 Länder, darunter Deutschland, sind dem Übereinkommen beigetreten. Die USA haben den Vertrag unterzeichnet, aber nicht ratifiziert. In Bonn hat am Montag die neunte Konferenz der Vertragsstaaten begonnen, die bis zum 30. Mai dauert. Deutschland ist zum ersten Mal Gastgeber.
... Die Konvention ist ein sogenanntes Rahmenabkommen. Die Vorgaben sind eher allgemein formuliert. Konkretisiert werden sie durch Beschlüsse der Vertragsstaatenkonferenz, die alle zwei Jahre zusammentritt.

faz.net - 19. Mai 2008
UN-Biodiversitätskonferenz in Bonn. "Es geht ums blanke Überleben"
Mehr als 6000 Experten aus 191 Staaten werden in den nächsten zwei Wochen in Bonn darüber diskutieren, wie es um die Umsetzung der 1993 in Kraft getretenen UN-Biodiversitätskonvention bestellt ist. Die auch von Deutschland ratifizierte Vereinbarung soll den Erhalt der biologischen Vielfalt und ihre nachhaltige Nutzung sowie einen gerechten Vorteilsausgleich aus der Nutzung der biologischen Vielfalt gewährleisten. Die Entwicklungsländer klagen über Biopiraterie, wenn etwa Pharmafirmen Heilpflanzen sammeln, um sich die Verwertungsrechte an Wirkstoffen zu sichern.

nnn.de - 19. Mai 2008
MECKLENBURG-VORPOMMERN. Adlern wird der Platz zu eng
Gefällte alte Bäume in Schutzgebieten, intensive Landwirtschaft mit Chemieeinsatz, reduzierter Gewässerschutz auf Ackerflächen, massiv ausgeweiteter Gen-Pflanzenanbau: Umweltschützer sorgen sich um Mecklenburg-Vorpommerns Naturschätze. 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten seien auch im Nordosten in Gefahr, erklärte Birgit Schwebs, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag. Nach wie vor sei das Bewusstsein für den Erhalt der Lebensgrundlage wenig ausgeprägt. "Es mangelt an vielerlei Regelungen, ob für Importe von Holz, Papier und Futtermitteln oder bei der Einführung von ökologischen Mindeststandards in der Forstwirtschaft." Dabei wird selbst vor geschützten Wäldern nicht Halt gemacht. So habe sich beispielsweise die Behandlung der Buchenwälder in MV nicht verbessert, kritisierte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes, Stefan Schwill. In Schutzgebieten würden alte Bäume gefällt, die Lebensraum für Schreiadler, Mittelspecht, Schwarzstorch und Mopsfledermäuse sowie viele Insekten seien. Das Land trage aber für diese Arten besondere Verantwortung, weil es sie anderswo nur selten oder gar nicht gebe.

badisches-tagblatt.de - 19. Mai 2008
Gabriel warnt vor Verlust der Biovielfalt
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat zum Auftakt der Weltnaturschutzkonferenz in Bonn 190 Staaten eindringlich zum Schutz des biologischen Reichtums der Erde aufgerufen. Das Leben auf der Erde sei "an einem entscheidenden Punkt." Das sagte Gabriel am Montag auf der UN-Konferenz mit mehr als 6000 Teilnehmern aus aller Welt. Dem raschen Verschwin