Zoo-AG Presseschau Nr. 54 vom 9. April 2001


Zoo und Artenschutz in der deutschsprachigen Online-Presse

Willkommen zur Zoo-Presseschau derZoo-AG Bielefeld

zusammengestellt von Dirk Petzold und Martina Raffel,mailto:redaktion@zoo-information.de

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Liebe Leser der Zoopresseschau,

heute eine außerplanmäßige Sonderausgabe!

Über die letzten Tage haben sich viele Meldungen zur Maul- und Klauenseuche angesammelt, die bis zum Ende der Woche schlicht nicht mehr aktuell wären. Vor allem geht es um die nun endlich erteilte Impferlaubnis der EU-Kommission, die aber an restriktive Auflagen gekoppelt ist.
Folglich streuen die Reaktionen der Zoos von erleichterter Zustimmung und Wiederöffnung des Zoos bis hin zu scharfer Kritik und neuen Sicherheitsmaßnahmen und sogar Parkschließungen. Die Diskussion ist bis in die FAZ vorgedrungen.

Ansonsten noch ein TV-Tipp für heute abend mit Artikeln dazu - alle anderen Meldungen folgen wie gewohnt am Donnerstag.

Eine schöne Karwoche, Dirk Petzold

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Maul- und Klauenseuche:

Südwest Presse 6.4.2001
Schutz für Zootiere
http://www.suedwestpresse.de/dc/html/news/news-ulm_ul/20010406ul_swp_poli0019.htm
Unterdessen hat sich die EU auf eine vorsichtige Lockerung des Impfverbots für Zootiere im Umkreis von 25 Kilometer um festgestellte MKS-Fälle einigt. Allerdings nur, wenn der Zoo Tiere beherbergt, die auf der roten Liste stehen. Dazu gehören Elefanten, Nashörner und bestimmte Antilopen-Arten.

Zürich, 20 Minuten 6.4.2001
EU genehmigt Impfung von Zootieren gegen MKS
http://www.20min.ch/news/vermischtes/story/4821053
Zootiere sollen unter bestimmten Bedingungen künftig gegen MKS geimpft werden dürfen. Dafür sprachen sich Veterinärexperten der EU aus. Die Lockerung des Impfverbots gilt für Zoos in einem Umkreis von 25 Kilometern um einen Hof, auf dem die ansteckende Krankheit ausgebrochen ist.

Frankfurter Allgemeine Zeitung 5.4.2001
Zoodirektoren fordern flächendeckende Impfung
http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=uptoday/content.asp&doc={E65887BD-050C-41AD-8EF6-23A94479CFC8}&rub={9E7BDE69-469E-11D4-AE7B-0008C7F31E1E}
Der Veterinärausschuss der EU hatte Mittwochabend beschlossen, Impfungen von Zootieren im Umkreis von 25 km um festgestellte Fälle von MKS zuzulassen. Allerdings nur, wenn der Zoo Tiere beherbergt, die auf der roten Liste stehen.
„Das geht in die richtige Richtung. Aber eine wirklich gute Lösung ist das nicht“, beurteilt Dieter Jauch, der Vorsitzende des VDZ wünscht sich nach wie vor eine flächendeckende Impfung.
Die jetzt geltende Regelung sieht er sogar als Gefahr. Wenn Tiere geimpft werden, gilt der Tierpark als nicht mehr MKS-frei. Dann können auch keine Tiere mehr in einen MKS-freien Zoo gebracht werden.
Außerdem besteht die EU-Vorschrift weiter, nach der beim Ausbruch im Umkreis von drei Kilometern alle Paarzeher generell getötet werden muss. Deshalb müsse im Ernstfall auch ein seltenes Zootier umgebracht werden. „Diese Tötungsverfügung hätte lieber abgeschafft werden sollen“.
Wenn in einem Tierpark wirklich die Seuche ausbricht, „sollte der Zoo unter Quarantäne gestellt werden“. Jauch ist sich sicher, dass Wildtiere ohnehin weniger anfällig. 1957 sei im Stuttgarter Zoo zum letzten Mal die Seuche ausgebrochen. „Nach 40 Tagen war die Seuche überstanden, nur zwei Ferkel sind gestorben“
Der stellvertretende Kölner Zoodirektor Olaf Behlert hat an dem Beschluss auf EU-Ebene mitgearbeitet. Behlert sagte, dass die aufgetretenen Fälle in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden durch direkte Tierkontakte ausgelöst worden sind. „Die Infektion folgt, wie seit Jahrhunderten, den Handelswegen“, und komme nicht über Schuhsohlen, Kleidung oder Reifen von Transportfahrzeugen.

Bonner Rundschau 6.4.2001
Kritik und Lob für Impfbeschluss
http://rundschau-online.de/politik/1585110.html
Der Kölner Zoo öffnet heute wieder seine Pforten. Doch mit diesem Schritt steht er in Deutschland weitgehend allein.
Was die Zoo-Nation spaltet, ist die Entscheidung der EU-Kommission, MKS-Impfungen in Zoos zuzulassen, wenn sich darin Tiere befinden, die vom Aussterben bedroht sind, wenn MKS-Fälle im Umkreis von 25 km aufgetreten sind.
Mit der Brüsseler Entscheidung sei ein "großer Schritt in die richtige Richtung" unternommen worden, sagt der stellvertretende Direktor des Kölner Zoos, Olaf Behlert. Falls es einen MKS-Fall gebe, könne man jetzt noch rechtzeitig mit dem Impfen beginnen. "Wir begrüßen das außerordentlich", sagt auch Henning Wiesner, Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn.
Kritischere Töne kommen aus Hamburg: "Diese Maßnahme ist idiotisch und hat nur eine Alibi-Funktion", schimpft etwa der Hamburger Zoodirektor Carl Claus Hagenbeck. "Die Zoos können erst dann impfen, wenn es schon zu spät ist." Erst fünf Tage nach einer Impfung bildeten sich Antikörper. Ein Umkreis von 25 Kilometern sei "ja schon Schussweite".
Ähnliches ist aus dem Tierpark Aachen zu hören. Die Vorlaufzeit für eine mögliche Impfung sei lächerlich, sagt Direktor Wolfram Graf-Rudolf. "Entweder wir entscheiden uns endlich zum Impfen. Oder tausende Tiere müssen sterben, wenn uns die Seuche erreicht."

Hamburger Abendblatt 6.4.2001
Hagenbeck greift Brüssel an: Ich will meine Tiere impfen
http://www.abendblatt.de/contents/ha/news/lokales/html/060401/1706AUFM1.HTM
Das Aufatmen war von kurzer Dauer. Als Tierpark-Chef Dr. Carl Claus Hagenbeck die Nachricht erreichte, dass das Impfen von Zootieren von der EU freigegeben sei, machte sich für wenige Minuten Erleichterung in Stellingen breit. Da hatte er das Kleingedruckte noch nicht gelesen . . . "Das ist doch der helle Wahnsinn!" - und seine Gesichtszüge sind so angespannt wie zuvor. "Mit den Einschränkungen, die daran geknüpft sind, kommen wir keinen Schritt weiter."
"25 Kilometer ist nichts, wenn man bedenkt, mit welcher Rasanz der Virus durch England marschiert ist. Das Zehnfache macht Sinn: 250 Kilometer. Einen Tag braucht es, die Impfstoffe zu bekommen. Ich darf sie mir im Tierpark nicht in den Kühlschrank legen. Dann beginnt unser Tierarzt mit dem Impfen. Bei rund 350 Tieren braucht er zwei bis drei Tage. Und dann vergehen noch einmal bis acht Tage, bis ein belastbarer Schutz eintritt. Macht zwölf Tage - wenn die Seuche vor der Tür steht. Was soll das Ganze noch?"
Da nicht schon bei einem Verdacht geimpft werden darf, kommen noch einmal drei Tage dazu, in denen auf das Ergebnis der Bundesforschungsanstalt gewartet werden muss.
"Dürfen wir nun nur unsere Rote-Liste-Tierarten impfen oder alle, weil wir welche im Bestand haben?"
"Europa gilt doch schon längst nicht mehr als seuchenfrei. Die rein wirtschaftlichen Gründe müssen endlich vom Tisch!"
Auf Anfrage der Veterinärbehörde hat Carl Claus Hagenbeck heute seine Stellungnahme zu dem EU-Papier abgegeben. "Doch eigentlich müssten die Zoos gleich die EU verklagen - zum Schutz unserer Tiere." Von CLAUDIA SEWIG

Bonner Rundschau 6.4.2001
Trotz MKS: Der Zoo öffnet
http://rundschau-online.de/koeln/1585366.html
Der Zoo ist wieder auf - nach zwei Wochen Zwangspause, die Vorsichtsmaßnahmen bleiben bestehen.
Zoodirektor Nogge begründete die Öffnung damit, dass bisher die Seuche in allen Fällen durch direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen worden sei. "Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass die Tiere den Virus auch von Besuchern fangen können, die Gefahr ist aber sehr gering"
Sollte die Seuche in Nordrhein-Westfalen auftreten, werde man den Zoo sofort wieder dichtmachen und die Tiere impfen.
Zoo-Tierarzt Dr. Behlert erhielt von Landesumweltministerin Bärbel Höhn die Mitteilung, sie halte eine generelle Tötungspflicht für alle Tiere nicht für angezeigt, falls die Seuche in den Zoo überschwappen sollte.
Die Verantwortlichen beziffern den finanziellen Verlust der vergangenen zwei Wochen auf 200.000 Mark.

EXPRESS 7.4.2001
Endlich dürfen wir wieder zu den Kamelen
http://express.de/koeln/1588186.html
Köln. Der Zoo ist wieder auf. Zoodirektor Gunther Nogge: „Ohne Besucher war den Bären furchtbar langweilig.“

EXPRESS 5.4.2001
Hurra! Der Zoo macht wieder auf
http://express.de/koeln/1584975.html
Köln - Die Pänz können sich freuen. Nogge: „ Die Lage ist nun übersichtlich. Bisher gab es nur MKS-Fälle, die von Tier zu Tier übertragen wurden. Die letzten 14 Tage hatte ich den ganzen Zoo für mich alleine. Das war wie Heiligabend. Denn das ist der einzige Tag, an dem der Zoo geschlossen ist.“ Heute startet die neue Zoo-Attraktion: Die Fledermaus-Ausstellung.

Kölner Stadt-Anzeiger 7.4.2001
Wildpark weiter zu
http://www.ksta.de/leverkusen/1587837.html
Weil jeder Tag, an dem der Kölner Zoo geschlossen bleibt, ein verlorener Tag für die Kasse ist, wird der Tierpark folgerichtig zu dem Osterferien wieder geöffnet. Nicht so der Wildpark Reuschenberg. "Leider", bedauerte dessen Leiter Klaus Kretzschmar Freitag auf Anfrage, "müssen wir auch weiterhin geschlossen halten.", da selbst der kleine Wildpark in Leverkusen "praktisch nicht zu kontrollieren ist".

Aachener-Zeitung 8.4.2001
Tierischer Ärger um MKS, Impfungen und Politik
http://www.aachener-zeitung.de/corem/corem/az/lokales/aachen/oecher08200857_10408.html
http://www.aachener-zeitung.de/corem/corem/az/lokales/aachen/oecherbild08184425_10408.html
Aachen. Tierpark-Chef Graf-Rudolf und Tierarzt Dr. Lange führten durch den Öcher Zoo
Tierparkchef Graf-Rudolf ist sauer auf die starre Haltung der Brüsseler Europapolitik: «Bezüglich MKS wird kein Unterschied zwischen Tieren gemacht, die der Nahrungskette zugeführt werden und solchen, die niemals auf den Teller gelangen.»
Im vergangenen Jahr konnte der Tierpark 46 Schildkröten aufziehen. Ein Großteil wird in Griechenland ausgewildert.
Das Afrika-Haus kann zurzeit nicht betreten werden wegen MKS-Gefahr.

Karlsruher Nachrichtenmagazin 7.4.20011
Zoo öffnet nach drei Wochen wieder
http://www.ka-news.de/karlsruhe/ka20010406_c.php3
Der Karlsruher Zoo ist wieder geöffnet - allerdings mit Einschränkungen. Geschlossen bleiben das Dickhäuter- und das Giraffenhaus. Im Tierpark Oberwald bleibt es bei den Absperrungen. Vor drei Wochen hatten die Zoodirektion als erste in Deutschland reagiert und den Zoo geschlossen.
Die Stadt sieht nun kein erhöhtes Risiko mehr. In Frankreich sei kein neuer Fall von MKS mehr aufgetreten, sagte ein Zoo-Sprecher Einnahme-Ausfälle beziffert die Stadt auf bis zu 20.000 Mark an einem Wochenende. Allerdings sollen sich die Gastronomie-Betriebe nach drei Wochen "nachhaltig für eine Öffnung" eingesetzt haben.
Die Öffnung begründet die Stadt mit den Gesprächen auf EU-Ebene. Sollte es im Zoo zu einem MKS-Fall kommen, müssten nicht mehr alle Tiere getötet werden.

Stuttgarter Nachrichten 7.4.2001
Menschenaffen wollen Menschen sehen
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/dc1/html/news-stn/20010407lana0003.shtml
Nach Ja zu MKS-Schutzimpfung: Karlsruher Zoo öffnet wieder
Dr. Gisela von Hegel unterhielt sie einen riesigen "Privatgarten'': Zwei Wochen lang war der Zoologische Stadtgarten geschlossen. Gisela von Hegel reiste nach Brüssel. Der Vorstoß hatte Erfolg. Die EU erklärte sich am späten Mittwochabend bereit, bei Zootieren unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen zu machen. Das war die Voraussetzung für die Wiedereröffnung des Karlsruher Zoos am Freitag.

Heilbronner Stimme 6.4.2001
Karlsruher Zoo öffnet wieder
http://www.stimme.de/news/regional/artikel/index.cfm?id=-1000151632
Der Karlsruher Zoo ist wieder geöffnet. Damit die Besucher Klauentiere nicht füttern oder streicheln, sind diese Zonen abgesperrt. Menschen, die Kontakt zu Klauentieren haben oder aus Ländern kommen, in denen die Seuche ausgebrochen ist, sollten ihren Besuch verschieben.

Südwest Presse 7.4.2001
Zoo macht wieder auf
http://www.suedwestpresse.de/dc/html/news/news-ulm_ul/20010407ul_swp_swum0002.htm

Osnabrücker Zeitung 6.4.2001
Ohne die Besucher war es den Tieren richtig langweilig
http://www.neue-oz.de/information/noz_print/stadt_osnabrueck/zoo.html
Osnabrück: Der Zoo, der zwölf Tage geschlossen war, öffnet seine Tore wieder für die Besucher. Und lädt gleich für das kommende Wochenende zum Frühlingsfest ein.
„Mittlerweile sagen die Experten, dass sich dieser Virustyp wahrscheinlich nicht über die Luft überträgt, sondern nur von Tier zu Tier“, sagte Zoodirektor Dr. Wolf Everts.
150000 DM Einnahmeverlust pro Woche, sagte der kaufmännische Geschäftsführer Busemann.
„Besonders gerührt hat mich der Brief einer alten Dame. Sie habe gerade ihre Rente bekommen und legte 50 Mark in den Umschlag“, erzählte Coppenrath.
Führungen werden durch die Ausstellung „Kannibalismus? Dekikatessen aus dem Urwald“ angeboten.

Salzburger Nachrichten 6.4.2001
Aktion scharf wegen MKS
http://www.salzburg.com/sn/01/04/06/oesterreich-25765.html
Nach dem Seuchengesetz müsste bei Auftreten eines MKS-Falles der gesamte Bestand an Paarhufern geschlachtet werden, auch wenn es sich um seltene Tiere handelt. Die EAZA wollte daher durchsetzen, seltene Zootiere im Extremfall gegen Maul- und Klauenseuche impfen zu dürfen.
Donnerstag wurde es von der Kommission den Mitgliedsländern grundsätzlich freigestellt, solche Tiere zu impfen, sollte die Seuche im Umkreis von 25 km des Tiergarten ausgebrochen sein. Die Risiken tragen die Länder.
"Bei vielen Tieren ist die Impfung noch gar nicht erprobt. Man müsste auch abklären, was eine Impfung in der Region für Folgen hätte. Etwa wenn Landwirte dann auch auf die Impfung pochen. Oder rechtmäßige Besitzer von seltenen Haustieren."
Der Tiergarten Schönbrunn etwa sorgt derzeit in erster Linie mit Seuchenteppichen für alle Besucher vor. "Sollte die Seuche ausbrechen, wären 200 Tiere gefährdet", sagt Tierarzt Thomas Voracek. Sämtliche Tiertransporte sind eingestellt, die Stallungen des Bauernhofes, der Streichelzoo und die Reitbahn sind gesperrt.

Die Welt, 7.4.2001
Nürnberger Zoo will bedrohte Tiere impfen
http://www.welt.de/daten/2001/04/07/0407mu245946.htx
Nürnberg - Der Tiergarten Nürnberg bereitet die Schutzimpfung vor. Impfstoffe seien bestellt, sagte Tierarzt Bernhard Neurohr. Er wisse nur nicht, wann das Serum eintreffe. Bricht die Seuche in einem Umkreis von 25 km aus, dürfen besonders bedrohte Arten geimpft werden. Er betonte aber, dass bereits bei einem Auftreten von MKS in einem Umkreis von 100 km die Impfung angebracht sei. Insgesamt würden zunächst nur 100 Tiere die Spritze erhalten.

Nürnberger Nachrichten 6.4.2001
Kein „Tag der „offenen Tür“
http://www.nn-online.de/nn/l2.htm
Auch der Nürnberger Tiergarten hat den für heute geplanten „Tag der offenen Tür“ gestrichen. Auch fällt der für Samstag vorgesehene „Blick hinter die Kulissen“ aus.
Seit vorgestern dürfen Tiergärten Schutzimpfungen durchführen, wenn im Umkreis von 25 km ein Verdachtsfall auftritt. Das allerdings geht der Tierärztin des Nürnberger Zoos, Kerstin Baumgartner, nicht weit genug. „Dann ist es oft zu spät, wenn in so enger Umgebung ein Tier erkrankt ist, kann auch ein Zoo-Vierbeiner schon angesteckt sein“.

Berliner Zeitung 6.4.2001
Der Zoo stellt zwei "Seuchenwannen" auf
http://www.BerlinOnline.de/aktuelles/berliner_zeitung/berlin/.html/28001.html
Berlin. Der Zoologische Garten will zwei "Seuchenwannen" aufstellen. Beide sollen mit Desinfektionsmittel gefüllt und am Dienstag in Betrieb genommen werden. Der Tierpark in Friedrichsfelde verzichtet bislang auf solche Vorsichtsmaßnahmen. Für die Besucher beider Einrichtungen besteht derzeit noch keine Desinfektionspflicht.

Berliner Kurier 7.4.2001
Zoo mit Seuchen-Schleuse
http://www.BerlinOnline.de/aktuelles/berliner_kurier/berlin/.html/artik9.html
Einig sind sich Zoo und Tierpark beim Impfen. Beide wollen nicht warten, bis ein MKS-Fall nur 25 Kilometer entfernt auftritt - so lautet die derzeitige EU-Entscheidung. "Wir impfen, wenn die Seuche Deutschland erreicht hat - sobald es einen Fall gibt, legen wir los", versicherte Zoo-Sprecher Ragnar Kühne.

Neue Ruhr Zeitung 5.4.2001
Duisburger Zoo bleibt geöffnet
http://www.nrz.de/free/nrz.artikel-000.html?news_id=1568475
MKS: Jetzt darf der Zoo Tiere impfen
http://www.nrz.de/free/nrz.artikel-000.html?news_id=1569262
"Der Zoo ist geöffnet und bleibt es auch", erklärte Zoo-Chef Reinhard Frese.
In den letzten Wochen seien die Anrufe besorgter Eltern gestiegen, die fragten, ob sie denn ihre Kinder jetzt noch ungefährdet in den Zoo lassen dürften. Dazu Frese: "Eins muss mal ganz klar sein. Nicht die Besucher sind gefährdet, sondern die Tiere. Und die Gefahr geht von den Besuchern aus." Deshalb habe man den Streichel-Zoo geschlossen und die gefährdetsten Tiere wie Pinselohrschweine, Watussi-Rinder und Haustiere nicht mehr auf Freianlagen gelassen.
"Wir sind der erste Zoo, der eine Lastersprühanlage hat, mit der die Dächer und Planen desinfiziert werden können", betont Frese. Und Stufe drei? Hartmann: "Das wäre die Schließung des Zoos, die aber nur erfolgt, wenn wir auf dem Gelände einen MKS-Fall haben."

Süddeutsche Zeitung 6.4.2001
„Illegale Impfungen sind höchst gefährlich“
http://www.sueddeutsche.de/aktuell/?section=nche&myTM=full&id=986498548.21503&myTime=986551065
Das Kommunalreferat hat eindringlich vor illegalen Impfaktionen gewarnt. Ein solches Vorgehen sei unverantwortlich und zudem „höchst gefährlich“. Kommunalreferentin Friderich kritisierte damit auch Stadtrat Bernhard Fricke von der Umweltorganisation David contra Goliath, der sein Schaf Seraphinunter bewusster Missachtung von EU-Vorschriften geimpft hatte. Wie berichtet, stehen die Tiere unter Quarantäne. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie getötet werden müssen.
Bekannt wurde gestern auch, dass es für den Tierpark Hellabrunn eine Ausnahmegenehmigung gibt. „Sobald im Umkreis von 25 Kilometern ein MKS-Fall auftritt, können wir bestimmte bedrohte Arten impfen“, so Zoo-Direktor Wiesner. Zum Beispiel die Mhorr-Gazelle, asiatische Wildrinder oder asiatische Elefanten und das Waldbison. „Die Lage ist ernst und wir werden alles tun, dass wir flexibel auf die Seuche reagieren können.“

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Trierischer Volksfreund 9.4.2001
Für die Katastrophe gewappnet
http://www.intrinet.de/20010409/ts220193.htm
Trier. Auch im Wildgehege des Weißhauswaldes ist man auf alles gefasst. Das Gehege ist Sperrgebiet. Die Spazierwege sind mit rot-weißen Bändern gesperrt. Quarantäne. Der Geruch von Desinfektionsmitteln liegt in der Luft.

Fuldaer Zeitung 6.4.2001
Wildpark geschlossen
http://www.fulda-online.de/db/rubdef/artikel_detail.phtml?id=74374
Wildpark Gersfeld geschlossen. Dabei beruft sich das Kreisveterinäramt auf einen Erlass des Hessischen Sozialministeriums. Bereits seit einem Monat hat die Stadt Desinfektionsmatten ausgelegt.

Volksstimme Magdeburg 7.4.2001
Bei Verdacht auf MKS: Sofortige Keulung
http://www.volksstimme.de/salzwedel/show_fullarticle.asp?AID=51054&Region=Salzwedel&Template=FullArticle_lang&Column=
Salzwedel - "Falls MKS nach Sachsen-Anhalt und Niedersachsen kommt, wird der Salzwedeler Tierpark sofort geschlossen," sagt der Leiter Jens-Olaf Schawe.

Mainpost 6.4.2001
Keine Ostereiersuche im Wildpark
http://www.mainpost.de/nl2view/?id=CVSB0
Das Ostereiersuchen im Wildpark Klaushof ist auf Empfehlung der Veterinärbehörde abgesagt worden.
Zwar bleibt der Wildpark bis auf weiteres geöffnet, müssen Besucher jetzt durch eine Wanne schreiten.
Stadtförster und Wildpark-Leiter Walter Schießer: "Das Maisfutter aus den Automaten kann unbedenklich verfüttert werden". Sollte Seuche auch in Deutschland auftreten, ist freilich davon auszugehen, "dass der Wildpark dichtgemacht wird".

Volksblatt Würzburg 6.4.2001
Freudiges Ereignis während der Sperre im Tiergehege
http://www.volksblatt-wuerzburg.de/nl2view/?id=CVRK1
Auf Wunsch der Bevölkerung öffnet die "Arche Noah" wieder ihre Pforten. Seit Anfang März war das vier ha große Streichelgehege geschlossen. Den kleinen Tierpark gibt es seit August 1995.

Trierischer Volksfreund 6.4.2001
Extra-Runde statt Hirsche füttern
http://www.intrinet.de/20010407/bt229283.htm
Der Eifel-Zoo Lünebach richtet sich trotz großer Sorgen auf den traditionell starken Besuch in den Osterwochen ein. Seit einem Monat liegt am Eingang eine Desinfektionsmatte.Füttern und Streicheln der Tiere sind verboten und Hunde sollen an kurzer Leine gehalten werden.
Die zwischenzeitlich stillgelegte Zoo-Bahn fährt wieder. Früher hielt der Lokführer mitten im Freigehege an. Jetzt fährt er dafür als Ausgleich eine weitere Runde durch den Park.

Taunus Zeitung 6.4.2001
Opel-Zoo sieht MKS gelassen
http://www.rhein-main.net/FNP/Zeitung/TZ/tzr_neumeldf.0000118134.html
Kronberg. Trotz näherrükender MKS behält der Opel-Zoo vorerst den Status Quo seiner Vorsichsmaßnahmen bei. „Bis jetzt hat sich noch kein MKS-Verdacht in Hessen bestätigt“, so Thomas Kauffels „Deshalb sehen wir uns nicht veranlasst, unsere Maßnahmen schon zu verschärfen.“

Frankenpost 6.4.2001
Zoologischer Garten trifft Vorsorge wegen Maul- und Klauenseuche
http://www.frankenpost.de/php/resy/export/ini/artikel/resyart.php?id=85322
Im Zoo Hof sind Schafe, Ziegen, Alpakas und Schweine auf unbestimmte Zeit ausgelagert worden. Zooleiter Janusz Gutkowski ist über die amtliche Anordnung nicht glücklich. Andernfalls hätte der Zoo seine Pforten für Besucher ganz schließen müssen, erläutert Ernst Harandt, der Vorsitzende des Zooträgervereins.

Ostsee Zeitung 6.4.2001
Tierpark erfüllt Auflagen des Veterinäramtes
http://www.ostsee-zeitung.de/wo/start_90917.html
Mit Bangen blicken die Mitarbeiter des Wolgaster Tierparks auf die Ausbreitung der MKS. „Wenn wir den Park in der Saison schließen müssen, ist alles aus. Die dann fehlenden 120 000 Mark Einnahmen bekommen wir nie durch Spenden zusammen“, begründet Sigrid Gau die Existenzsorgen.

Nordbayerischer Kurier 5.4.2001
Desinfektionsmatten am Wildgehege Veldensteiner Forst
http://www.bayreuth.de/deutsch/nachrichten/lkr/mks.htm
Das Forstamt Pegnitz hat Vorbeugemaßnahmen getroffen. Sollte in Deutschland beziehungsweise Bayern MKS auftreten, ist an die vorübergehende Schließung des Wildgeheges zu denken.

Thüringer Allgemeine 6.4.200112:35
"Im Tierpark wäre Impfen angebracht"
http://www.thueringer-allgemeine.de/free/ta.artikel-lokal.inhalt-000.html?region=Gotha&news_id=1569633
Der Gothaer Tierpark versucht sich mittels Fußmatten zu schützen. Ob das ausreichend ist, zweifelt Karl Hofmann an, Vorsitzender des Naturschutzbeirates beim Landratsamt und Mitglied des Gothaer Tier-Fördervereins. Alle Zootiere sollten seiner Meinung nach schnellstens geimpft werden. Man habe auch keine gesetzliche Handhabung zur Schließung des Tierparks. Seuchenmatten seien ausgelegt und der Streichelzoo eingestellt. "Zu Impfungen sollten sich die politischen Mandatsträger Europas endlich durchringen."

Geführte Internet-Tour zum Thema "Maul- und Klauenseuche"
(zum Teil englisch)
http://www.surftaxi.de/partner/abendblatt/TaxiDriver/go?TaxiDriver=abendblatt&TourNr=747

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Mo., 09.04.2001, 20:15-21:45 ZDF, Solange wir lieben: fiktiver Spielfilm um eine neue Direktorin des Berliner Zoos

"mit Gefühl und Pathos überfrachtetes Melodram", ""Als rettender Engel kommt Gabriel, der ungeliebte Sohn des Ex-Zoodirektors, ins Spiel..." (Hörzu)
... eine überfrachtete Tragödie, die sich in undurchschaubaren Strukturen verliert ... indem sich beide um den schwierigen Sohn des Zoodirektors kümmern ... bahnt sich erneut eine Katastrophe an - auch für den Zuschauer. (Prisma)

Zeitungsgruppe WAZ 8.4.2001
Es zählen die großen Gefühle
http://www.cityweb.de/free/3.artikel-000.html?news_id=1573487
Es ist ein Melodram inmitten von Tieren und in Bestbesetzung: Es geht theatralisch zu in diesem Film, für den Kreinsen in erster Linie "Hollywoodschinken" wie "Jenseits von Afrika" als Vorbild gelten lässt.
Da ist Tierärztin Miriam Herzfeld. Sie kommt nach vielen Jahren zurück nach Berlin, um eine neue Stelle im Zoo anzutreten. Damals war sie aus Deutschland nach Kanada ausgewandert. An ihrem ersten Tag trifft sie auf Dr. Sellinger, ihren einstigen Liebhaber, mit dem sie ein Kind verloren hatte- Der cholerische Einzelgänger droht nun völlig aus der Bahn zu geraten. Einen Ersatzsohn hat er in Gabriel, dem Sohn seines Chefs gefunden. Der jedoch ist alles andere als ein Musterknabe.
Mit viel Pathos entwickelt sich diese Achterbahn der Gefühle. Tierfreund Sellinger ist durch und durch ein Menschenfeind, und seine alte Liebe Miriam ist in ihren Gefühlen wechselhaft.

Zeitungsgruppe WAZ 8.4.2001
Von Bären und längst vergessenen Gefühlen
http://www.cityweb.de/free/3.artikel-000.html?news_id=1573588
Im Berliner Zoo ist Martin Kluge die Drehbuch-Idee gekommen. Die Inspiration zu "Solange wir lieben" und zu deren Hauptfigur habe er dort bei Zoodirektorin Katharina Heinroth gefunden. "Eine Frau, die trotz aller Verletzungen nie ihre Visionen, ihren Pragmatismus und diese stürmische Würde verlor . . ." Der Film, den Olaf Kreinsen in extrem schlichter Weise inszenierte, wirkt wie ein Refugium auf den Zuschauer. Der Blick ruht förmlich auf Hannelore Elsner und Michael Mendl, die ihren Charakteren Tiefe verleihen und gleichzeitig eine immense Spannung aufbauen, die bis zum Ende nicht abreißt.

B.Z. (Berlin) 8.4.2001
Hannelore Elsner: "Es gibt keine Altersgrenze"
http://www.bz-berlin.de/bz/news/cd08kommissar.htm
Der Berliner Zoo als Kulisse für einen Liebesfilm - Hannelore Elsner, 56, als Verhaltensforscherin trifft hier ihren ehemaligen Geliebten, gespielt von Michael Mendl. Mut zum Kitsch, Romantik zwischen Tiergehegen und ein dramatisches Ende - das ZDF (heute 20.15 Uhr) läßt kein Gefühl aus, um eine Top-Besetzung in Szene zu setzen.

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