Frankfurter Allgemeine Zeitung 11. Sept. 2003
Umland will nicht für den Zoo zahlen
"Ein regionales Zooprojekt ist derzeit nicht finanzierbar", heißt es
in der Vorlage zur heutigen Sitzung des Rats der Region in Frankfurt. Damit
scheitert Frankfurt mit seiner Absicht, das Umland für die Finanzierung
des Zoos, der die Stadt jährlich rund zehn Millionen Euro Zuschuss kostet,
aber nur zu einem Drittel von Frankfurtern besucht wird, mit in die Pflicht
zu nehmen. Es scheitert aber auch - wieder einmal - der Versuch, die Region
ein finanziell nennenswertes Vorhaben gemeinsam schultern zu lassen.
Den Frankfurter Zoo, der zweitälteste Tierpark in Deutschland, der
insbesondere durch den früheren Direktor Bernhard Grzimek überregional
bekannt wurde, drücken aber noch andere Sorgen: Es gibt dringenden
Sanierungsbedarf, insbesondere beim Menschenaffenhaus, das nicht mehr den
europäischen Richtlinien für den Artenschutz entspricht und in
der derzeitigen Form nur noch bis zum Frühjahr 2005 genehmigt ist.
Unter diesem Druck ist Frankfurt während der Beratungen in der Arbeitsgruppe
in den vergangenen zwölf Monaten zu vielem bereit gewesen, bis hin zur
Aufgabe des Zoos am Alfred-Brehm-Platz zugunsten eines über Autobahnen
gut erreichbaren regionalen Tierparks außerhalb Frankfurts. Am liebsten
wäre der Stadt natürlich der Verbleib des Zoos am derzeitigen Standort,
bei gleichzeitiger Beteiligung des Umlands an den Kosten. Diese Träume
haben insbesondere der Offenbacher Oberbürgermeister Gerhard Grandke
(SPD) und der Landrat des Hochtaunuskreises Jürgen Banzer (CDU) schnell
platzen lassen: Sie seien nicht bereit, eine für Frankfurt typische
Einrichtung von der Region mitfinanzieren zu lassen, argumentierten sie und
kamen zu dem Schluss: "Der Betrieb des gegenwärtigen Zoos ist eine typische
Großstadtangelegenheit."
So entstand im Sommer die Idee, zwischen Frankfurt und Oberursel, jenseits
der Autobahn5 auf einer zirka 120 Hektar großen Fläche einen
Regionalzoo entstehen zu lassen, mit guter Anbindung an die Autobahn sowie
mit S- und U-Bahn-Anschluss. Dieser Zoo sollte entweder durch die
Präsentation einer großen Wasserlandschaft oder durch die
Gegenüberstellung von fossilen Vorfahren - etwa in Gestalt von
Dinosaurier-Skulpturen - und heutigen Tierarten in einem "Zeitzoo" eine
Attraktion werden. Das Konzept entsprach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe,
nur die geschätzten Kosten von 200 bis 350 Millionen Euro übertrafen
offenbar alle Erwartungen. Mit dem Vermerk, dass es derzeit finanziell nicht
machbar sei, soll dieses Projekt heute nach der Sitzung des Rats der Region
in die Schubladen wandern.
Damit ist die Zukunft des Frankfurter Zoos weiter unklar. Stadtrat Nordhoff
setzt auf die Landesregierung. "Das Land muss jetzt handeln", fordert er.
Norddeutsche Neueste Nachrichten
12. Sept. 2003
Gemeinsame Paten für ein Tier im Zoo
Unter dem Motto "Kreative Köpfe" haben die
AOK Mecklenburg-Vorpommern und der Schweriner Zoo ein Projekt gestartet,
das Schüler und Unternehmen zusammenbringen soll. Geplant ist, dass
jeweils eine Klasse und ein Betrieb gemeinsam eine Patenschaft für ein
Zootier übernehmen.
Ein Jahr lang, so die Idee, sollen sich die Schüler, für ein Tier
des Zoos verantwortlich fühlen und ihre Erlebnisse auf Fotos, Video-
und Tonaufnahmen festhalten.
Für jedes Tier gebe es dann ein Unternehmen, das sich ebenfalls bereit
erklärt habe, eine Patenschaft zu übernehmen. Auch über das
Unternehmen sollen die Schüler eine Dokumentation erstellen und so Einblicke
in betriebliche Abläufe und mögliche Praktikums- und
Ausbildungsmöglichkeiten erhalten. Zum Abschluss des von SVZ, SN-TV
und Antenne MV unterstützten Projektes sollen die Schüler
Abschlussgeschichten über ihr Tier schreiben, die zusammen mit Bildern
der Klassen und der Betriebe in einem Buch zusammengefasst werden.
WAZ 12. Sept. 2003
An Afrika verlor er in den 80er Jahren sein Herz
Neulich in der Savanne: Wolf-Dietrich Gürtler
ist in seinem Element. Um ihn herum galoppieren Zebras, die großen
Kudus grasen in Sichtweite. Und der zoologische Leiter des Ruhr Zoos
schwärmt von Afrika, jenem Kontinent, an den er vor knapp 20 Jahren
sein Herz verloren hat.
Er fühlt sich sichtlich wohl, als er in der Zoo-Savanne auf einem
mächtigen Baumstamm sitzt und von seiner Afrika-Leidenschaft berichtet.
" 1985 verschlug es ihn erstmals nach Afrika. Der Wunsch, mehr über
Ökologie und die Lebensweisen der Tiere zu lernen, sei ein Grund für
seine Reisen gewesen, berichtet er weiter: "Wenn man Tierhaltung betreiben
will, muss man sich am natürlichen Verhalten der Tiere orientieren."
Bei der Metamorphose zur Erlebniswelt kann der Ruhr Zoo von Gürtlers
Afrika-Leidenschaft nur profitieren. "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben,
dass das Vorbild für Zoom die Natur ist", sagt er und schwenkt seinem
Arm über die weitläufige Savanne. "Aber wir wollen nicht nur die
Tiere auf großen Flächen präsentieren, sondern auch
Zusammenhänge sichtbar machen."
Berliner Zeitung 16. Sept. 2003
Früherer Zoo-Chef tot
Die Mitarbeiter des Zoologischen Gartens trauern um ihren früheren Chef.
Hans Frädrich starb am Sonnabend im Alter von 66 Jahren nach einer
längeren Krankheit. "Wir sind entsetzt über seinen Tod", sagte
Zoo-Sprecher Rudolf Reinhard am Montag.
Der promovierte Zoologe Frädrich kam 1966 in den Zoo - als
wissenschaftlicher Assistent. 1991 übernahm er die Leitung des 35 Hektar
großen Geländes am Hardenbergplatz von seinem Vorgänger
Heinz-Georg Klös und behielt sie bis 2002. Unter seiner Regie gelangte
der Zoo zu einem neuen Flusspferdhaus sowie zu einer erst voriges Jahr
eröffneten Robben- und Pinguinanlage. Auch nach der Pensionierung blieb
Frädrich aktiv. Er hielt unter anderem Vorlesungen an der
Humboldt-Universität zum Thema Tiergartenbiologie.
Frädrichs Leidenschaft waren Vögel. Als sein schönstes Erlebnis
im Zoo bezeichnete er ein Geschenk seiner früheren Mitarbeiter: Die
hatten einige Monate nach Frädrichs Pensionierung im Juni vorigen Jahres
ein Paar Prälatfasane gekauft und dem früheren Zoo-Chef vermacht.
Die Tiere bekamen ihre eigene Voliere. Frädrich besuchte sie fast jede
Woche. Dafür wurde eine Bank vor dem Käfig aufgestellt.
Nächste Woche soll es für Frädrich einen Trauergottesdienst
in der Gedächtniskirche geben.
Berliner Morgenpost 16. Sep. 2003
Trauer um Hans Frädrich: Ex-Zoodirektor starb 66-jährig
Er war ein Diplomat mit Fingerspitzengefühl und ein Mann mit Weitblick.
Im Berliner Zoo hat der Biologe Dr. Hans Frädrich überall seine
Spuren hinterlassen. Nur dank seines Verhandlungsgeschickes kamen 1980 mit
Bao Bao und Tjen Tjen die ersten Pandabären aus China nach Berlin. Wenig
später feilschte Frädrich beharrlich mit Berlins Politikern um
eine gewünschte Erweiterungsfläche. Mit Erfolg: 1987 wurde
eröffnet. Als Zoodirektor - von 1991 bis 2002 - ließ der Zoologe
das Flusspferdhaus und die Robben- und Pinguin-Anlage bauen. Am Sonnabend
starb Hans Frädrich in Berlin. Er wurde 66 Jahre alt.
Hans Frädrich wurde 1938 in Göttingen geboren. Er promovierte im
Frankfurter Zoo mit einer Arbeit über Warzenschweine. Das Thema lag
ihm. Bis zuletzt musste der zurückhaltende und belesene Mann bei der
Frage nach seinen Lieblingstieren nicht lange nachdenken: "Schweine und
Hirsche."
1966 kam Hans Frädrich als wissenschaftlicher Assistent zum Zoo Berlin.
Zweimal zog es ihn in den Folgejahren nach Südamerika, wo er den
Chako-Pekari und den in den Anden lebenden Wolltapir erforschte. Ab 1991
hatte er für solche Projekte keine Zeit mehr, Hans Frädrich
übernahm von Heinz-Georg Klös das Amt des Zoodirektors. Erst im
Juli 2002 hatte sich Frädrich in den Ruhestand verabschiedet.
Sein Tod sei ein "schwerer Verlust" für den Zoo, für die Zoologie
und für die Stadt Berlin, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus
Wowereit (SPD). Die Mitarbeiter, die gestern Vormittag vom Tod ihres
früheren Chefs informiert wurden, reagierten betroffen. Hans Frädrich
galt als sehr besonnener, menschlicher und angenehmer Chef. Zoodirektor
Jürgen Lange sagte gestern Nachmittag: "Er hat Meilensteine gesetzt."
Und Zoosprecher Rudolf Reinhard sprach aus, was viele seiner Kollegen
fühlten: "Er hinterlässt eine große
Lücke."
Leipziger Volkszeitung 15. Sep. 2003
Wildpark: Image-Kampagne und Vision von Erlebnispfad mit Wölfen
Der Wildpark als Erholungs- und Bildungsstätte soll in Leipzig
bekannter werden. Dieses Ziel haben sich Stadtverwaltung, Parkleitung und
die Förderer des Connewitzer Areals gesteckt. Grundlage ist eine Liste
geplanter Projekte und Aktionen im Rahmen einer Image-Kampagne, wozu auch
die Anschaffung von Wölfen zählt. Den Anfang machte jetzt eine
Futtersammlung.
Lang ist die Liste an Visionen. "Wir wünschen uns einen Erlebnispfad
im Bereich des Rotwildgeheges, in dem auch Wölfe integriert werden
können", sagte Andreas Sickert vom Grünflächenamt. "Die Tiere
sind Sympathieträger." Auch über eine Erweiterung der Hirschsammlung
wird nachgedacht, ebenso über Wildkaninchen und Hasen. "Doch Voraussetzung
ist, dass dies die Stadt nichts kostet." Sponsoren werden daher gebraucht,
die die Investitionen in Tiere und Gehege bezahlen. Kostenpunkt allein bei
den Wölfen: etwa 50 000 Euro. Noch ist nichts in Sack und Tüten.
Für so genannte investive Maßnahmen wie Gehege-Neugestaltungen
fehlt dem Wildpark das Geld. "Rund 300 000 Euro Kosten schlagen jährlich
durch laufende Ausgaben zu Buche - davon übernimmt die Stadt 225 000
Euro, der Rest muss über die Gebühren des Besucherparkplatzes und
über Spenden gedeckt werden", erläuterte Sickert. "Das Überleben
des Parks ist im Moment gesichert", beteuerte er. "Aber damit das so bleibt,
müssen wir in Zukunft noch mehr sparen.
Merkur Online 16.
Sep. 2003
Politiker stehen im Wald
Romantische Wiesen mitten im Wald, Rotwildgruppen,
die ohne Scheu auch am Tag zum Äsen kommen. Das sollen Besucher in Zukunft
in der freien Natur beobachten können, wenn sie sich an bestimmte Regeln
halten. Dazu gehört die Beschränkung auf markierte Wege und
Aussichtsplattformen.
Die Mitglieder des Umweltausschusses des Kreistages stehen voll im Wald,
zumindest bei ihrer nächsten Ausschusssitzung am kommenden Montag, 22.
September. Die Kommunalpolitiker werden die ersten sein, die konkrete
Umgestaltungsschritte im 7600 Hektar großen Wildpark begutachten.
Hintergrund: Der bayerische Rechnungshof hatte die hohen Kosten für
den Betrieb der Anlage gerügt. Vor allem im Auge der Prüfer: Der
Zaun. Dieser ist jedoch notwendig, um das Wild im Park zu halten. Zudem ist
die Einrichtung Tradition, ein Herzstück des Landkreises.
Berliner Zeitung 16. Sept. 2003
Trauerfeier für früheren Zoo-Direktor
Mit einer Trauerfeier in der Gedächtniskirche nehmen die Mitarbeiter
des Zoologischen Gartens Berlin kommenden Mittwoch Abschied von ihrem
früheren Direktor Hans Frädrich. Wie berichtet war der Zoologe
am Sonnabend im Alter von 66 Jahren gestorben. Die Andacht beginnt um elf
Uhr. Zoo-Direktor Jürgen Lange sagte am Dienstag, dass die Trauerfeier
öffentlich ist. "Statt Blumen und Kränze bitten wir um Spenden
für den Zoo", sagte Lange. "Das hat sich Herr Frädrich so
gewünscht."
Neue Ruhr Zeitung 17. Sep. 2003
Da, da, da!
Arnheim. Es hat die ganze Nacht geregnet. 45 000 Liter. Dicke Tropfen kullern
von großen, grünen Blättern, die zu Pflanzen gehören,
die wir noch nie zuvor gesehen haben. Die Luft ist ein bisschen schwer, es
herrscht eine Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent. Marc Damen ist zufrieden.
"Wir hätten ja gerne 99 Prozent Luftfeuchtigkeit in unserem Regenwald,
aber dann fällt vielen Besuchern das Atmen zu schwer." 1500 Vögel
sollen in der Tropenhalle leben, hat Biologe Marc Damen uns erzählt.
Sehen tut man erst mal nix. Der Wissenschaftler grinst. "Bei uns müssen
Sie die Tiere schon ein bisschen suchen." Aber da sind die alle, 150 verschiedene
Vogel- und 1500 Pflanzenarten.
Im Burgers´ Zoo ist das Zeitalter der Entdeckungen wieder angebrochen.
Und der Besucher muss Geduld mitbringen. "Die Tiere entscheiden selbst, ob
sie sich zeigen oder nicht", sagt Marc Damen. Öko-Displays nennen die
Biologen ihr für Mensch und Tier attraktives Konzept. Weg vom Schaufenster
rein ins künstliche Biotop. Zu Lebensräumen, in denen die Tiere
sich so natürlich wie möglich bewegen können.
Gitter gibt es in den Öko-Displays nicht. Dafür ganz viel Freiheit
für Auge und fürs Getier. Man spaziert mitten durchs Biotop. Im
Urwald ist der Boden weich und feucht, Luftwurzeln von großen Bäumen
und Pflanzen baumeln über den Wegen.
Drei Ökosysteme haben die Arnheimer geschaffen. Das Tropenhaus (Bush,
1988), die Wüste (Desert, 1994) und den Ozean (Ocean, 2000) mit zehn
riesengroßen Becken mit acht Millionen Litern tropischem Meerwasser
und zehntausend großen und kleinen Fischen.
In jedem Ökosystem leben viele Tiere und Pflanzen zusammen - mit der
Zeit verändert sich das Bild: Zur Kakteenblüte sieht die Wüste
anders aus, im älter werdenden Urwald finden plötzlich Orchideen
Raum. Die Wüste lebt wirklich. Und wenn man mitten im Ozean steht, links
Fische , rechts Fische, ein Rochen schwimmt eine Handbreit über den
Köpfen der Besucher - dann ist das ziemlich nah dran. Das Konzept, Tiere
so natürlich wie möglich zu halten, hatte schon Zoogründer
Johan Burger. Bei den Hagenbecks hatte der sich umgeschaut, 1923 Burgers´
Zoo eröffnet, damals noch als Vogelpark. "Wir wollen die Leute für
die Tiere und Pflanzen begeistern. Wir wollen sie nicht belehren."
Norddeutsche Neueste Nachrichten
17. Sep. 2003
Eine reife Schönheit für Witwer
Willie
Willie, der Nashorn-Witwer aus dem Schweriner Zoo, kann sich
endlich auf seinen zweiten Frühling freuen. Gestern gab das Zoo-Management
bekannt, dass man eine neue Gefährtin für den grauen Riesen gefunden
habe. Die Auserwählte heißt "Natala" und kommt aus dem Erfurter
Zoo. Nach dem Tod seiner Partnerin "Dicke" im vergangenen Jahr war Willie
in Depressionen verfallen, magerte lebensbedrohlich ab. Er erholte sich,
blieb aber ein echter Trauerkoloss.
"Die Erfurter Lösung ist für den Zoo perfekt", so Direktor Michael
Schneider. Erst vorgestern sei ein Kostenvoranschlag für den schon geplanten
Kauf eines Jungtieres in Afrika (SVZ berichtete) eingegangen. "Das hätte
weit mehr als 120000 US-Dollar gekostet", sagte der Direktor. 15000 Euro
Spenden sind für Willies neue Partnerin eingegangen. "Die brauchen wir
auch für den Transport und die Renovierung des Geheges", so Schneider.
Ein Zootier-Spediteur wird die zweieinhalb Tonnen schwere Natala schon im
Oktober nach Schwerin verfrachten.
Natala stammt aus demselben afrikanischen Reservat wie die Vorfahren des
1979 in den USA geborenen Willie. Mit ihren 33 Lebensjahren ist sie
wahrscheinlich zu alt, um mit Willie noch für Nashorn-Nachwuchs zu sorgen.
"Eine andere Kuh hat aber mit 32 Jahren noch gekalbt", erklärte
Zoo-Mitarbeiterin Karin Zscheile, es sei deshalb nicht völlig
ausgeschlossen, zumal Willie mit 23 Jahren noch im besten Alter sei. Da der
Erfurter Zoo am Europäischen Erhaltungs-Zuchtprogramm beteiligt ist,
gibt es die Nashorndame quasi umsonst: Als symbolisches Tauschobjekt wird
der Schweriner Zoo für etwa 4000 Euro einen Lama-Hengst beschaffen.
Schon nächste Woche will Zscheile in Erfurt eine Kotprobe von Natala
besorgen, um Willies Reaktion auf ihren "Duft" zu testen.
Süddeutsche Zeitung 16. Sep. 2003
Der Beckenbauer
Alle 30 Sekunden kommt die Welle. Im Urwaldhaus des Tierparks Hellabrunn
hinten, rechts. Ein Schwall Wasser schwappt aus der Wand, klatscht herunter,
Sand wabert auf, und dann schäumt die Welle kreuz und quer durchs
Mangrovenbecken wie von Poseidon entfesselt, rüttelt an den Stelzwurzeln,
kippt die Seba-Flossenblätter aus ihrer schwebenden Balance,
überschwemmt eine Gruppe von Schlammspringern mit Stielaugen wie
U-Boot-Periskope, alles wogt und wirbelt, es ist eine Wucht.
Fünf, zehn Wimpernschläge. Und dann passiert etwas. Es wäre
einem früher nie aufgefallen, aber nun, wo man mit Frank Müller
hier ist und schon einiges gehört hat über die hohe Kunst der
Aquaristik, da sieht man es ganz deutlich: Das Becken reinigt sich selbst.
Der Staub verschwindet, Sand sinkt nieder, und wenig später liegt das
Wasser wieder da, lupenrein wie ein Bergsee bei Windstille. Filtersysteme
und Drainagen, sagt Müller. Alles hoch technisch.
Der Revierleiter Aquarium ist ein großer Mann mit einem kleinen
Lächeln, das er seinen Sätzen immer dann beimengt, wenn sie schroff
klingen könnten. Lächelnd sagt er also: Es sieht alles so
simpel aus. Aber diese Dinge sind schwer nachzuvollziehen für einen
Außenstehenden. Zusammen mit seinem Team hat Müller, 45,
die Aufsicht über das Terrarium, das Schildkrötenhaus und die Flamingos
inne.
Vor allem aber ist er der Hüter von 6200 Fischen in 217 Arten sowie
einem lebenden Garten von Korallen, Schwämmen, Anemonen und Medusen,
mehr als 4000 Wirbellosen insgesamt, und das ist erst die halbe Wahrheit.
Frank Müller hat, so muss man wohl sagen, in den bisher fünf Jahren
seiner Revierleitung das Hellabrunner Aquarium ein zweites Mal erfunden.
Das würde er selbst so nie aussprechen. Er sagt stattdessen, von einer
blühenden Unterwasserlandschaft zur nächsten wandernd: Das
haben wir selbst gemacht. Da hat keine Fremdfirma mitgeholfen.
Sächsische Zeitung 18. Sep. 2003
Mit Plaketten und Protest für Erhalt des Tierparks
Den Tierpark ab 2005 schließen oder fünf
hauptamtliche Kräfte der Feuerwehr entlassen, so steht es im Streichkonzept
der Stadt Zittau. Doch gegen diese Milchmädchenrechnung formiert sich
zunehmend Protest. Auch die Tierparkfreunde machen mobil.
Über 5 000 Unterschriften stehen mittlerweile
auf den Listen, die der Förderverein Freunde des Zittauer
Tierparks ausgelegt hat.
Unterstützung kommt auch von der Deutschen
Tierparkgesellschaft. Deren Präsident Gert Emmrich erinnert in einem
offenen Brief Oberbürgermeister Arnd Voigt daran, dass Tierparks in
die Aufgabenbereiche Kultur, Bildung und Freizeit fallen und schon lange
keine Belustigungs- und Kuriositätenkabinette mehr sind. Zum Ansehen
einer Stadt, schreibt er, gehören in hohem Maße auch
die Freizeitangebote der Kommunen. Die Gesellschaft plädiert an
den OB, sich für die Erhaltung des Tierparks einzusetzen und nicht
kurzfristig zu denken und zu entscheiden.
Derzeit ist der Zittauer Tierpark ein Regiebetrieb
der Stadt mit neun Mitarbeitern und die Lohngelder sind der größte
Finanzposten. Ob in dieser Form oder unter einer anderen Trägerschaft,
immer aber wird die Einrichtung, die rund 55 000 Besucher jährlich
zählt, auf Zuschüsse angewiesen bleiben. Von den Stadträten
erwarten die Freunde des Tierparks heute, dass die Problematik diskutiert
und die Schließungspläne zurückgenommen werden.
Mitteldeutsche Zeitung 18. Sep. 2003
Komet zum Jubiläum
In den tropischen Regenwald oder gar "ins Paradies"
versetzt, so geht es aus den Eintragungen im Gästebuch hervor, fühlen
sich die Besucher des Wittenberger Alaris-Schmetterlingshauses. Sie
genießen inmitten des üppigen Grüns von Bananenstauden,
Orchideen, Gardenien, Hibiskus und vielen anderen tropischen Pflanzen die
Ruhe, die vom Plätschern eines kleinen Wasserlaufs keineswegs gestört
wird.
Fünf Jahre gibt es nun schon wieder die touristische Attraktion an der
Wittenberger Rothemark-Straße. Errichtet wurde die etwa 600 Quadratmeter
große Halle 1998 in nur viermonatiger Bauzeit. Seit der Eröffnung
wurden über 150 000 Besucher gezählt.
Über 35 000 Schmetterlinge erblickten seither in Wittenberg das Licht
der Welt. "An sie wurden fast 500 Kilo Honig sowie gut eine Tonne Obst
verfüttert, und als Raupen fraßen sie über 850 Kilo Blätter
auf", berichtet Kersten Liebold. "Wir haben selbst gestaunt, was da an Futter
zusammen kommt", sagt seine Frau Viola Liebold. Das "ganz große Highlight",
so Frau Liebold, ist jetzt der Kometenfalter, ein großer, leuchtend
gelber Falter mit lang gezogenen Schwänzen. Er ist nachts aktiv und
derzeit schweben nur wenige Exemplare durch die Halle. "Aber auch der Kokon
ist wunderschön anzusehen."
In der Heimat der Falter engagiert sich die Alaris GmbH für den Artenschutz,
züchtet vom Aussterben bedrohte Arten nach und kämpft im
Amazonas-Becken gegen den illegalen Fang von Schmetterlingen durch
Geschäftemacher.
Planung, Bau und Neueröffnungen
Mitteldeutsche Zeitung - 13. Sep 2003
Umzug auf den Kuckucksberg
Es ist geschafft. Die Arbeiten haben begonnen. Bis zum Sommer 2004 wird sich
die Fläche des Tiergeheges in Westerhausen fast verdoppeln. Damwild
und Mufflons erhalten unterhalb der Kuckucksklippe neue Gehege. Zehn Mitarbeiter
der Umweltsanierung und Strukturförder GmbH haben dort für ein
Jahr Arbeit. Totholz muss beseitigt, einige Bäume für
Äsungsflächen gefällt, Zäune gesetzt sowie Futterstellen,
Tierunterkünfte und Wege angelegt werden.
Obwohl Dr. Gerhard Jahn, der Vorsitzende des Fördervereins Tiergehege,
immer optimistisch war - manchmal sah es so aus, als wenn das rund 2,6 Hektar
große Gelände, das sich in Richtung Eselstall erstreckt, nie Teil
des kleinen Tiergartens werden würde. Etwa zweieinhalb Jahre dauerte
es, bis eine Genehmigung des Regierungspräsidiums vorlag, am Kuckucksberg
zwei neue Gehege gestalten zu können.
Tegernsee Zeitung
16. Sep. 2003
Eintauchen in die Unterwasserwelt
Wie jetzt bekannt wurde, soll in dem Kurort
Bad Wiessee ein begehbares Süßwasseraquarium entstehen.
Möglicher Standort: der Musikpavillon in Abwinkl.
"Wo immer wir solche Aquarien aufgestellt haben, wurden wir von der
Bevölkerung geradezu belagert", berichtete Alfons Blank, Präsident
des Fischereiverbandes Oberbayern, im Rahmen des Fischereitags 2003 in Bad
Wiessee. Die Schaubecken würden ganz erheblich dazu beitragen, das Interesse
der Bevölkerung an der Unterwasserfauna zu wecken. Aus diesem Grund
habe der Fischereiverband die Initiative für ein solches Projekt in
Bad Wiessee ergriffen. Eine Projektskizze liegt bereits vor. Demnach sollen
die Aquarien einen Gesamtinhalt von 40 bis 60 Kubikmetern Wasser haben und
im Durchlaufverfahren betrieben werden. Bei endgültiger Zustimmung aller
Beteiligten könnte mit dem Bau Anfang 2004 begonnen werden.
Sächsische Zeitung 18. Sep. 2003
Tibet rückt ein Stück
näher
Schon lange liegen ein paar Pläne in der Schublade
von Tierparkdirektor Axel Gebauer. Eine großzügige Trampeltieranlage
sollte es sein. Aber: Mal war kein Geld da, ein anderes Mal gab es Wichtigeres
im Tierpark zu sanieren. Die Kamele nahmen es nicht krumm. Was lange währt,
wird schließlich gut.
Das sagt mittlerweile auch Axel Gebauer und seine
Augen leuchten, wenn er von dem neuen Projekt schwärmt. Ein tibetisches
Dorf soll künftig jenen Tieren Lebensraum bieten, die in Zentralasien
beheimatet sind: Trampeltiere, Yaks, Schafe, Ziegen, Pferde und auch kleinere
Kaliber, wie Pfeifhasen. Was man sich nur schwer vorstellen kann, auf Papier
und im kleinen Modell ist es schon Wirklichkeit. Bauernhaus, Heulager,
Ställe, aber auch ein Reliquienschrein (Stupa) und ein Fahnen-Obo mit
entsprechenden Gebetsfahnen sollen die Besucher ins weit entfernte Tibet
entführen. Und verzaubern.
Thüringer Allgemeine
18. Sep. 2003
Erfurt: Zooschule an neuem Standort im "Weinberghaus" wieder ...
Sie steht für naturverbundenen Unterricht und
die hautnahe Beobachtung von Tieren: die Zooschule des Thüringer Zooparks
auf dem Roten Berg in Erfurt. Nun sind die Pforten für die Schüler
wieder geöffnet.
Die 1970 gegründete Zooschule hatte ab 1998 ihre Türen geschlossen,
nachdem schon fünf Jahre zuvor ein systematischer Abbau von
Lehrkräften und damit von Unterrichtsstunden einsetzte. Damals befand
sich die Institution noch in einem ehemaligen Kindergarten in der
Rote-Berg-Siedlung. Im Herbst 2000 begann im Zoopark schließlich die
Sanierung des "Weinberghaus", in dem die Schule jetzt ihr neues Domizil erhielt.
"Sie sollte wieder zu dem werden, was sie vor zehn Jahren einmal war", hofft
Dr. Norbert Neuschulz, der Direktor des Erfurter Zooparks. Das dürfte
vorerst ein frommer Wunsch bleiben. Dennoch stellte das Erfurter Schulamt
zumindest eine Halbtagsstelle zur Verfügung, was den Neustart möglich
machte.
Tiroler Tageszeitung 18. Sep. 2003
Bärentest für das teuerste Gehege
INNSBRUCK. "Das wird fertig!" Wenige Tage vor der Eröffnung
des neuen Landschaftsgeheges für Braunbären am Donnerstag, 25.
September, trotzt Alpenzoodirektor Michael Martys allen Skeptikern. Auf der
Baustelle herrscht hektisches Treiben: Schon am Montag soll hier der Bär
los sein, es ist der Tag der Rückkehr von Fritz.
In Innsbruck soll er jetzt seinen neuen, doppelt so großen Lebensraum
kennen lernen - ein Tag der Wahrheit, denn die Reaktion des größten
Zoobewohners hat für die Alpenzoomitarbeiter Gewicht: "Noch vor der
Eröffnung wollen wir die Sicherheitsvorkehrungen überprüfen.
Sollte der Bär an der neuen Felswand Stellen finden, an denen er
hochklettern kann, können wir gleich reagieren", erzählt Direktor
Martys. Dieser erste Test findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit
statt, wenn alle Besucher den Tierpark verlassen haben. Nur die
Betäubungsspritze und der Wasserschlauch sollen dabei sein.
"Bären sind nicht in der Lage, mit ihren Hinterbeinen große Schritte
zu machen. Überhängende Felswände sind für sie ein
unüberwindbares Hinweis. Doch man weiß nie, was unser Fritz wirklich
kann", begründet Martys die Vorsichtsmaßnahme. Er ist überzeugt,
dass das neue Gehege den "Bärentest" bestehen wird.
Das Bärengehege war das älteste, es wurde noch vor der Eröffnung
des Tierparks 1962 gebaut und blieb bis zuletzt unverändert. Der Neubau
ist das bisher teuerste Projekt im Alpenzoo.
Um eine Million Euro bekommt der Bär Wasserfall, Schlucht, Felsen aus
Südtiroler Sandstein und einen beheizbaren Liegeplatz, aber auch die
Besucher profitieren. Sie werden - durch Glaswände - viel mehr sehen
als bisher.
Der größte und beliebteste Bewohner wird bald auch einer der
glücklichsten sein: Er soll eine Partnerin bekommen. "Im nächsten
Jahr werden wir das passende Weibchen holen", verrät Martys und denkt
schon an eine bestimmte Bärin aus einem deutschen Zoo.
Aktionen
Thüringer Allgemeine 12. Sept. 2003
Zoo: Fest für jung gebliebene Stadtindianer
Darauf freut sich nicht nur Indianerpferd Othello: Mit buntem Programm lockt
der Zoopark morgen Familien und Interessierte zum ersten Erfurter Country-
und Indianistikfest auf die Festwiese.
Ein besonderes Highlight verspricht die Rodeo-Vorstellung des Vize-Europameisters
Steffen Schorcht aus Taubach zu werden, der mit seinen zwei Westernpferden
Kunststücke vorführt. Ein Großteil der Angebote ist wie immer
gebührenfrei, ab 18.00 Uhr kostet der Eintritt für Erwachsene neun
Euro, von denen vier Euro dem Zoopark zu Gute kommen.
Ostsee Zeitung 15. Sep. 2003
Mittelalterfest im Tierpark war großer Erfolg
Das sommerliche Sonntagswetter lockte gestern viele große und kleine
Fans des Mittelalters in den Tierpark Wismar. Der gesamte Nachmittag
gehörte den starken Kämpfern, Herolden, Burschen und holden Maiden
des Thingplatzvereins aus Neuburg, die laut schreiend, Geschichten
erzählend und musizierend mittelalterliches Flair in den Tierpark holten.
Michael Werner vom Tierpark war mehr als zufrieden. Immerhin wurde im Laufe
des Nachmittags die magische Marke von 2000 Besuchern überschritten.
Esslinger Zeitung
15. Sep. 2003
Die Wilhelma zeigte sonst verborgene Seiten
Der zoologisch-botanische Garten in Bad Cannstatt
ließ am Sonntag beim Wilhelmatag wieder hinter die Kulissen blicken.
Neben der Besichtigung des Betriebshofes, der Krankenstation, Tierställen
oder der Aufzuchthäuser konnten die unzähligen Besucher manche
Tierarten hautnah erleben.
WAZ 15. Sep. 2003
Auf der Suche nach rattengroßen Bären
Zum elften Mal schickten der Zoo Duisburg und die
WAZ am Sonntag hunderte große und kleine Tierfreunde an der Mülheimer
Straße auf Safari. 20 Fragen mussten bis zum Nachmittag beantwortet
werden.
Und obwohl gerade die jungen Zoo-Besucher viel Spaß mit dem Fragebogen
hatten - ein Kinderspiel war die Beantwortung nicht.
Hamburger Abendblatt 16. Sep. 2003
Eekholt: Hundeexperten im Wildpark
Die Hundexperten Günther Bloch (Buchautor und Hundetrainer) und Michael
Grewe (Trainer und Verhaltensberater) geben am 27. und 28. September das
Seminar "Status Quo - Guter Wolf, böser Hund" im Wildpark Eekholt. Im
Mittelpunkt der beiden Tage stehen die Erfahrungen mit Wölfen und Hunden
sowie die Situation der Hundeerziehung in Deutschland. Dazu wird es
Diavorträge und praktische Beispiele geben.
Grafschafter Nachrichten
16. Sep. 2003
Tierpark Erstes grenzüberschreitendes Treffen von Eselfreunden ...
Die Besucher des Nordhorner Tierparks wählten
am Sonntag das Fohlen "Jopie" zum "schönsten Esel des Grenzlandes".
Die Organisatoren sind so zufrieden mit der Veranstaltung, dass sie das Treffen
in Zukunft wiederholen möchten.
Leipziger Volkszeitung
16. Sep. 2003
Friedolin heißt nun das kleine Eselkind
Erstmals fand das traditionelle Geithainer Tierparkfest
in diesem Jahr in Regie des Tierparkvereins und bereits im September statt.
"Das Fest war sehr gut besucht. Wir sind rundum zufrieden. Auch bei allen
Mitwirkenden ist es gut angekommen", freute sich Vereinsvorsitzende Petra
Vettermann am Ende eines turbulenten Nachmittages.
Mitteldeutsche Zeitung
17. Sep. 2003
Tiger, Ozelot & Co. im
Fackelschein
Am Freitag ist es soweit: Der Tierpark Aschersleben lädt zusammen
mit der MZ und dem Verein Sternfreunde um 19.30 Uhr zur ersten Safari-Nacht
ein
Nachwuchs
Saarbrücker Zeitung 15. Sep. 2003
Ein Baby, das zu Tränen rührte
Gemütlich spazierten am Wochenende vor allem Familien mit kleineren
Kindern durch den Neunkircher Zoo. Bei spätsommerlichem Wetter gab es
für die Tierfreunde überall etwas zu entdecken. Zoodirektor Norbert
Fritsch hatte mit seinem Team bereits zum dritten Mal in Folge zum Zoofest
eingeladen. Und sie konnten diesmal sogar mit einer kleinen Sensation aufwarten:
Überraschend gebar Orang-Utan-Dame Sitti am gestrigen Sonntag um zehn
Uhr ein Baby!
Berliner Zeitung 16. Sep. 2003
Kleines Lama ganz in Weiß
Der Tierpark Berlin kann bei seiner Lama-Zucht einen großen Erfolg
verzeichnen. Gleich dreimal gab es bei den weißen Lamas Nachwuchs -
zweimal im Juli und zuletzt Ende August.
Saarbrücker Zeitung
15. Sept. 2003
Vater markiert den wilden Mann
Neunkirchen. Hilflos liegt das nur wenige Stunden
alte Orang-Utan-Baby im Gehege. Von Zeit zu Zeit kommt Mutter Sitti, weiß
aber nicht recht etwas mit dem kleinen Fellbündel anzufangen.
Plötzlich nähert sich Vatertier Masala. Zunächst schnuppert
er an dem Jungen. Doch dann packt er es an dem Nabelschnur-Rest und schleudert
seinen Nachwuchs durch das Gehege. Den zahlreichen Besuchern, die Augenzeugen
des Geschehens werden, bleibt der Atem stehen.
Als Masala das Bündel samt Stroh in eine der Boxen wirft, handeln die
beiden Tierpflegerinnen blitzschnell. Sie verschließen die Ausgänge,
bringen so das Jungtier vor dem ungestümen Papa in Sicherheit.
Diese Szenen spielen sich am Sonntagnachmittag im Neunkircher Zoo ab. Viele
der Besucher, die zum Zoofest gekommen waren, haben zufällig erfahren,
dass es am Morgen eine äußerst seltene Geburt eines Menschenaffen
gegeben hat. "Einige der ersten Zoobesucher haben einem Pfleger erzählt,
dass ein Fellknäuel im Affengehege liegt. Zuerst dachte er an einen
Scherz, weil wir öfter Stofftiere in das Gehege gelegt haben. Damit
wollten wir die Reaktionen von Sitti und Masala testen", erklärt
Tierpflegerin Bärbel Weingard. Doch als er die Tierpflegerin, die gerade
auf ihrem morgendlichen Rundgang durch ihr Revier unterwegs war, über
den erneuten Scherz informieren wollte, bekam Bärbel Weingard weiche
Knie. "Mir war klar, dass die beiden wirklich Nachwuchs bekommen haben mussten."
Die Freude bei der Pflegerin war groß. "Schon seit mehreren Jahren
haben wir immer wieder Schwangerschaftstests durchgeführt, leider immer
mit negativem Ergebnis. Zwar ist Sitti wieder kräftiger geworden und
ihre Brust ist angeschwollen, aber an eine Schwangerschaft hat keiner mehr
geglaubt", erzählt sie. An Nachwuchs hatte auch keiner gedacht, weil
sich die zwei Affen in den vergangenen Monaten gar nicht gut verstanden hatten.
"Masala hat Sitti bei einem Streit sogar so gebissen, dass sie ärztlich
versorgt werden musste. Umso erstaunter sind wir jetzt natürlich über
diese Geburt. Im Nachhinein fallen uns jetzt schon die Anzeichen wieder ein."
Genauso ungläubig wie die Tierpfleger eilte auch Zoodirektor Norbert
Fritsch am Morgen zum Affenhaus. "Ich war mit dem Aufbauen der Stände
und der Koordination der Dienstpläne für unser Zoofest
beschäftigt. Spontan habe auch ich an einen Scherz geglaubt. Doch als
ich das Baby sah, standen auch mir Tränen in den Augen."
Bereits seit Oktober 1999 wohnen die beiden Orang-Utans, die aus dem Stuttgarter
Zoo Wilhelma kommen, in Neunkirchen. "Sie sind Teil eines Zuchtprogramms...
Es ist ein unglaublich wertvoller Nachwuchs. Zum einen gibt es nur noch wenige
Tiere, zum anderen pflanzen sich diese Menschenaffen nur wenige Male in ihrem
Leben fort. Zu der Geburt habe ich schon Glückwünsche aus anderen
Tierparks erhalten. Alle, die an dem Programm teilnehmen, sind
überglücklich über die Geburt des Jungen", erzählt Fritsch.
Trotz der großen Freude im Zoo macht sich das Team auch Sorgen um das
Neugeborene. "Zuerst müssen wir sehen, ob und wie die Mutter mit dem
Baby umgeht. Auch die Verfassung der beiden muss noch von der Tierärztin
abgeklärt werden." Dabei werden Ärztin und Pfleger sehr behutsam
vorgehen. "Alle Untersuchungen werden von draußen passieren. Wir gehen
nicht ins Gehege hinein. Auch das ist Teil des Zuchtprogramms. Die Tiere
sollen so artgerecht wie möglich gehalten werden und wenig Kontakt zu
den Menschen haben. Es sind keine Haustiere, die man auf Menschen prägt,
sondern Wildtiere. Nur dann können sie sich auch in Gefangenschaft
fortpflanzen." Ziel ist, dass sich die Mutter allein um den Nachwuchs
kümmert. "Erst im Notfall werden wir das Junge mit der Flasche aufziehen.
Denn es ist viel zu wertvoll für uns alle. Auf jeden Fall hat das
Neugeborene im Zoo größere Überlebenschancen als in der
Wildnis."
Saarbrücker Zeitung
18. Sep. 2003
Das Affen-Kind hat schon rund 60 Namen
Aus dem ganzen Saarland liegen bereits Vorschläge dazu vor,
wie der kleine Orang-Utan im Neunkircher Zoo heißen soll
Rheinische Post 12. Sept. 2003
Zoologe entdeckt ausgestorben geglaubtes Insekt
Seit über 130 Jahren galt der Mückenhaft in Deutschland als
ausgestorben. Jetzt haben Zoologen der Universität Göttingen das
Insekt am Harzrand wiederentdeckt
Dabei handelt es sich um eine räuberisch lebende Schnabelfliege mit
einer Flügelspannweite von vier Zentimetern, wie die Universität
am Donnerstag mitteilte. Die Wärme liebende Art wurde in Deutschland
bislang erst ein einziges Mal gefunden, 1870 ebenfalls im Harzvorland.
"Fachkollegen stufen den Neufund als sensationell ein", berichtet der Entdecker
Professor Rainer Willmann. Vom Mückenhaft sind in Europa zwei Arten
bekannt, beide gelten als sehr selten.
Berliner Morgenpost 12. Sept. 2003
Was machen Sie denn da?
Seit
28 Jahren arbeitet Detlef
Liebschwager (44) schon im Berliner Zoo. Im Raubtiergehege
kümmert sich der Tierpfleger um Großkatzen wie Leoparden und Tiger,
aber auch um Mungos.
Presse, Die - Verschiedenes 12. Sept. 2003
Konrad Lorenz: Franziskus mit Parteibuch
Zum 100. Geburtstag: Die Debatte, wie Konrad Lorenz es mit den Nazis hielt,
ist prolongiert. Nicht alles lässt sich klären.
Süddeutsche Zeitung
12. Sept. 2003
Der Muntjak
Der Muntjak ist ein Mysterium. Hinten, so erzählt man sich, sei er ja
etwas überbaut. Auch sehe er der afrikanischen Duckerantilope
ähnlich. Und manchmal schlabbere er sich mit seiner langen Zunge die
Augen sauber. So steht es in der Zoobroschüre. Besucher, die einer Begegnung
mit dem Tier daraufhin entgegen fiebern, werden jedoch enttäuscht. Denn
der Muntjak ist nicht da. Korrekter: Das Muntjak-Pärchen ist nicht da.
Unsere Muntjaks lieben abendliche Ausflüge, wobei sie den Wassergraben
durchschwimmen. Eines Abends, etwa vor einem halben Jahr, muss das
Paar beim gemeinsamen Wiederkäuen beschlossen haben: Wir machen jetzt
das ganz große Ding. Das Muntjak-Gespann ist seither niemals mehr zugegen,
wenn Besucher es in seinem Gehege im Parkteil Asien betrachten wollen.
Wir suchen sie im Moment selber, sagt Tierparksprecherin Doris
Schwarzer. Augenzeugenberichten zufolge wurde das unstete Paar am vorvergangenen
Wochenende zum letzten Mal gesichtet in einem Gebüsch bei der
Verwaltung.
Berliner Morgenpost 13. Sept. 2003
Vampire im Zoo lecken Blut aus Wassernäpfen
Wenn es Nacht wird, wachen sie auf und haben Hunger. Schrecklich großen
Hunger. Sie fliegen los und suchen sich ein wehrloses Opfer, fallen es an
und trinken sein Blut - Vampire. Sie leben mitten unter uns. Um genau zu
sein: im Zoo.
Halt! Lassen Sie Holzpflock und Hammer, wo sie sind. Die Gemeinen Vampire
im Nachttierhaus sind nämlich klein und absolut ungefährlich. Die
Blut trinkenden Fledermäuse stammen aus Südamerika. Weltweit gibt
es nur drei Fledermausarten, die sich von Blut ernähren, alle anderen
bevorzugen Insekten oder Obst.
Wenn die Vampire in die Nacht starten und ein Rind, eine Ziege oder ein Schwein
finden, landen sie meist vor dem schlafenden Tier und klettern an ihm hoch,
sagt Tierpfleger Mario Grüßer. Mit ihren spitzen Zähnen ritzen
sie die Haut auf und lecken das austretende Blut auf, etwa 20 Milliliter
pro Tier. Die Blutspender merken davon meist gar nichts.
Weil den Fledermäusen im Zoo nicht täglich ein lebendes Tier
zugeführt werden kann, bekommen sie ihre Nahrung aus dem Schlachthof.
Einmal im Monat erhält Mario Grüßer eine Lieferung von zehn
Litern Rinder- oder Schweineblut. Es wird gesiebt, portioniert und eingefroren.
Jeden Morgen tauen die Tierpfleger im Nachttierhaus ein paar der Blutwürfel
auf und servieren sie gegen 10.30 Uhr in Vogelwassernäpfen.
Thüringische Landeszeitung
15. Sep. 2003
Ponyfohlen auf den Namen "Winni" getauft
Zwischen 700 und 800 Besucher kamen am gestrigen
Sonntag zum nunmehr 27. Tierparkfest in den Martinsgrund, vor allem Familien
mit ihren wissbegierigen Kindern.
Und vor allem waren es auch Kinder, die sich ans Shetlandpony-Gehege
drängten, um die Taufe des Stutfohlens zu erleben, das am 27. Juli geboren
wurde. Die 20-jährige Mutter brachte bisher neun Fohlen zur Welt. Ihr
Name ist Wimper, so musste auch der Namen des jüngsten
Nachwuchses mit "W" beginnen.
FOCUS 16. Sep. 2003
Hautkrebs nicht zu stoppen
Schneeflöckchen, der Welt einziger Albino-Gorilla, muss
ich auf den nahen Tod einstellen. Der 38-jährige Primat mit weißem
Fell, der im Zoo von Barcelona lebt, leide an fortgeschrittenem Hautkrebs,
wusste Bild am Dienstag zu berichten. Dreimal sei das Tier operiert
worden, aber der Krebs sei nicht zu stoppen gewesen.
Schneeflöckchen war 1966 im westafrikanischen Urwald gefangen
worden.
Netzeitung 16. Sep. 2003
Wildtiere live im Internet
Röhrende Hirschen und ferkelnde Bachen aus der Eifel können Natur-
und Wildnisfreunde von nun an nicht mehr nur live, sondern in
Fernsehqualität an ihrem Monitor betrachten. Der Präsident des
Deutschen Jagdverbandes (DJV), Jochen Borchert, hat im Wildgehege Hellenthal
in der Eifel die Videokamera freigeschaltet, mit der die Wildtiere gefilmt
werden.
Ostsee Zeitung 17. Sep. 2003
Labömitzer träumen vom Vogelpark
Seit drei Jahren betreiben
Bernd und Ursula Wetzel in Labömitz einen Tierhof, der bei Einheimischen
und Gästen Anklang findet. Die Tierliebe von Bernd und Ursula Wetzel
ist sprichwörtlich und die zwei- und vierbeinigen Bewohner ihres
Labömitzer Tierhofes scheinen dies zu spüren. Die Hunde, Katzen,
Enten und Hühner die sich auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal
tummeln, fühlen sich hier wohl.
Ein weit größeres
Projekt, das den beiden vorschwebt, ist ein Vogelpark. So soll noch im September
mit dem Land über den Ankauf eines etwa 10 000 Quadratmeter großen
Gebietes in der Nähe des Tierhofes verhandelt werden. Ein Förderverein
existiert schon seit einiger Zeit und seit dem 1. Juli sind die Wetzels
Kooperationspartner des Deutschen Tierhilfswerkes.
Gäste sind auf dem
Tierhof jederzeit willkommen.
Berliner Zeitung 17. Sep. 2003
Präriehunde sind jetzt in Angermünde
FALKENBERG. Die beiden Präriehunde aus dem Tierheim haben eine neue
Heimat. Tom und Sarah, wie sie von den Pflegern genannt wurden, leben seit
dem Wochenende im Tierpark Angermünde. Die Präriehunde - sie
gehören zu den Murmeltieren - waren am 7. September aus einer
geräumten Wohnung ins Tierheim gekommen.
Sächsische Zeitung 17. Sep. 2003
Ein Elefant ist der dritte Exot dieses Jahr
Altenberg. Schwere Ladung mussten die Beamten am Grenzübergang Altenberg
gestern abfertigen. Ein Elefant kam aus dem Zoo von Münster in Westfalen
und wurde nach Prag zum dortigen Tiergarten transportiert.
Wiesbadener Kurier
17. Sep. 2003
Pressekonferenz unter
Polizeischutz
Der mit dem Communicator-Preis der deutschen Wissenschaft ausgezeichnete
Hirnforscher und Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut Wolf Singer
hat seine von Tierschützern kritisierten Tierversuche verteidigt. "Wir
haben 30 bis 35 Affen", schilderte er im Mainzer Hilton während einer
Pressekonferenz unter Polizeischutz. Davon seien vier bis fünf Tiere
jeweils "im Versuch" und pro Jahr würden maximal zwei Affen nach
mehrjährigen Versuchen eingeschläfert.
Seine Stellungnahme zur öffentlichen Kritik und angesichts einer für
den Abend von Tierschützern angekündigten Demonstration vor der
Rheingold-Halle gab der Forscher kurz vor der Verleihung des mit 50 000 Euro
dotierten und im Rahmen des Wissenschaftssommers übergebenen Preises
für Kommunikation.
Darmstädter Echo 18. Sep. 2003
Ein neuer Bewohner im Wildpark
Wohl behütet ist Frischling
Liesel in Bad König aufgewachsen, nun kann sich das Tier
im neuen, 3000 Quadratmeter großen Gatter im Erbacher Wildpark Brudergrund
austoben.
Stadtgärtner und Hobbyjäger Hubert Middendorf, der den Wildpark
betreut, bekam den kleinen Findling Ende Juni kaum größer
als eine Hand und zwei, drei Tage alt. Jetzt traf es sich gut, dass Erbach
vor kurzem die Erlaubnis bekam, im Brudergrund zwei bis drei Wildschweine
zu halten.
Liesel ist nun dort mit einer zweiten jungen, noch namenlosen
Wildsau aus Rehbach untergebracht. Ob sich bald auch ein Keiler im Gehege
tummelt, bleibt abzuwarten.
Erbachs Wildpark Brudergrund liegt einen Kilometer Richtung Unter-Mossau
und hat neben den beiden Wildschweinen vor allem Dam- und Rotwild als
Attraktionen. Er ist das ganze Jahr über frei zugänglich.
Darmstädter Echo 18. Sep. 2003
Auf höchster Täuschungsstufe
Man muss ihn nicht entdecken
oder ans Licht der Öffentlichkeit ziehen, denn er ist seit Jahren eine
Berühmtheit in Fachkreisen, er ist Juror und Gutachter und sogar amtierender
Weltmeister, der Zoologische Präparator Berend Koch. Seit 1988 arbeitet
er an der TU Darmstadt, im Institut für Zoologie des Fachbereichs Biologie
an der Schnittspahnstraße.
1989 wurde Koch in Bremen zum ersten Mal Deutscher Meister in der Kunst des
Haltbarmachens toter Tierkörper für Demonstrationszwecke (Taxidermie),
dann Europameister im niederländischen Leiden und 1997 zusammen mit
seinem Mannheimer Kollegen Matthias Feuersenger zum ersten Mal Weltmeister
auf der Taxidermy World Competition in Springfield, Illinois. Weitere Titel
und Auszeichnungen folgten mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit.
Trotz seiner weltweiten Erfolge hat es auch Berend Koch nicht
leicht, im akademischen Betrieb der Hochschulen fachlich zu überleben.
Für viele Hochschulleute sind diese und andere klassische Lehrmittel
schlicht veraltet. Es gibt zwar seit der Verbreitung und didaktischen Verwendung
elektronischer Medien empirische Belege für die Wichtigkeit und
Unersetzbarkeit naturnaher Unterrichtsmaterialien, aber dennoch verschwinden
Modelle, Präparate, Karten und Schautafeln mehr und mehr in den
Rumpelkammern der wissenschaftlichen Institute. Das oft kostbare Material
verkommt, und die Stellen derjenigen, die diese Bestände pflegen und
erweitern, sind vom Sparzwang bedroht.
Holsteiner Zeitung
18. Sep. 2003
Bärin Moskwa soll nicht allein bleiben
Allein wandert die Eisbärdame
Moskwa im Gehege des Neumünsteraner Tierparks herum. Seitdem am 10.
September ihr Mitbewohner Rambo im Alter von 16 Jahren starb, hat Moskwa
das ganze Gehege und das Wasserbecken für sich allein. Tierparkleiter
Dr. Peter Drüwa : "So weit man das sagen kann, trauert sie nicht. Das
ist bei Eisbären auch nicht so. Eisbären sind Singles." Vorher
habe Moskwa ständig Rücksicht auf ihren Mitbewohner nehmen
müssen. "Ihr geht's sehr gut", versichert Peter Drüwa.
Trotzdem will sich der Tierpark auf die Suche nach einem
Nachfolger für Rambo machen. Eine internationale Suche, quasi in allen
Zoos mit Eisbären, wird das werden. Sie könnte länger dauern,
denn weil Eisbären Einzelgänger sind, muss der Neue einer sein,
der sich mit Moskwa verträgt.
Zürcher Oberländer
18. Sep. 2003
Singend das eigene Revier verteidigen
Die Siamang verlassen sich auf ihr langes Geschrei, die
Goldkopf-Löwenäffchen auf hohe Pfeiftöne: Die Affen verteidigen
nicht nur in den Tropen ihr Revier gegen andere Affenfamilien, Vögel
und paarungswillige Konkurrenz, sondern auch im Zoo Zürich.
Derzeit genießen die Siamang - eine zu den kleinen Menschenaffen
zählende Gibbonart - die warmen Spätsommertage draußen zwischen
Baumschatten und Sonnenstrahlen. Geladen hatte der Zoo zwar zum Konzert,
doch das junge Siamang-Pärchen, das am 4. August für Nachwuchs
sorgte, mochte nicht singen.
Berliner Morgenpost 15. Sep. 2003
Speiseplan
In der Mongolei waren die Urwildpferde schon vollständig ausgerottet,
heute werden sie dort und in Tibet wieder ausgewildert. Im Tierpark lebt
eine Herde mit zwölf Pferden, die heute um 10 Uhr eine große Portion
Heu und
Zweige bekommt.
Berliner Morgenpost 13. Sept. 2003
Speiseplan
Die Schweinsaffen im Tierpark leben etwas versteckt in der Nähe der
Möwenkuppel. Ihren Namen gab den paviangroßen Tieren ihr
Ringelschwanz. Die Tiere haben eine strenge Rangordnung, deshalb darf der
"Pascha" heute um 14 Uhr als Erster ans Futter und sich an
Nüssen,
Gemüse ,
Obst,
Reiskuchen und
Kochfleisch satt fressen.
Berliner Morgenpost 16. Sep. 2003
Speiseplan
Winzig sind die Japanischen Brillenvögel, die im Südtrakt des
Zoo-Vogelhauses leben. Hier machen sie Jagd auf Blattläuse und Spinnmilben.
Als Leckerbissen erhalten sie heute um 9 Uhr süße
Weintrauben , die im Geäst
aufgespießt werden.
Berliner Morgenpost 17. Sep. 2003
Speiseplan
Einer Sondermahlzeit sind
auch Elefanten nicht abgeneigt. Heute um 12 Uhr bekommt die asiatische Herde
(darunter die kleine Temi) im Tierpark Äste ins Außengehege -
zur Zahnpflege und zum Spielen.
Berliner Morgenpost 18. Sep. 2003
Speiseplan
Die Madagaskar-Enten, die
in der Afrika-Voliere leben, sehen zwar unscheinbar aus, sind aber eine
Kostbarkeit im Vogelbestand des Zoos. In ihrer Heimat sind sie fast ausgerottet.
Als Futter erhalten sie um 9.30 Uhr
Getreide und
Grünzeug
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Tierpark Nordhorn, 15.09.2003
Erfolgreiches 2. Bundesdeutsches
Ouessanttreffen
Züchter der kleinsten Schafrasse der Welt trafen sich im
Tierpark Nordhorn
Am 13. und 14. September führte die Interessengemeinschaft Ouessant-
Schafe im Tierpark Nordhorn das zweite Deutsche Ouessant-Treffen durch.
Der Einladung von Dr. Roller folgten zahlreiche Züchter aus Deutschland
und auch mehrerer niederländischer Zuchtfreunde. Die Organisation vor
Ort wurde durch die Züchter Johan Stap, Alfred Jansen und dem Nordhorner
Tierpark durchgeführt. Viele der 3.000 Besucher des Zoos besuchten die
Tierausstellung und informierten sich über die Zucht dieser kleinen
beliebten Schafrasse.
Die Zucht der kleinsten Schafrasse der Welt findet auch in Deutschland immer
mehr Freunde. Ihren Ursprung haben sie auf der westlichsten Insel Frankreichs
etwa 20 km vor der Bretagne.
Die Besonderheit der dort entstandenen Rasse, auch Bretonisches Zwergschaf
genannt, ist der Kleinwuchs. Heute werden Ouessantschafe in Frankreich und
der Niederlande durch Zuchtverbände betreut. Der Niederländische
Zuchtverband Fokkersverenigung Ouessantschapen hat etwa 650
Mitglieder und gibt eine eigene Zeitschrift heraus. Der Chefredakteur der
Zeitschrift war in Nordhorn, um über die positive Entwicklung der
Ouessantzucht in Deutschland zu informieren.
Ouessantschafe gelten als die kleinsten Schafe der Welt. Zuchtziel ist eine
Schulterhöhe der Böcke bis zu 49 Zentimetern und der weiblichen
Tiere bis zu 46 Zentimetern. Ouessantschafe eignen sich besonders zur Beweidung
von kleineren Flächen in Gartenanlagen. Drei Farbschläge schwarz
(ca. 70%), braun (ca. 20%) und weiß (ca. 10%) werden gezüchtet.
Dr. Horst Roller, Bildäckerstr. 19, 72813 St. Johann, 07123-1695-0 oder
12 oder 07122-9351
ra-roller@t-online.de
Thomas Berling, Tierpark Nordhorn 05921-32397 oder 0172- 927 6222,
berling@tierpark-nordhorn.de
Tierpark Chemnitz,
11.09.2003
Akustischer Wettstreit bei den Rothirschen
Die Brunftzeit bei den Rothirschen hat begonnen. Auch im Wildgatter
Oberrabenstein kann man nun hören, wie die Platzhirsche miteinander
um die Wette röhren. Auf diese Weise macht der Hirsch den Anspruch auf
seinen Brunftplatz geltend und lockt die Weibchen an. Dem Rivalen wird akustisch
übermittelt, wie kräftig und dominierend der Rufer ist. Geht aus
dem Röhrwettstreit kein klarer Sieger hervor, weil die Hirsche
gleich stark sind, kann es zwischen ihnen auch zum Gerangel um die begehrten
Plätze kommen, wobei die Geweihe zum Schieben und Drücken eingesetzt
werden. Ernsthafte Verletzungen sind dabei aber selten.
Die beste Zeit für dieses Schauspiel sind nach Information von
Tierparkdirektor Dr. Hermann Will die Morgen- und
Abendstunden .
Tiergarten Heidelberg, 16.09.2003
Playmobil auf Tour
Rund zwei Monate lang tourt PLAYMOBIL mit einer spielstarken Tierpark-Aktion
durch 23 Tierparks und Zoos in Deutschland und Österreich. Das bunt
gemixte Aktions- und Spieleprogramm, bei dem alle zoobegeisterten Kids hautnah
die exotische und heimische Welt der Tiere kennenlernen können, macht
am Sonntag, den 28. September 2003 im
Tiergarten Heidelberg Station. Neben jeder Menge
tierischem Spielvergnügen erwartet die kleinen Besucher
auch ein spannendes Gewinnspiel, bei dem es tolle Preise zu gewinnen gibt.
Ruhr Zoo Gelsenkirchen, 7. September 2003
Ritter ohne Furcht und Tadel kämpfen
im Ruhr Zoo
Schaukämpfe von Rittern in ihren dreißig Kilogramm schweren
Ausrüstungen, einfaches Leben im mittelalterlichen Lager: Am Samstag,
20. September, und Sonntag, 21. September, gastiert die Gruppe History
Live im Ruhr Zoo.
Die beiden Ruhr Zoo-Tierpfleger Armin Taps und David McNichol sind vom
Mittelalter fasziniert. Deshalb leben sie in ihrer Freizeit mit der Gruppe
History Live im Ritterlager. Am Samstag, 20. September, um 15
Uhr, und am Sonntag, 21. September, um 12 Uhr und 15 Uhr wird Geschichte
wieder lebendig, wenn die beiden ihre selbst gefertigten, kiloschweren
Ausrüstungen anlegen und sich für die Ruhr Zoo-Besucher in den
Schaukampf stürzen.
Wie es sonst so bei den Rittersleut zugeht, können die Besucher im
mittelalterlichen Lager erleben im Ruhr Zoo erleben. Kostümierte Gäste
sind jedenfalls besonders gern gesehen.
Die Ritterspiele mit History Live sind im Eintrittspreis
enthalten.
Ruhr Zoo Gelsenkirchen, 9. September 2003
Beim Zootag hinter die Kulissen
blicken
Wie sieht das Wohnzimmer der Zebras und Antilopen aus? Wer frisst was? Und
stehen im Tierkrankenhaus auch Betten? Beim Zootag am Sonntag, 28. September,
bleibt keine Frage unbeantwortet und die Ruhr Zoo-Besucher dürfen hinter
die Kulissen blicken.
Den ganzen Zootag lang wird ein abwechslungsreiches Programm geboten: Darunter
Blasrohrschießen auf Papptiere, so wie es die Zootierärztin zur
Behandlung der Tiere tun muss, und Aktionen im Naturschutz-Info-Zentrum,
am ZOOM Erlebniswelt-Info-Stand und in der Zoo Schule. Dazu gibt´s viele
spannende Einblicke in das tierische Leben des Ruhr Zoos: Die Stallungen
der Afrika Savanne sind ebenso zu besichtigen wie das Tierkrankenhaus und
in der Futterküche wird der Speiseplan der Zoobewohner präsentiert.
Nicht zuletzt haben die Besucher die Möglichkeit, in
Tierpflegergesprächen alles über ihre Ruhr Zoo-Lieblinge zu erfahren.
Der Blick hinter die Kulissen ist im Eintrittspreis enthalten.
Dortmunder Zoo, 15.09.2003
Den Spätsommer im Dortmunder Zoo
genießen
Das warme Spätsommer-Wetter hat am letzten Tag vor Schulbeginn noch
einmal um die 10.000 Besucher in den Zoo Dortmund gelockt. Eltern wie Kinder
genossen geruhsame Spaziergänge im Zoo und erfreuten sich an alten
Bekannten, wie dem Seelöwen Jonas oder den beiden Orang-Utans
Suma und Djarius, aber auch an
Neuzugängen, wie dem erst eine Woche alten Giraffenmädchen
Rahima, den kleinen Tigern die nun schon halbwüchsig durch
ihr Gehege tollen oder den mittlerweile auch schon gewachsenen Nutriajungen,
die gemächlich mit ihren Eltern ihre Bahnen im Wasser ziehen oder
genüsslich an frischem Obst oder Zweigen knabbern. Noch einmal bäumte
sich der Sommer auf und mit ihm erfreuten sich Tier und Mensch der
wärmenden Sonnenstrahlen. Also, auf in den Zoo, der immer einen Besuch
wert ist!
WWF,12.09.2003
Gigantischer Deich zerstört
einzigartiges Rastgebiet seltener Vögel
Es ist fünf vor zwölf, um kostbares koreanisches Wattgebiet
zu retten
Millionen von bedrohten Watt- und Wasservögeln rasten regelmäßig
im koreanischen Wattenmeer auf ihrem Zug von den arktischen Brutgebieten
in die südlichen Überwinterungsgebiete. Nur auf Wattflächen
finden sie ausreichend Nahrung für ihre Kräfte zehrende Reise.
Das von dem aktuellen Eindeichungsprojekt der südkoreanischen Regierung
bedrohte Saemangeum ist mit 400 Quadratkilometern das
größte von Zerstörung bedrohte Wattgebiet der Erde. Wenn
der insgesamt 33 Kilometer lange Deich zu Ende gebaut würde,
verschwände damit das wichtigste Rastgebiet dieser Vögel auf dem
asiatischen Zugweg.
Es wäre eine Katastrophe nicht nur für Vögel wie die letzten
2.000 Löffelstrandläufer, für die das Gebiet der einzige bekannte
Rastplatz auf ihrem Zugweg ist, sondern für das gesamte Ökosystem,
wenn der Riesendeich fertig gestellt würde, sagt Hans-Ulrich
Rösner, Wattenmeerexperte des WWF. Denn viele kleinere Eindeichungen
haben bereits 60 Prozent der Wattgebiete am Gelben Meer trocken gelegt und
meist in Ackerflächen verwandelt. Damit wird auch die traditionelle
Fischerei in den Wattgebieten zerstört und zugleich die Kinderstube
der Fische im gesamten Gelben Meer.
Auf Grund des Protests vieler Naturschutz-Organisationen und Regierungen
im asiatischen Raum hat ein südkoreanisches Gericht den Bau vorerst
gestoppt, um das gesamte Verfahren zu prüfen. So hat sich herausgestellt,
dass der durch die Eindeichung entstehende Wasserkörper zu sehr verschmutzt
sein wird, um ihn für die Landwirtschaft zu nutzen und die
Wasseraufbereitung zu kostspielig wäre.
Mit der Unterzeichnung der Ramsar-Konvention und der Konvention zur Erhaltung
der biologischen Vielfalt hat sich Südkorea zudem verpflichtet, seine
Feuchtgebiete zu schützen. Eindeichungen sind damit nicht in Einklang
zu bringen.
In wenigen Wochen wird das Gericht ein endgültiges Urteil fällen.
Der WWF appelliert deshalb an die südkoreanische Regierung, eine Umkehr
einzuleiten.
WWF, 15.09.2003
Nach dem Brand ist vor dem Brand
WWF fordert nach Waldbränden in Südeuropa "feuerfeste"
Wiederaufforstung
Frankfurt 15. September 2003: Angesichts der verheerenden Waldbrände,
die in diesem Sommer in Südeuropa wüteten, fordert der WWF die
Europäische Union auf, bei der Wiederaufforstung heimischen Baumarten
den Vorzug zu geben. Je natürlicher der Baumbestand in den verschiedenen
Regionen sei, umso eher könnten weitere Feuerkatastrophen und Bodenerosion
verhindert werden. Portugal war von den diesjährigen Waldbränden
am schlimmsten betroffen. Nach Ansicht der Naturschützer führten
hier vor allem die für die Region untypischen und Feuer anfälligen
Eukalyptus-Monokulturen dazu, dass die Waldbrände katastrophale
Ausmaße annahmen. In Portugal brannten nach Angaben der United Nations
Economic Commission for Europe (UNECE) in diesem Jahr schon 417.000 Hektar
Wald - viermal mehr als in den vergangenen zehn Jahren im jährlichen
Durchschnitt.
Bei der Aufforstung der abgebrannten Flächen muss die Devise gelten:
So natürlich wie möglich! Nur so können die Wälder ihrem
biologischen Rhythmus folgen und sich selbst vor Naturkatastrophen
schützen. Bäume sind am widerstandsfähigsten, wenn man sie
wachsen lässt, wo sie hingehören, so WWF-Waldexpertin Nina
Griesshammer. Der WWF weist im Zusammenhang mit den portugiesischen
Waldbränden darauf hin, dass die ursprünglichen Korkwälder
wesentlich weniger Feuer anfällig sind als künstliche
Eukalyptus-Monokulturen. Die Umweltschützer empfehlen, bei der Aufforstung
der Flächen auf naturnahe Maßnahmen zu achten: Wo immer es
möglich sei, sollte die Natur sich selbst regenerieren dürfen.
Gelinge dies nicht, sollten heimische Bäume und Sträucher gepflanzt
werden. Griesshammer: Auch tote Bäume gehören in den Wald.
Sie tragen dazu bei, dass die Böden weniger schnell austrocknen.
Auf die Verwendung von Düngern und Pflanzenschutzmitteln müsse
nach Ansicht der WWF-Expertin verzichtet w
erden, nach Möglichkeit auch auf die Anlage neuer Forstwege und das
Befahren der Wälder mit schwerem Gerät.
Der WWF fordert die Europäische Union auf, in umweltverträgliche
Waldbewirtschaftung zu investieren. Die Subventionen der Europäischen
Union für die Aufforstung von Wäldern dürfen in Zukunft nicht
einfach in Rauch aufgehen, sondern müssen in naturnahe und damit
resistentere Wälder gesteckt werden, fordert Nina Griesshammer.
Insgesamt verbrannten nach Angaben der UNECE in Spanien, Frankreich, Portugal
und Italien in diesem Jahr bislang rund 630.000 Hektar Wald - mehr als doppelt
soviel wie im vergangenen Jahr. Nach Einschätzung des WWF werden 95
Prozent aller Waldbrände von Menschen verursacht. Fahrlässigkeit
ist jedoch nicht der einzige Grund für ihr vermehrtes Auftreten in
Südeuropa. Hinzu kommen Klimaschwankungen, extreme Temperaturen, ein
Wandel der Landnutzung und Zunahme des Massentourismus.
WWF, 17.09.2003
Mit Heilpflanzen Naturschutz finanzieren
WWF: Nachhaltige Nutzung von Heilpflanzen kann Schutzgebiete
sichern
Werden Heilpflanzen nachhaltig genutzt, können sie nach Meinung des
WWF zur Finanzierung von Naturschutzgebieten beitragen. Der WWF macht auf
die Chancen aufmerksam, die eine naturgerechte Nutzung von Heilpflanzen in
den Balkan-Staaten bieten kann. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien,
Kroatien und Rumänien bieten einer aktuellen Studie des Bundesamts für
Naturschutz (BfN), des WWF und des Artenschutzprogramms TRAFFIC zufolge eine
außerordentlich große Fülle verschiedener Heil-, Aroma-
und Gewürzpflanzen. Diese sind jedoch durch intensive Wildsammlungen,
die Zerstörung der Lebensräume sowie die Zunahme der Bodenerosion
zunehmend bedroht. Der WWF schlägt Maßnahmen für die nachhaltige
Wildsammlung von Heilpflanzen vor, mit deren Einnahmen ein Teil der
Betriebskosten von Naturschutzgebieten finanziert werden könnte:
Zunächst müssten die Pflanzenarten und -mengen in den verschiedenen
Regionen regelmäßig erfasst und überprüft sowie Quoten
für die Sammlung festgelegt werden. Dann müssten die
Schutzgebietsverwaltungen dafür sorgen, dass die Sammler Lizenzen für
die Ernte bestimmter Pflanzenarten erwerben. Die Lizenzgebühren sollten
für die Schutzgebietsverwaltung verwendet werden. Nur unter diesen
Bedingungen sei die Sammlung von Heilpflanzen ein potenzielles
Finanzierungsinstrument für Schutzgebiete. |
AZ-Bad Kreuznach 12. Sept. 2003
Elche kehren nach 250 Jahren zurück
Die Tierwelt in Sachsen hat sich um einige kapitale Erscheinungen
vergrößert: Im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und
Teichlandschaft im Kreis Bautzen leben wieder vier Elche. In einem 150 Hektar
großen Gehege - einst Truppenübungsgelände mit
Panzerschießplatz - halten sie als unbezahlte "Landschaftspfleger"
Bäume und Sträucher kurz.
Mit dem Alces alces hat nach über 250-jähriger Abwesenheit wieder
der größte Hirsch in der Region Fuß gefasst: 1746 war der
letzte Elch in Sachsen erlegt worden. Von den seit den 1950er Jahren immer
wieder aus Polen kommenden Wanderelchen blieb bisher noch keiner.
Heidenheimer Zeitung
12. Sept. 2003
Die Gesundheit der Ozeane ist in Gefahr
Auf der 5. Welt-Nationalpark-Konferenz in Durban
wird über den bisher vernachlässigten Schutz der Meere gesprochen.
Über zehn Prozent der Landflächen sind schon in Nationalparks
verwandelt worden, aber nur ein Prozent der Ozeane steht unter Naturschutz.
"Die Ozeane können nicht länger als ungeregelter Freiraum für
alle angesehen werden", betont Klaus Töpfer. Wenn keine Trendwende einsetze,
so meint der Exekutivdirektor der Umweltbehörde der Vereinten Nationen
(Unep), "werden wir die schwierige Aufgabe haben, unseren Enkeln zu
erklären, was ein Fisch ist". Schon vor Beginn des 5. Weltkongresses
über Nationalparks und geschützte Gebiete, der zurzeit in Durban
tagt, hat der deutsche Ex-Minister bereits den Tenor der Diskussionen vorgegeben.
"Es kann nicht länger um die Frage gehen, ob wir Meeres-Schutzgebiete
brauchen, sondern wie viele und wie groß", meint Töpfer ahnungsvoll.
In der südafrikanischen Hafenstadt Durban machen sich rund 2500 Spezialisten
aus 170 Ländern vor allem Gedanken über den Schutz der Meeresgebiete.
Das Treffen, das alle zehn Jahre von der Internationalen Union zur Erhaltung
der Natur (IUCN) ausgerichtet wird, findet das erste Mal seit seiner
Gründung 1962 in Afrika. Zum Abschluss der Veranstaltung soll ein Rahmenwerk
verabschiedet werden, das den Regierungen Richtlinien für die Erhaltung
und weitere Entwicklung von Schutzgebieten bieten soll. Darin soll auch das
Spannungsfeld von Mensch und Natur angesprochen werden. Fälle wie in
Botswana, wo Buschleute aus ihrer zum Naturpark erklärten Heimat vertrieben
wurden, sollen der Vergangenheit angehören.
Frankfurter Rundschau
15. Sep. 2003
Weltkongress fordert mehr Engagement für Naturreservate
Die finanzielle Ausstattung der Nationalparks vor
allem in zahlreichen Staaten Afrikas sei dermaßen "katastrophal", dass
sich das Parkmanagement dort weder Wildhüter noch Fahrzeuge noch die
allernötigste Infrastruktur leisten könnte, heißt es in der
von den Umweltschutzorganisationen "Conservation International" und "BirdLife
International" sowie der Universität von Cambridge erarbeiteten Studie.
In den verwahrlosten Parks ließen sich Menschen nieder, betrieben
Landwirtschaft oder gingen der Wilderei nach.
"Viele Schutzgebiete in Westafrika, die einmal voller Elefanten, Flusspferde
oder Affen waren", klagen die Ökologen, "sind deshalb heute leer." Um
die Naturreservate der Welt, die sich über rund zwölf Prozent der
festen Erdoberfläche erstrecken, auf eine sichere finanzielle Grundlage
zu stellen, seien jährlich 33 Milliarden Dollar nötig, ergänzte
Sheldon Cohen, Direktor für Naturschutzfinanzierung bei der US-Organisation
"Nature Conservancies. "Tatsächlich stehen den Naturschutzparks allerdings
nur 6,5 Milliarden Dollar jährlich zur Verfügung."
Es sei unrealistisch anzunehmen, dass arme afrikanische Staaten, in denen
sich ein Großteil der weltweiten Schutzgebiete befinden, die Ressourcen
zum Erhalt der Ökosysteme aufbringen könnten, wandte Südafrikas
Tourismusminister, Mohammed Valli Moosa, ein: "Die reichen Länder haben
deshalb eine Verantwortung in dieser Sache."
In Workshops und Podiumsgesprächen wurden während des am Mittwoch
zu Ende gehenden zehntägigen Kongresses zahlreiche Vorschläge
diskutiert, wie das Finanzierungsloch gestopft werden könnte. An erster
Stelle müsse der nach dem Weltgipfel in Rio de Janeiro gebildete globale
Umweltfonds "entscheidend aufgestockt" werden, meint Öko-Finanzexperte
Cohen. Gegenwärtig werden jährlich nur 400 Millionen Dollar in
den Fonds gezahlt.
Die Naturschutzexperten sind sich allerdings auch darin einig, dass zur
Finanzierung der Wildparks nicht nur auf öffentliche Mittel
zurückgegriffen werden sollte, sondern auch Gelder aus der Privatwirtschaft
fließen müssten. Zur Rettung der Parks sollten auch hochmoderne
Marketing-Strategien eingesetzt werden, regte Kenton Miller als Direktor
der Weltkommission für Naturschutzgebiete an.
Öko-Experten weisen in diesem Zusammenhang auf den ungeheuren
wirtschaftlichen Wert der Naturparks hin, die der Menschheit nach einer im
Wissenschaftsmagazin "Science" im vergangenen Jahr veröffentlichten
Studie Dienste im Gegenwert von jährlich 33 Billionen Dollar liefern.
Darin sind auch Leistungen wie etwa die Luft- und Wasserreinigung enthalten.
Die Menschheit müsse also nur 33 Milliarden Dollar im Jahr investieren,
um 33 Billionen Dollar zurückzubekommen, so Carlos Quintela, Finanzexperte
der "Wildlife Conservation Society". Er findet: "Ein unschlagbarer Profit."
ngo-online 15. Sept.
2003
Deutschland größter Absatzmarkt für Wildtiere und -pflanzen
Insgesamt 14 Arten- und Umweltschutzverbände
schlossen sich in einem gemeinsamen Schreiben der Forderung der
Tierschutzorganisation Pro Wildlife an, zukünftig die Importe
ungeschützter Wildtiere und -Pflanzen nach Deutschland zu erfassen.
Bislang scheitert die Unterschutzstellung von bedrohten Arten häufig
am Fehlen dieser konkreten Handelsdaten. Trotzdem sähen die
zuständigen Minister Trittin und Eichel, in deren Ressorts der Artenschutz
und die Zollbehörden fallen, bisher nur wenig Handelsbedarf. Sie wollten
lediglich den Import von Echsen und Schlangen für 12 Monate registrieren.
Für Artenschützer sei das eine halbherzige und willkürliche
Maßnahme, da Echsen und Schlangen nur einen kleinen Teil der gehandelten
Wildtiere ausmachten. Dabei sei Deutschland einer der größten
Absatzmärkte für Wildtiere und -pflanzen.
Hessische Allgemeine
17. Sep. 2003
Vom Edersee in den Harz
Der Wildpark Edersee hat seine
beiden im Mai 2002 geborenen Jungluchse kostenlos für das
Wiederansiedelungsprojekt im Nationalpark Harz zur Verfügung gestellt.
Bereits im Juli waren beide Tiere in Transportkisten in den Harz gebracht
und dort fünf Wochen später in die Freiheit entlassen worden. Ein
Fernsehteam des Hessischen Rundfunks war dabei. Der Beitrag wird am Mittwoch,
24. September, um 20.15 Uhr in der Reihe Wunder der Erde im
Hessenfernsehen gesendet.
Ebersberger Zeitung 17. Sep. 2003
Rotluchs im Schuppen
Der amerikanische Rotluchs steht unter Artenschutz. Ein Ebersberger hat ein
solches Tier, zusammen mit Papieren des Zoos in Cottbus. Darin wird ein Rotluchs
als legale Nachzucht ausgewiesen. Unter seine Haut soll ein Mikrochip
eingepflanzt sein, durch den sich die Identität des Tieres sicherstellen
lässt.
Vor einigen Wochen hat der Ebersberger das Tier an einen Kirchseeoner verkauft.
Eine Überprüfung des Veterinäramtes und der Unteren
Naturschutzbehörde ergaben: Der Luchs wurde nicht artgerecht gehalten
und die vorgewiesenen Papiere gehören nicht zu diesem Tier - ein
Straftatbestand. Wer hat die Urkunde gefälscht oder vertauscht? Wo kommt
der Kirchseeoner Rotluchs her? Wo ist der Luchs, der wirklich zu den Papieren
gehört? Diese Fragen versucht das Landratsamt jetzt zu klären.
Reuters Deutschland
16. Sep. 2003
Inder schmuggelt hunderte Schildkröten
im Handgepäck
Auf dem Flughafen Singapur ist ein
Mann mit mehreren hundert lebenden Schildkröten im Handgepäck
festgenommen worden. Der Festgenommene gab an, ihm seien rund 50 Euro für
das Schmuggeln der 499 Sternschildkröten versprochen worden.
Anschließend sollten die wertvollen Reptilien mit einem auffälligen
Strahlenmuster auf dem Panzer als Haustiere verkauft werden. Singapur gilt
als Knotenpunkt für den illegalen Tierhandel zwischen den USA und einigen
Teilen Asiens sowie Indien und Indonesien. Allein in den ersten fünf
Monaten dieses Jahres beschlagnahmten die Behörden des Stadtstaates
Tiere im Wert von 185.000 Euro. Illegaler Tierhandel wird in Singapur mit
Geldbußen von bis zu 3100 Euro und bis zu 12 Monaten Haft bestraft.
Die Sternschildkröten wurden in den Zoo von Singapur
gebracht.
Stuttgarter Zeitung
17. Sep. 2003
Eine Lehrstunde zum Artenschutz vor dem
Amtsgericht
Die Freude über sechs Schildkrötenjunge aus eigener
Nachzucht hat für einen 40-jährigen Industriedesigner nicht lange
gewährt. Die Winzlinge ließen ihn über Bundesnaturschutzgesetz
und EU-Bestimmungen stolpern und schließlich vor dem Kadi landen.
Der Mann, der aus "reiner Liebhaberei", wie er sagt, schon immer
Kanarienvögel, Mäuse oder auch Wasserschildkröten um sich
hatte, kam vor 20 Jahren auch in den Besitz von drei jungen griechischen
Landschildkröten. Und in Holland orderte er ein männliches Panzertier,
das er bei der Oberbehörde auch anmeldete. Der Neue enttäuschte
nicht, sechs "Babys" schlüpften aus den Eiern.
Über ein einschlägiges Presseorgan bot der Mann seinen
Schildkrötennachwuchs an, rief so mehr oder weniger zufällig die
polizeilichen Ermittler auf den Plan und brachte den Justizapparat in Bewegung
und in Schwung. Denn, so ließ jetzt der Staatsanwalt keinen Zweifel,
es handle sich hier um eine "streng geschützte Tierart".
Dass es überhaupt zu der Verhandlung gekommen ist, lag daran, dass der
Mann die Kröte eines ihm im Juni zugestellten Strafbefehls über
1400 Euro (40 Tagessätze über 35 Euro) nicht hatte schlucken wollen.
Und dass es zu dem Strafbefehl gekommen ist, lag daran, dass der
Hobbyzüchter seine "Babys" unter die Leute bringen wollte, ohne ihnen
die entsprechenden, europaweit gültigen Bescheinigungen mit auf ihren
fürderen Lebensweg geben zu können.
Weshalb die Transaktionen so voll danebengingen, sollte als Zeuge ein
Artenschutzexperte aus dem Stuttgarter Regierungspräsidium erhellen
helfen. Der zeigte erst einmal die Dimension artenschutzrelevanter Fälle
auf und sprach von mehr als 16 000 Tierhaltern innerhalb des Regierungsbezirks.
Und er sagte auch diesen Schlüsselsatz: "Die meisten scheitern, weil
das Artenschutzrecht relativ undurchsichtig ist."
Er sei davon ausgegangen, sagte der ob der Schildkröten-"Babys"
Gestrauchelte, dass der neue Besitzer es sei, der sich die Bescheinigungen
besorgen müsse. Der Experte wiederum stellte klar, dass nur der keine
EU-Papiere braucht, der die geschützten Tiere selbst hält - oder
aber verschenkt.
Die Lehrstunde in Sachen Artenschutz und seinen Tücken endete damit,
dass der Hobbyzüchter - nach Beratung mit seinem Anwalt - den Einspruch
zurückzog. Und wie bei einer richtigen Lehrstunde fehlte es auch nicht
an Anschauungsstoff. Im Innenhof des Amtsgerichts lässt nämlich
der Hausmeister seine Schildkröten springen. Und weil er sich allem
Anschein nach nicht von ihnen trennen möchte, braucht er auch keine
EU-Bescheinigung. Siehe oben.
Leipziger Volkszeitung 17. Sept. 2003
Zoos stellen sich dem Artenschutz - Leipzig an 40 Programmen beteiligt
Die bedrohtesten Raubtiere der Erde leben in den reichsten Ländern der
Welt, doch diese können sich den Artenschutz nicht leisten. Das sagte
gestern Koen Brouwer, Direktor der Europäischen Vereinigung der Zoos
und Aquarien (EAZA), am Rande der 20. Jahrestagung im Leipziger Hotel Westin.
Betroffen sind zum Beispiel der in Spanien und Portugal vorkommende iberische
Luchs, der iberische Wolf sowie Bären. Als eines der Hauptthemen bereitet
der bis Sonntag tagende Kongress daher eine Schutzkampagne für
größere europäische Raubtiere vor, die im nächsten Jahr
starten soll.
Weltweit nehmen sich die Zoologischen Gärten mittlerweile der Aufgabe
an, als Schützer der biologischen Artenvielfalt zu fungieren, wie sie
in freier Wildbahn nicht aufrecht zu erhalten ist. Derzeit laufen allein
unter dem Dach der EAZA Erhaltungszuchtprogramme für 140 bedrohte Tierarten.
Der Zoo Leipzig ist an 40 Programmen beteiligt, unter anderem für den
Wildbüffel Anoa, den Asiatischen Elefant, den Sibirischen Tiger, das
Spitzmaulnashorn oder das Przewalski-Urwaldpferd.
Für den Tiger, dessen Internationales Zuchtbuch seit 1973 in Leipzig
geführt wird, rief die EAZA bei ihrer Jahrestagung 2002 in Barcelona
die dreijährige Schutzkampagne "EAZA Tiger Kampagne" ins Leben. Erste
Ergebnisse wurden gestern den Kongressteilnehmern - 500 Zoodirektoren und
Wissenschaftler aus ganz Europa - vorgestellt. So gelang es den an der Kampagne
beteiligten 120 Einrichtungen aus 23 Ländern, bisher 280 000 Euro an
Spendengeldern zu sammeln. 20 000 Euro steuerte der Zoo Leipzig bei, durch
Souvenirverkauf und durch Spendensammlung direkt an der Tiger-Taiga.
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tv.nrw: Jeden Samstag ca. 18:15 Uhr
"Ein Platz für Tiere" mit Bernhard Grzimek aus den 70er und
80er Jahren; teilweise mit Zoo-Berichten.
Do., 18.09.2003, 16:00-16:30, 3Sat, Ein Urwald für den Wisent
Do., 18.09.2003, 22:45-23:00, BR Alpha, Lebensraum Tierpark: Think Tank
Tierisch denken im Zoo
Fr., 19.09.2003, 16:15-17:00, ZDF, Wunderbare Welt: Schildkröten
Fr., 19.09.2003, 17:15-18:00, HR, Das Selous-Wildreservat Tansania
Fr., 19.09.2003, 13:30-14:00, MDR, Termiten
Fr., 19.09.2003, 15:50-16:00, RBB Brandenbg., Tiere in Gefahr: Vogelspinne
Fr., 19.09.2003, 20:15-21:00, 3sat, Abdis verrückte Tiergeschichten:
Wildtiere in Botswana
Sa., 20.09.2003, 18:50-19:40, K1, Abenteuer Natur: Höhlentiere in Afrikas
Savannen
So., 21.09.2003, 06:25-07:25, K1, Cousteau: Abenteuer Ozean Borneo
So., 21.09.2003, 22:30-23:00, WDR, Elefant, Tiger & Co.
So., 21.09.2003, 13:30-14:15, NDR, Dem Biber auf der Spur
So., 21.09.2003, 21:00-21:45, HR, Wildes Afrika: Savanne (BBC)
So., 21.09.2003, 21:00-21:45, RBB Brandenbg., Tierwelten: Schwertwale
So., 21.09.2003, 17:15-17:30, 3sat, Zoogeschichten
Mo., 22.09.2003, 16:15-17:00, ZDF, Wunderbare Welt: Bären hautnah
Mo., 22.09.2003, 15:00-16:00, WDR, Planet Wissen: Tierische Einwanderer
Mo., 22.09.2003, 10:00-10:15, BR, Zoo & Co.
Mo., 22.09.2003, 21:00-21:45, HR, Das Innenleben der Tiere (2)
Mo., 22.09.2003, 13:45-14:00, MDR, Elefant, Tiger & Co.
Mo., 22.09.2003, 15:50-16:00, RBB Brandenbg., Tiere in Gefahr: Glattwal
Di, 23.09.2003, 16:15-17:00, ZDF, Wunderbare Welt: SOS Australiens
Tiere in Gefahr
Di, 23.09.2003, 22:15-23:05, K1, Abenteuer Leben u.a. mit Besuch beim
Zootierarzt in Salzburg
Di, 23.09.2003, 17:15-18:00, HR, Das Innenleben der Tiere
Di, 23.09.2003, 20:15-21:00, SWF, Expedition Skeleton Coast: Auf den Spuren
der Wüstenelefanten
Di, 23.09.2003, 15:50-16:00, RBB Brandenbg., Tiere in Gefahr: Schimpanse
Mi., 24.09.2003, 15:15-16:00, ARD, Abenteuer Wildnis: Fabeltiere
Mi., 24.09.2003, 20:15-21:00, NDR, Kamele Herrscher der Wüste
Mi., 24.09.2003, 15:50-16:00, RBB Brandenbg., Tiere in Gefahr:
Nashornleguan
Do., 25.09.2003, 22:45-23:00, Lebensraum Tierpark Wie der Zoo zur
Arche wurde
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